Der Frust steigt: Beim Brauhausareal zieht der Rothenburger Stadtrat die Notbremse | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 07.12.2025 17:00

Der Frust steigt: Beim Brauhausareal zieht der Rothenburger Stadtrat die Notbremse

Der Efeu wird sich wohl ungehindert weiter ausbreiten können. Wenn bis Ende März nicht deutlich Bewegung in das Projekt auf dem Rothenburger Brauhausareal kommt, ist der Vertrag mit dem Planer beendet. (Foto: Margit Schwandt)
Der Efeu wird sich wohl ungehindert weiter ausbreiten können. Wenn bis Ende März nicht deutlich Bewegung in das Projekt auf dem Rothenburger Brauhausareal kommt, ist der Vertrag mit dem Planer beendet. (Foto: Margit Schwandt)
Der Efeu wird sich wohl ungehindert weiter ausbreiten können. Wenn bis Ende März nicht deutlich Bewegung in das Projekt auf dem Rothenburger Brauhausareal kommt, ist der Vertrag mit dem Planer beendet. (Foto: Margit Schwandt)

Beim Hotelprojekt auf dem Brauhausareal, das seit mehreren Jahren zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis kommt, hat der Rothenburger Stadtrat die Notbremse gezogen. Jetzt hat der Stadtrat der Firma „Isin+ Co.” eine Frist gesetzt.

Bis zum 31. März 2026 hat der Architekt Cemal Isin mit seinem Aalener Büro noch die Möglichkeit, in die weiteren Schritte des Bebauungsplanverfahrens einzusteigen sowie den Investor und den Betreiber für das Projekt vorzustellen. Gelingt ihm das nicht, so lautet der einstimmige Stadtratsbeschluss: Zusammenarbeit beenden.

Bereits in der Oktobersitzung des Gremiums war deutliche Kritik laut geworden. Denn der Durchbruch ließ weiter auf sich warten. Zwar hatte Isin mit seinem Team ein Betreibermodell für ein Hotel auf dem Brauhaus-Areal vorgestellt, nach wie vor fehlte aber ein Investor. Außerdem hatte er den Projektumfang deutlich abgespeckt.

Beginn des Vorhabens war im Jahr 2019

In den Sitzungsunterlagen war die Historie des Projekts in Rothenburg noch einmal kurz dargestellt: Für die Nutzung des ehemaligen Brauhausareals hatte bereits 2019 ein Investorenangebotsverfahren stattgefunden, das die Firma „Isin+ Co.” gewann. Im Mai 2020 wurde dann der Aufstellungsbeschluss für das vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren gefasst.

Die Planungen änderten sich, sodass drei Jahre später, im Mai 2023, ein Grundsatzbeschluss dafür gefasst und zwei neue Planungsvarianten entwickelt wurden. Ein halbes Jahr später wurde der Aufstellungsbeschluss für die favorisierte Variante gefasst.

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Im März dieses Jahr stellte der Planer erneut ein überarbeitetes Planungskonzept vor – unter anderem deutlich reduzierter und mit einem kleineren Wellnessbereich. Der Stadtrat fasste den dritten Aufstellungsbeschluss. Wieder sechs Monate später gab es erneut neue Planungen, in denen Parkplätze, die „Speiserei” und ein großer Teil der Tagungsräume wegfielen. Dafür hatte Isin einen Betreiber gefunden, was aber immer noch fehlte, war ein Investor.

Suche nach Investor gestaltet sich „sehr schwierig”

In der Hotelbranche einen passenden Geldgeber zu finden, sei seit der Pandemie sehr schwierig, begründete Isin dies bei seinem letzten Besuch im Stadtrat und musste sich harsche Kritik anhören – verlorenes Vertrauen, unzählige Planänderungen und eine „Salamitaktik”, wie die schrittweise Abspeckung des Projekts tituliert wurde. Jetzt haben Stadtrat und Verwaltung die Konsequenzen gezogen und Isin eine Frist gesetzt.

Dabei entschieden sich die Stadtratsmitglieder dafür, die von der Verwaltung vorgeschlagene Zeitspanne bis 30. April 2026 sogar noch um einen Monat zu verkürzen. So soll die Sache noch vor Ablauf der aktuellen Amtszeit des Gremiums Ende April vom Tisch sein.

SPD-Chef Dr. Dr. Günther Strobl hatte vorgeschlagen, den Termin vorzuziehen, und dafür einhellige Zustimmung seiner Stadtratskolleginnen und Stadtratskollegen erhalten. Er schäme sich dafür, dass er Isin geglaubt habe. „Er hat permanent gelogen”, machte er seiner Frustration Luft.

Immer wieder Anlass zur Hoffnung

„Es war eine lange Hängepartie”, kommentierte auch Dr. Wolfgang Scheurer, Fraktionsvorsitzender der CSU, mildert Strobls Aussage allerdings etwas ab. „Der gute Wille war da, große Summen wurden bereits investiert.” Der Stadtrat müsse sich nicht schämen, denn immer wieder habe es begründeten Anlass zur Hoffnung gegeben. Die Vorstellung im Oktober allerdings fand er „nicht mehr akzeptabel”, die Fristsetzung daher notwendig. Dem stimmte Jutta Striffler im Namen der FRV zu.

„Der Auftritt war peinlich, der Betreiber zwiespältig”, meinte auch Susanne Landgraf, die Fraktionsvorsitzende der UR. „Wir waren keine Fans des Vorhabens”, stimmte auch Stefan Stiegele (Grüne) zu. „Wir hätten das Ganze lieber gestern schon abgewickelt.”

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