Das Warten hat ein Ende: Nach rund sechs Monaten Zwangspause darf der Gnadenhof in Schmalenbach wieder öffnen. Die Streitigkeiten mit dem Veterinäramt sind beigelegt. Am Samstag, 17. Februar, ab 11 Uhr öffnet die Freizeitoase in dem Lehrberger Ortsteil ihre Pforten für große und kleine Besucher.
Kathrin Schülein sind die Strapazen anzusehen. Explizit so ausdrücken mag sie das nicht, aber hinter ihr liegen schwierige Monate mit vielen Fragezeichen. Das Veterinäramt hatte ihr im August vergangenen Jahres den Betrieb untersagt, weil die Behörde bei rund einem Dutzend Besuchen Mängel festgestellt hatte und den Gnadenhof für kranke, geschundene und andernorts nicht mehr gewollte Tiere als gewerblichen Streichelzoo eingestuft hatte.
Dafür ist eine Genehmigung nach Paragraf elf des Tierschutzgesetzes erforderlich. Damit will der Gesetzgeber gewährleisten, dass Menschen die Sachkunde für die Tierart besitzen, mit der sie umgehen möchten. Das Verwaltungsgericht Ansbach hatte Schüleins Klage dagegen abgewiesen, die Schließung für rechtens erklärt und ihr wie dem Veterinäramt eine pragmatische Einigung nahegelegt.
Manuel Buck, Tierpfleger des Raubtierasyls in Wallersdorf, verfügt über eine derartige Zulassung und hat die damit verbundenen Verantwortlichkeiten inzwischen für den Gnadenhof übernommen. Schülein, die seit frühester Kindheit mit Tieren zu tun hatte, ist gerade dabei, diese offizielle Zulassung für insgesamt acht bei ihr vertretene Tierarten über verschiedene Prüfungen abzulegen.
Das Leben ist zurück in der Freizeitoase.
Zunächst aber ist sie erst einmal „heilfroh, dass wir wieder aufmachen dürfen“, sagt sie auf Nachfrage der FLZ. Die Erleichterung ist groß. Schon vor der für Samstagvormittag angesetzten Wiedereröffnung gab es für etliche Kinder kein Halten mehr. Überall auf dem Gelände springen kleine Tierfreunde herum, wollen mit anpacken, Tiere füttern und einfach dabei zusehen, wie Esel, Alpakas oder auch Shetland-Ponys miteinander umgehen.
„Wir waren vor der Schließung mindestens einmal in der Woche hier in Schmalenbach“, erzählt Ina Petersen, die ihr Töchterchen Payton kaum zurückhalten konnte, als die Nachricht über die Wiedereröffnung kurz nach der Genehmigung des Veterinäramtes am Donnerstag im Netz verbreitet wurde. „Wir waren damals alle geschockt und haben die Schließung nicht verstanden. Den Tieren geht es doch gut, und die Kinder fühlen sich hier am Gelände auch rundum wohl.“
Nicht wenige Menschen hatten Anteil genommen an der Zwangsschließung und Schülein Hilfe zugesichert, weil die über 50 Tiere schließlich auch in dieser Zeit ohne jegliche Einnahmen mit Futter versorgt und Tierarztrechnungen bezahlt werden mussten. Ein Unterstützerkreis hatte über eine Petition versucht, politischen Druck aufzubauen. Die ÖDP hatte bei der Aktion „Futter statt Böller“ zum Jahreswechsel rund 1200 Euro Spendengelder eingesammelt. Mit einem „ganz, ganz großen Dankeschön“ wandte sich Schülein nun an alle Helfer, die ihr in den zurückliegenden Monaten auch emotional beigestanden hätten.
„Ruhe“ ist deshalb ein Wort, das Schülein in diesen Tagen wohl noch häufiger erleichtert über die Lippen kommt. Die Differenzen mit dem Amt sind beigelegt, nach einer Begehung in der Vorwoche attestierte ihr die Behörde, „die Erlaubnisvoraussetzungen“ nun zu erfüllen. „Es liegen keine Anhaltspunkte vor, die ihre Zuverlässigkeit in Zweifel ziehen.“
Eintritt wird Schülein auch weiter nicht verlangen. Zur Wiedereröffnung am Samstag, 17. Februar, gibt es kalte und warme Freigetränke. Spenden sind allerdings willkommen. Das Wichtigste aber ist für Schülein: „Das Leben ist zurück in der Freizeitoase. Wir können uns mit den Kindern freuen, wie sie die Tiere füttern und beobachten.“