Der Aero-Club Rothenburg feiert sein 75-jähriges Bestehen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 10.07.2025 08:26

Der Aero-Club Rothenburg feiert sein 75-jähriges Bestehen

Der Vorsitzende des Aero-Clubs Rothenburg, Stephan Zorn, freut sich auf das 75. Jubiläum des Vereins, das am Wochenende groß gefeiert wird. (Foto: Evi Lemberger)
Der Vorsitzende des Aero-Clubs Rothenburg, Stephan Zorn, freut sich auf das 75. Jubiläum des Vereins, das am Wochenende groß gefeiert wird. (Foto: Evi Lemberger)
Der Vorsitzende des Aero-Clubs Rothenburg, Stephan Zorn, freut sich auf das 75. Jubiläum des Vereins, das am Wochenende groß gefeiert wird. (Foto: Evi Lemberger)

Der Aero-Club Rothenburg feiert von Freitag, 11. Juli, bis Sonntag, 13. Juli, sein 75-jähriges Bestehen. Neben Kabarett und Party gibt es am Samstag und am Sonntag viele Aktionen, darunter Kunst- und Rundflüge, Flugvorführungen und Fallschirmsprünge.

Für den Verein sind die 75 Jahre ein bedeutsames Jubiläum. Wie der Chronik zu entnehmen ist, hat der Club zahlreiche Höhen und Tiefen erlebt. Doch das Engagement und die Begeisterung seiner Mitglieder hätten ihn zu einem festen Bestandteil der lokalen Gemeinschaft und der Luftfahrt allgemein gemacht.

Lange vor der Gründung des Aero-Clubs wird laut der von Hermann Emmert erstellten Chronik Luftsport betrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden erst heimliche Treffen der Luftsportbegeisterten statt, weil das Fliegen untersagt war. 1950 war es dann so weit. Am 5. Dezember fand die Gründungsversammlung des „Aero-Clubs Rothenburg im Luftsportverband Bayern“ (ACR) statt.

Ein Fluggerät aus der Vorkriegszeit war mit dem reparaturbedürftigen Schulgleiter SG38 noch vorhanden. Zwei Jahre später konnte die inzwischen wieder weitgehend instandgesetzte Maschine einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

Der Verein kauft einen Doppelraab

1954 wurde ein Doppelraab, ein zweisitziges Segelflugzeug, gekauft. Doch wenige Wochen nach dem Jungfernflug passierte ein Unfall mit dem neuen Flugzeug. Die Reparatur, die über zwei Jahre dauerte, brachte den jungen Verein in arge finanzielle Nöte. In dieser Zeit wurde ein neues Fluggelände am Bauerngraben, dem Standort des heutigen Flugplatzes erkundet. Es gelang, dieses zu pachten. Das Fluggelände wurde als Motorflugplatz ausgebaut und im Juni 1962 samt Gebäuden eingeweiht. Noch im gleichen Jahr wurde ein Motorflugzeug angeschafft.

Die 1970er-Jahre bedeuteten für den ACR die Epoche der großen Fortschritte. Allerdings mussten auch Schicksalsschläge verkraftet werden. Die Landebahn wurde befestigt und an Pfingsten 1973 eingeweiht. Gründungsvorsitzender Georg Nörr, der laut Chronik so oft von dieser geträumt hatte, durfte sie nicht mehr erleben. Er war im März 1972 gestorben.

In diesen Jahren begann die Modernisierung des Flugzeugparks. 1974 musste der Verein zwei Abstürze mit tödlichem Ausgang verkraften. 1975 wurde die Asphaltbahn auf 600 Meter verlängert, 1991 auf 800 Meter, 2003 dann auf 1000 Meter.

Moment der Freiheit und Verantwortung

1977 beginnt der heutige Vorsitzende Stephan Zorn mit dem Segelflug, motiviert durch den unerfüllten Lebenstraum seines Vaters. Die Segelflugausbildung begann er mit 14 Jahren, konnte sie aber zunächst nicht abschließen, da andere Interessen in den Vordergrund traten. Später kehrte er zurück und absolvierte eine Motorflugausbildung. Das erste Alleinfliegen beschrieb er im Gespräch mit dieser Redaktion als besonders emotional und prägend – ein Moment der Freiheit und Verantwortung.

Die Begeisterung für das Fliegen begründet sich für ihn in der Kombination aus Freiheit, Technikverständnis und Verantwortung. „Das Tolle am Fliegen ist die Lässigkeit, die Freiheit, die Technik, die dahinter steckt, die wir auch verstehen müssen“, sagt Zorn. Man müsse auch verstehen, dass es nicht ganz ungefährlich sei. „Man kann es aber trotzdem sicher betreiben, wenn man sich an die Regeln hält.“ Das Fliegen ist für ihn nicht nur Hobby, sondern auch ein Mittel zur Entspannung – ob in der Region oder auf Reisen wie nach Zell am See oder Frankreich.

Segel- und Motorflugabteilung

Der Verein zählt laut Zorn derzeit etwa 180 Mitglieder, davon rund 90 Aktive. Viele Mitglieder wohnen weiter entfernt, haben aber enge emotionale oder familiäre Bindungen zu Verein und Stadt. Insgesamt stehen etwa zehn Maschinen zur Verfügung, die online reserviert werden können.

Die Vereinsstruktur ist in eine Segel- und eine Motorflugabteilung unterteilt. Während beim Motorflug eher individuelle Nutzung im Vordergrund steht, basiert der Segelflug nach Zorns Worten stark auf Gemeinschaft und Zusammenarbeit – vom Aufbau bis zum Start. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Flugtag in den 1980er-Jahren mit Kunstflugstaffeln wie den „Red Rovers“.

Jetzt hat sich der ACR auf seinen 75. Geburtstag vorbereitet und sich einiges einfallen lassen. Dazu wünscht sich der Vorsitzende nur noch gutes Flugwetter sowie viele Besucher und Besucherinnen.

Christoph Maul kommt zum Auftakt

Zum Auftakt am morgigen Freitag, 11. Juli, findet ein Kabarettabend mit Christoph Maul statt. Einlass ist ab 18.30, Beginn ist 20 Uhr. Tickets gibt es vor Ort am Tower oder an der Abendkasse. Ein Programm mit Flugvorführungen und Fallschirmsprüngen folgt am Samstag, 12. Juli, von 11 bis 19 Uhr. Ab 20 Uhr spielt die Band „Tough Talk“, bekannt von der Erlanger Bergkirchweih, auf. Am Sonntag, 13. Juli, veranstaltet der ACR von 10 bis 18 Uhr einen weiteren Flugtag. Für das leibliche Wohl ist an beiden Tagen gesorgt.

Weitere Informationen:

www.edfr.de


Von gk
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