Am Ende gab es Standing Ovations und Blumen für das Ensemble: Bei der Premiere von „Dancing Queen“ entführte das Dinkelsbühler Landestheater sein Publikum mit Hits von ABBA in die Musik und den Zeitgeist der 1970er und 1980er Jahre. Beim Start der Sommerfestspiele schwang aber auch etwas Wehmut mit. Es ist die letzte Spielzeit von Intendant Peter Cahn.
Auf der Freilichtbühne im Künßberggarten versetzte das Moderatorenduo „Diether“ und „Iris“ die Premierengäste auf den gefüllten Zuschauerrängen ins Jahr 1974, als die schwedische Popgruppe mit Waterloo den Eurovision Song Contest gewann. Das Publikum ließ sich gerne abholen und klatschte am Dienstagabend beim „großen ABBA-Konzert“ kräftig mit. Dazwischen eingestreute Sketche wie „Das Frühstücksei“ von Loriot oder Werbeblöcke warfen humorig einen Blick auf die damalige Gesellschaft.
Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer zeigte sich beim Empfang im Anschluss an die Aufführung begeistert. „Das war einfach klasse“, sagte er, als er zusammen mit Intendant und Regisseur Peter Cahn vom Balkon des Warnecke-Haues zu den Gästen im Künßberggarten sprach. Das Stadtoberhaupt hob die Leistung der sechs Darstellerinnen und Darsteller sowie all derjenigen, die in die Produktion eingebunden waren, hervor. „Der heutige Abend hat uns berührt“, betonte das Stadtoberhaupt. Denn für all diejenigen, die die damalige Zeit miterlebt hätten, sei die Vorstellung zugleich auch ein Spiegel gewesen.
In seiner Rede dankte Hammer den Unterstützern des Theaters und würdigte die Verdienste des langjährigen Leiters Peter Cahn, der demnächst in den Ruhestand geht. Dieser habe die Bühne vorangebracht und den Ausbau der Infrastruktur mit begleitet. Das Dinkelsbühler Landestheater und die Feuchtwanger Kreuzgangspiele erreichten im Jahr zusammen über 100.000 Menschen. Der OB sprach von zwei Theatern, die sich bestens ergänzten, und wünschte sich für die Festspiele in Dinkelsbühl ein Sommermärchen.
Wie Hammer lobte auch Cahn das Engagement all derjenigen, die hinter den Kulissen und auf der Bühne mitgewirkt haben. Besonders hob er die sechs Darstellerinnen und Darsteller hervor. Diese hätten sich mit einem „irrsinnigen Kraftaufwand“ innerhalb von nur drei Wochen Lieder, Choreographien und die Sketche „draufgeschafft“ und sich in die damalige Zeit versetzt.
Das Landestheater, so Cahn, wolle die Menschen bewegen, ihnen ein positives Gefühl vermitteln und dafür sorgen, dass die Zuschauer am Ende mit einem lachenden Auge nach Hause gingen.