Dem aufmerksamen Ansbacher Autofahrer könnte es aufgefallen sein: Am Eingang dreier Ansbacher Ortsteile – Kammerforst, Neuses und Steinersdorf – werden seit einiger Zeit die gelben Ortsschilder vermisst. Das hat durchaus unterschiedliche Gründe, wie sich bei einer FLZ-Nachfrage bei der Verwaltung herausstellte.
Haben wir was verpasst? Hat sich die Straßenverkehrsordnung (StVO) verändert, und werden die Ortsschilder, die dem Verkehrsteilnehmer ja signalisieren, dass ab hier Tempo 50 gilt, nicht mehr gebraucht? Bei der StVO sei alles beim Alten geblieben, versichert Anne Ziegler vom Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters, nachdem sie sich bei den Kollegen des Sachgebiets Straßenverkehrsrecht kundig gemacht hat und klärt auf: Im Falle von Kammerforst ist das Fehlen des Ortsschilds der Sanierung der Urlasstraße geschuldet. Im Zuge der Bauarbeiten sei das Ortsschild abgebaut – und bisher nicht wieder aufgestellt worden.
Das Gleiche, so Ziegler, gelte für das Ortsausgangsschild, wenn man auf der Urlasstraße die Kernstadt Richtung Kammerforst verlasse. Was die kuriose Folge hat, dass man sich auf dem gesamten Weg nach Kammerforst verkehrsrechtlich innerorts befindet und folglich Tempo 50 einzuhalten hat. Die Sanierung der Urlasstraße wurde übrigens Anfang Juni 2022 abgeschlossen, sodass der schilderlose Zustand bereits seit über einem Jahr besteht.
Nicht ganz so lang ist das Ortsschild im Ortsteil Neuses verschwunden. Hier wurde das Schild im Zuge der Sanierung der Rothenburger Straße entfernt. Diese Baumaßnahme wurde Ende Mai 2023 abgeschlossen. So gesehen kann sich die Stadt hier im Vergleich zu Kammerforst noch etwas Zeit lassen.
Richtig spannend wird es beim Ortsschild von Steinersdorf, das seit einiger Zeit ebenfalls verschwunden ist, obwohl dort überhaupt keine Baumaßnahmen stattgefunden haben. Es werden Erinnerungen an den Nachbar-Ortsteil Dornberg wach, wo Unbekannte vor Monaten nächtens das Ortsschild gestohlen haben.
Die Auskunft der Verwaltung: Die Kollegen vom Sachgebiet Straßenverkehrsrecht hätten aufgrund des FLZ-Hinweises die Beschilderung des Ortseingangs aus Richtung Wasserzell überprüft und festgestellt, dass sowohl die Ortstafel als auch der eigentlich fest im Boden verankerte Verkehrszeichenständer verschwunden seien. Beides müsse ersetzt werden, bis dahin werde ein Tempo-50-Schild dafür sorgen, dass im Ort nicht zu schnell gefahren wird. Und auf der Rückseite werde dem Autofahrer mit dem durchgestrichenen Schwarz-Weiß-Schild signalisiert, dass er wieder Gas geben darf.
Wenig später erreicht die FLZ-Redaktion ein neuerlicher Anruf aus dem Geschäftsbereich des OB: Das Ortsschild und der Verkehrszeichenträger sind gefunden worden, ramponiert zwar, aber noch brauchbar. Offenbar habe ein unbekannter Autofahrer das komplette Schild umgefahren und dann in einem Graben entsorgt. Immerhin, hier muss kein neues Schild hergestellt werden, was der Stadt Kosten spart. Schließlich ist das Ortsschild „Steinersdorf – Stadt Ansbach“ mit dem Hinweis auf der Rückseite, dass es hier nach Wasserzell geht, ein Unikat.