Ältere Menschen können sich mit all ihren Anliegen an das Seniorenbüro in Ansbach wenden. Die sechs ehrenamtlichen Mitglieder des Seniorenbeirats der Stadt sind in einem Raum im Tagungszentrum Onoldia tätig. Die Fragen und Sorgen der Senioren bilden dabei ein breites Spektrum. Eines der Anliegen fällt besonders auf.
Über den Eingang zum Kaspar-Hauser-Saal in dem Tagungszentrum gelangen Ratsuchende ins Seniorenbüro. Der Seniorenbeirat zeigt mit zwei festen Terminen in der Woche vor Ort bewusst Präsenz. Viele Senioren seien in Sachen Computer nicht so ausgestattet oder wollten ihre Themen nicht auf den Anrufbeantworter sprechen, sagt Vorsitzende Fritz Heubeck.
„Viele Senioren kommen teils auch mit vertraulichen Themen“, gibt der zweite Vorsitzende Michael Vogel zu bedenken. Die möchten sie unter vier Augen persönlich ansprechen. Über Telefon, E-Mail oder über einen neuen Briefkasten außen können sie allerdings natürlich gleichermaßen Kontakt aufnehmen.
Aber: „Manche tun sich am Telefon auch schwer mit dem Hören und kommen lieber mit dem Bus“, erklärt die Schriftführerin des Beirats, Therese Walter. Sie engagiert sich in dem Büro mit Elisabeth Bady, Herta Egerer, Veronika Hensel, Margot Huber und Harald Riegler.
Teilweise vereinbart Fritz Heubeck sogar Termine außer der Reihe, wenn jemand ein besonderes Anliegen hat, damit „wir nicht in dem Parteiverkehr sind“. Therese Walter wirkt schon seit mehr als 15 Jahren im Seniorenbeirat, wie sie erzählt. „Wenn mich in der Stadt jemand anspricht, sage ich: Kommen Sie doch hierher, und dann können wir alles abhandeln.“
Die Termine besuchen im Jahr im Schnitt 180 Menschen, wie der ehrenamtliche Büroleiter und stellvertretende Sprecher der Arbeitsgruppe (AG) Sicherheit und Verkehr, Harald Riegler, schätzt. 2023 seien gewiss über 500 Telefonate hinzugekommen. „Dann haben wir noch den Anrufbeantworter“, ergänzt Fritz Heubeck. Vieles erreiche das Büro außerdem via E-Mail.
Fritz Heubeck ordnet die Themen „querbeet“ ein, „von der Wohnung über Soziales bis zum schlechten Pflaster und Busanbindungen – oder wenn der Bus nicht fährt“. Die Palette reiche bis zur Pflege, zum Beispiel zu Pflegeplätzen oder zum nötigen Prozedere, fügt Michael Vogel hinzu. Häufig verweise das Seniorenbüro die Menschen jedoch weiter – an zuständige Stellen.
Wichtig findet er insgesamt: „Wir können die Probleme nicht ad hoc lösen, sondern sind eigentlich eine Art Brücke zwischen denen, die ein Anliegen haben, aber nicht wissen, wohin“, und denen, die die Schwierigkeiten beseitigen könnten.
Im Büro fällt ein Phänomen auch nach der Corona-Pandemie auf, in der Kontakte beschränkt waren. Therese Walter meint: „Die Einsamkeit merkt man.“ Gelegentlich kämen Menschen, auf die dies zutrifft. Sie klagten zuweilen, dass die Familie sich nicht mehr kümmere. „Ob das stimmt, können wir ja nicht beurteilen, aber sie brauchen jemanden, bei dem sie es loswerden.“
Wegen Nachzahlungen in Zeiten der Energieknappheit schulte der Leiter des städtischen Amtes für Soziales, Martin Frosch, das Team, wie Fritz Heubeck erinnert. „Einen absoluten Run“ stellte Harald Riegler vor Ort und am Telefon beim Komplex Bürgergeld und Grundsicherung fest – nicht nur aus der Stadt und dem Landkreis Ansbach.
„Wir hatten hier eine Kurzschulung.“ Die Mitarbeiter des Seniorenbüros hätten Martin Frosch zudem stets kontaktieren können. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ist sehr gut, wie Therese Walter betont. Die Arbeit des Pflegestützpunkts der Stadt sei überragend, ergänzt Harald Riegler.
Er geht auch auf Patientenverfügungen und Testamente als Themen ein. Jüngst rief eine Frau mit Schwerbehinderung an, die Schwierigkeiten mit ihrer Parkbescheinigung hat, wie Therese Walter darlegt. Dies habe sie Dr. Bernhard Schmid, dem Sprecher der AG Sicherheit und Verkehr, weitergegeben.
Wie alt muss man eigentlich sein, um sich im Seniorenbüro Hilfe zu suchen? Harald Riegler merkt dazu bloß augenzwinkernd an: „So alt, wie man sich fühlt.“
Geöffnet ist das Seniorenbüro immer dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr. Die Telefonnummer lautet 0981/51237. Außerhalb der Sprechzeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Die E-Mail-Adresse lautet seniorenbeirat@ansbach.de.