Das Konzept für den Verkehr der Zukunft in Neuendettelsau | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 14.07.2023 17:38

Das Konzept für den Verkehr der Zukunft in Neuendettelsau

Für die Hauptstraße empfehlen die Planer einen einseitigen Schutzstreifen für Fahrradfahrer. Ob und wie das umzusetzen ist, müsste aber erst im Rahmen einer Planung überprüft werden, wie es im Gemeinderat hieß. (Foto: Florian Schwab)
Für die Hauptstraße empfehlen die Planer einen einseitigen Schutzstreifen für Fahrradfahrer. Ob und wie das umzusetzen ist, müsste aber erst im Rahmen einer Planung überprüft werden, wie es im Gemeinderat hieß. (Foto: Florian Schwab)
Für die Hauptstraße empfehlen die Planer einen einseitigen Schutzstreifen für Fahrradfahrer. Ob und wie das umzusetzen ist, müsste aber erst im Rahmen einer Planung überprüft werden, wie es im Gemeinderat hieß. (Foto: Florian Schwab)

Um die Verhältnisse auf den Straßen Neuendettelsaus zukunftssicher zu gestalten, hat sich die Gemeinde zwei Konzepte erarbeiten lassen – eines für den kompletten Verkehr und eines gesondert für den Radverkehr. Beide hat der Gemeinderat jetzt jeweils einstimmig beschlossen. Die ersten Maßnahmen sollen bis 2025 umgesetzt werden.

Das Planungsbüro PB Consult und das Institut für innovative Städte (i.n.s) haben in den vergangenen Monaten eine Bestandsaufnahme, eine Stärken-und-Schwächen-Analyse und eine Bürgerbeteiligung abgearbeitet. Dabei wurden der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), der Rad- und Fußverkehr sowie der motorisierte Individualverkehr betrachtet. Am Ende ist ein 250 Seiten starkes Gutachten entstanden, das weit über 100 Handlungsempfehlungen enthält.

Tempo 30 in der Hauptstraße derzeit noch nicht möglich

„Es ist ein Konzept, keine fertige Planung“, machte Bürgermeister Christoph Schmoll deutlich. Alle Maßnahmen und Vorschläge müssen zu einem späteren Zeitpunkt konkretisiert werden. Erst dann zeigt sich auch, ob die Empfehlungen umsetzbar sind. Für die Hauptstraße zum Beispiel wurde Tempo 30 vorgeschlagen. Dies ist rechtlich aktuell aber gar nicht möglich.

Zudem ist das Konzept noch nicht endgültig, wie Schmoll weiter ausführte. Die Gemeinde lässt derzeit ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erarbeiten. „Wir werden das Verkehrskonzept an den Ergebnissen von ISEK messen müssen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen.“ Hinzu kommt, dass nicht alle Maßnahmen gleichzeitig abgearbeitet werden können. Stattdessen sollen diese priorisiert und schrittweise umgesetzt werden, sofern es die Kapazitäten und Finanzen der Gemeinde zulassen.

Als Schwächen machten die Fachleute Patrick Gajowsky (PB Consult) und Marian Theuerkauf (i.n.s) unter anderem eine Kfz-orientierte Infrastruktur, fehlende Querungshilfen vor allem auf den Hauptstraßen und fehlende Fahrradbereiche wie Schutzstreifen aus. Auf der Habenseite stehen beispielsweise ein gutes Straßennetz für Autos, ein schöner Kernort mit kurzen Wegen und weitestgehend Tempo 30 fernab der Hauptstraßen.

Radler wieder runter vom Gehweg

Dass viele Gehwege in Neuendettelsau auch für den Radverkehr freigegeben sind, ist den Experten zufolge keine schlechte Idee. Trotzdem plädieren sie dafür, dies zu ändern. „Die Wenigsten wissen, dass das Schrittgeschwindigkeit für die Radler bedeutet“, sagte Theuerkauf. Stattdessen sollten Schutzstreifen auf der Straße installiert werden.

Durch das gesonderte Radverkehrskonzept legen die Verantwortlichen einen gewissen Fokus auf die Radler. Kein Wunder, immerhin ist Neuendettelsau Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) in Bayern. Das Ziel: In Neuendettelsau, das ohnehin schon einen vergleichsweise hohen Fahrradverkehr-Anteil hat, soll das Radeln noch sicherer und einladender werden.

Das Gremium hat nicht nur dem Konzept einhellig zugestimmt, sondern auch erste Maßnahmen auf den Weg gebracht, die noch in diesem Jahr oder dann 2024 und 2025 umgesetzt werden sollen. Darunter sind zum Beispiel Fahrradabstellanlagen mit Platz für Lastenfahrräder im Bereich der Haltestelle Schulzentrum-Novamare und die Anschaffung von Fahrradboxen etwa am Bahnhof.

Hinzu komme eine Querungshilfe, die in der Reuther Straße im Bereich des Sternplatzes eingebaut werden soll. Dabei sollen auch die Bushaltestelle barrierefrei ausgebaut und eine vernünftige Führung des Rad- und Fußverkehrs realisiert werden. Eine weitere Querungshilfe ist für die Heilsbronner Straße vorgesehen. Hier wird ebenfalls die Haltestelle barrierefrei umgebaut.

Neu wird eine Fahrradstraße

Weiterhin sind noch Fahrradpiktogramme und andere Markierungen vorgesehen. Neu für Neuendettelsau wird eine Fahrradstraße sein, die in der Feldstraße vorgesehen ist. „Das ist ein großer Eingriff“, betonte Theuerkauf. Dadurch wird die Straße zu einem reinen Radweg und es gilt Tempo 30. Wichtig: „Die Radler geben das Tempo vor.“


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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