Der Radweg passt doch noch unter die Brücke bei Wiedersbach | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 27.08.2024 06:30

Der Radweg passt doch noch unter die Brücke bei Wiedersbach

Was das Staatliche Bauamt zunächst nicht für möglich hielt, wird nun doch möglich gemacht: Der Radweg an der Staatsstraße 2246 wird mit unter die Bahnunterführung bei Wiedersbach gelegt. (Foto: Wolfgang Grebenhof)
Was das Staatliche Bauamt zunächst nicht für möglich hielt, wird nun doch möglich gemacht: Der Radweg an der Staatsstraße 2246 wird mit unter die Bahnunterführung bei Wiedersbach gelegt. (Foto: Wolfgang Grebenhof)
Was das Staatliche Bauamt zunächst nicht für möglich hielt, wird nun doch möglich gemacht: Der Radweg an der Staatsstraße 2246 wird mit unter die Bahnunterführung bei Wiedersbach gelegt. (Foto: Wolfgang Grebenhof)

Dass sich derzeit Arbeiter mit schwerem Gerät an der Bahnunterführung beim Leutershäuser Stadtteil Wiedersbach zu schaffen machen, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn lange Zeit wehrte sich das Staatliche Bauamt Ansbach erbittert dagegen, den seit Jahren geforderten Radweg unter der Brücke an der Staatsstraße entlang zu führen.

Einen Vorschlag, wie es funktionieren könnte, Straße und Radweg gemeinsam durch das Nadelöhr zu zwängen, hatte Ernst Wachmeier aus Hannenbach, seinerzeit noch Stadtratsmitglied der Freien Wähler, bereits 2018 unterbreitet, also vor mehr als fünf Jahren. Er hatte in einer ähnlichen Situation, zwischen Herrieden und Neunstetten, nachgemessen und festgestellt: Es wird eng, aber es geht.

Es geht nicht, erwiderte das Bauamt: Denn zwischenzeitlich hätten sich die Vorschriften geändert. Und nach den neuen Regeln reiche der Platz, den die Fahrbahn für Radweg und Leitplanke lässt, eben nicht aus.

Die Alternativ-Routen scheiterten

Doch wohin dann mit der ersehnten Fahrradstrecke, die eines schönen Tages Leutershausen und Ansbach durchgehend verbinden soll? Alternativrouten, etwa an der Bahnlinie entlang und durch eine vorhandene Feldweg-Unterführung hindurch, scheiterten allesamt am Grunderwerb. Zudem hätten alle Varianten einen Umweg für die Radler bedeutet.

Zwischenzeitlich hatte das Thema sogar schon den bayerischen Landtag beschäftigt, im Jahr 2019. Zwei Jahre später, Ende 2021, kam dann die erlösende Nachricht aus der Ansbacher Baubehörde: Man habe nun doch eine regelkonforme Lösung gefunden.

Wenn man die Fahrbahn asymmetrisch nach Süden rücke und eine schlanke Leitplanke verwende, könnte die Radlerstrecke gerade so passen, habe eine Voruntersuchung ergeben, verkündete der zuständige Abteilungsleiter Martin Assum dem staunenden Stadtrat. Das entsprach exakt jenem Vorschlag, den Ernst Wachmeier drei Jahre zuvor ins Gespräch gebracht hatte.

Gegenseitige Rücksichtnahme ist nötig

Nun also wird die Staatsstraße leicht nach Süden „verschwenkt“, so der Fachterminus. Der Radweg, der im Norden der Fahrbahn entsteht, wird schmal, aber entsprechend als Engstelle beschildert. Etwas „gegenseitige Rücksichtnahme“ der Verkehrsteilnehmer wäre wohl nötig, meinte Assum seinerzeit. Aber daran soll es nicht scheitern.

Seit Juli ist die Staatsstraße 2246 gesperrt und damit die Verbindung zwischen Ansbach und Leutershausen gekappt – wegen der Bauarbeiten für den Radweg-Abschnitt zwischen Wiedersbach und Hannenbach, der auch eine Überquerungsinsel am Ortseingang bekommt. Im Oktober soll der Verkehr wieder rollen können. Und dann auch endlich, parallel zur Straße, die Radler. Zumindest bis Straßenwirtshaus. Wie es von dort aus weitergeht Richtung Schalkhausen, ist ein weiteres Streitthema.


Wolfgang Grebenhof
Wolfgang Grebenhof
Redakteur in der Lokalredaktion Ansbach seit 1992. Schwerpunktmäßig zuständig für den Raum Leutershausen. Heimatverbunden und weltoffen, regional verwurzelt und global neugierig.
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