Zu ungewohnter Zeit spielen die Fußball-Frauen des SV Weinberg am Mittwoch, 5. März, um Punkte in der 2. Bundesliga. Um 12 Uhr gastieren sie beim Hamburger SV, gespielt wird auf dem Trainingsplatz am Volksparkstadion in der Uwe-Seeler-Allee in Hamburg.
Der ursprüngliche Austragungstermin dieser Partie am Sonntag, 23. März, wird beansprucht für das Halbfinale im DFB-Pokal, in dem der Hamburger SV auf Erstligist SV Werder Bremen trifft. Obwohl sowohl der HSV als auch Bremen unter Vollprofibedingungen arbeiten, sei eine Ansetzung unter der Woche nicht möglich. Angebliche „Fernsehinteressen“ sprächen dagegen, teilte der DFB mit.
Allerdings hätte der Privatsender Sky, der die Rechte am DFB-Pokalwettbewerb der Frauen besitzt, diese Partie auch unter der Woche übertragen, wie eine Rückfrage der FLZ ergab. Dem SV Weinberg blieb aber gar nichts anderes übrig, als dem Diktat des Deutschen Fußball-Bundes nachzugeben.
Und so machen sich die wackeren Amateurspielerinnen – die meisten hatten kurzfristig von ihren Arbeitgebern zwei Tage Urlaub erhalten – bereits am Faschingsdienstag auf die weite Fahrt (600 Kilometer) in die Hansestadt, um anderntags ausgeruht in die Partie gehen zu können.
Der Hamburger SV mit seinem Sportdirektor Horst Hrubesch peilt nach seinem Aufstieg 2023 den nächsten Schritt, eine Klasse höher zu spielen, an. Die vom jungen Trainer Marwin Bolz (27) betreute Vollprofitruppe belegt derzeit den 5. Platz in der Zweitligatabelle, drei Punkte hinter dem aufstiegsberechtigten 3. Platz, den derzeit der SV Meppen belegt.
In der Heimtabelle steht der HSV auf dem 7. Platz mit 11 Punkten und 16:7 Toren. Seine bisherigen drei Rückrundenspiele verliefen ausgeglichen. Gegen Union Berlin gab es eine 1:2-Niederlage, in Gütersloh gewann man mit 1:0 und in Sand erreichte der HSV ein 1:1. Christin Meyer erzielte mit ihrem 5. Saisontreffer die Führung und ist damit die zweitbeste HSV-Schützin hinter Dana Celine Marquardt, die auf sechs Tore kommt.
Eine schwere Aufgabe wartet also auf den SV Weinberg, der seit sechs Spielen punktlos ist und als Tabellenelfter bedenklich nahe an die Abstiegsplätze gerückt ist. Vier Treffer in den sechs Begegnungen sind eine magere Ausbeute und zeigt, wo den SVW der Schuh drückt.
Seit vergangenen Sonntag hat der SVW zudem mit Torhüterin Franziska Glaser einen Ausfall zu verzeichnen. Sie zog sich im Heimspiel gegen Union Berlin (0:1) einen Bruch des Ellenbogens und der Speiche zu. Die zuverlässige Torfrau wird noch diese Woche operiert, wie lange sie ausfallen wird, muss abgewartet werden. So ist nun ihre Stellvertreterin Celia Steinert gefordert, die gegen Berlin schon gute Aktionen hatte.