„Das hat bislang gefehlt“: Ein Calisthenics-Park für Bad Windsheim | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 21.11.2024 08:00

„Das hat bislang gefehlt“: Ein Calisthenics-Park für Bad Windsheim

Sechs Sportgeräte und Info-Stelen mit Übungsanleitungen sind im neuen Calisthenics-Park zu finden, in dem das eigene Körpergewicht zum Trainieren eingesetzt wird. (Foto: Nina Daebel)
Sechs Sportgeräte und Info-Stelen mit Übungsanleitungen sind im neuen Calisthenics-Park zu finden, in dem das eigene Körpergewicht zum Trainieren eingesetzt wird. (Foto: Nina Daebel)
Sechs Sportgeräte und Info-Stelen mit Übungsanleitungen sind im neuen Calisthenics-Park zu finden, in dem das eigene Körpergewicht zum Trainieren eingesetzt wird. (Foto: Nina Daebel)

Es gibt Stangen in verschiedenen Höhen und Positionen. Außerdem detaillierte Anleitungen, um mit Hilfe des eigenen Körpergewichts effektiv zu trainieren. Das kann man nun im Calisthenics-Park tun, der „Im großen Boden“ in Bad Windsheim, zwischen Skaterpark und FSV-Platz, errichtet worden ist.

Damit ergänze er die kleine Sportmeile optimal, die sich in diesem Bereich entwickelt habe. Das betonte Bürgermeister Jürgen Heckel bei der offiziellen Einweihung ausdrücklich. Gleichzeitig erinnerte er noch einmal daran, dass über die Wahl des Standorts lange diskutiert worden sei. „Deswegen hat sich der Bau dieses Angebots auch um ein Jahr verschoben“, erklärte er. Der Grund für die Verzögerung habe aber keinesfalls daran gelegen, dass irgendwer irgendetwas verschlafen habe, wie immer wieder zu hören gewesen sei.

Wesentlich günstiger als ursprünglich gedacht

Ursprünglich waren rund 70.000 Euro für den Park veranschlagt worden. Gekostet hat er nun aber weitaus weniger, nämlich 57.000 Euro. Davon wiederum werden noch einmal rund 60 Prozent gefördert. Und zwar über das EU-Programm namens Leader.

Die Planungen und Ausschreibungen waren im Juni 2024 erfolgt, Mitte August war man in die Umsetzung gegangen. Der Bad Windsheimer Calisthenics-Park besteht aus insgesamt sechs Sportgeräten, darunter ein Barren, eine bewegliche Hangelstrecke, eine Kombinationsstrecke mit Reck, Sprossenwand sowie einer festen Hangelstrecke, außerdem eine Triangel, eine Slackline und ein Bodyboard. Ergänzt werden die Geräte durch Info-Stelen. Sie informieren mit kurzen Erklärtexten und Zeichnungen darüber, welche Eigengewichtsübungen auf welche Art und Weise auszuführen sind.

Sportangebot für die Jugend

Die Idee zum Park hatte eigenen Angaben zufolge Sebastian Göttfert während seiner Zeit als Fraktionssprecher der Grünen im Bad Windsheimer Stadtrat. „Es werden jedes Jahr rund 50.000 Euro für den Bau eines Kinderspielplatzes in den städtischen Haushalt eingestellt. Aber ich war der Meinung, dass man nicht jedes Jahr einen Spielplatz bauen muss, sondern auch mal was für die Jugend tun und für sie ein attraktives Sportangebot schaffen könnte“, sagte Göttfert, der den Calisthenics-Park als gute Ergänzung zum Fitness-Parcours im Kurpark sieht.

Denn während dessen Schwerpunkt auf der Bewegung liegt, ist das neue Angebot „Im großen Boden“ auf Kraft fokussiert. Zudem sollen Ausdauer, Körperbeherrschung und das Körpergefühl trainiert werden. „Wichtig ist auch, dass die Jugendlichen hier niemanden stören, wenn sie die Musik aufdrehen, um sich richtig auszupowern“, so Göttfert.

Tartanplatz wird weiterhin gewünscht

Bürgermeister Heckel indes lobte alle Beteiligten, die sich für die Umsetzung des Projekts eingesetzt hatten. Dazu gehören auch Jugendliche aus dem Bad Windsheimer Jugendtreff Schneiderscheune. Der 18-jährige Svetoslav ist einer von ihnen. Und auch der 16-jährige Dominik hatte bei der Auswahl der Geräte mitgewirkt. Sie freuen sich über das neue Angebot und wollen es möglichst häufig nutzen. „Ein solches Angebot hat in Bad Windsheim bislang gefehlt“ sind sich die beiden Jugendlichen einig, die sich gerne an der frischen Luft und im Freien sportlich betätigen, anstatt dafür ins klimatisierte Fitness-Studio zu gehen.

Sie hoffen nun allerdings, dass sich die Bad Windsheimer Stadträte noch einmal einen Ruck geben und sich für den Bau eines vielseitig nutzbaren Tartanplatzes entscheiden. Oder aber den bestehenden Fußballplatz neben dem Calisthenics-Park wieder so herrichten, dass er vernünftig bespielbar ist. Bürgermeister Heckel erklärte, diesen Wunsch sehr wohl auf der Agenda zu haben, „aber entscheiden muss das der Stadtrat“.

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