Im Ziel klopfte Felix Straub voller Begeisterung mit der rechten Hand auf die Bordwand des Bobs. Da war dem Ansbacher schon klar, dass ihm und seinem Team in St. Moritz ungeachtet des Doping-Wirbels der vergangenen Tage wieder eine starke Leistung geglückt war. Wenig später stand dann der nächste Weltcupsieg fest.
Auf der Naturseisbahn im Engadin setzte sich Pilot Francesco Friedrich mit den Anschiebern Matthias Sommer, Alexander Schüller und Straub mit 0,23 Sekunden Vorsprung gegen die Mannschaft seines deutschen Rivalen Johannes Lochner durch. Auf Rang drei folgte der Brite Brad Hall, der die Friedrich-Truppe unlängst beim Weltcup in Winterberg noch auf Platz zwei verwiesen hatte.
Den Anschiebern gebührte nicht wenig Anteil am Erfolg. „Startzeit?“, lautete die erste Frage aus dem Friedrich-Bob nach dem zweiten Lauf im Ziel. Mal wieder perfekt hätte man antworten können.
Mit jeweils 4,97 Sekunden schaffte das Team aus Sachsen in beiden Läufen Bestzeit beim Anschieben. Derart beschleunigt, steuerte Friedrich im zweiten Lauf zur Bestzeit und machte damit den winzigen Rückstand aus dem ersten Lauf (0,01 Sekunden) gegenüber Lochner wett.
Allergrößten Respekt für die Jungs, die haben ihren Job richtig gut gemacht.
Entsprechend deutlich fiel das Lob des Chefs für die Mannschaft aus: „Allergrößten Respekt für die Jungs, die haben ihren Job richtig gut gemacht“, sagte Friedrich im ZDF. Unter fünf Sekunden blieb kein anderes Team am Start. Für Straub war es der siebte Weltcupsieg.
Mit dem Erfolg in der Schweiz bewies die Friedrich-Mannschaft, dass sie sich von den in der vergangenen Woche aufgekommenen Doping-Vorwürfen nicht aus der Bahn werfen lässt. Der zunächst für St. Moritz nominierte Anschieber Simon Wulff wurde nach einer auffälligen Doping-Probe freigestellt.
Die bei dem ehemaligen Leichtathleten nachgewiesene Stimulanz kommt in Nahrungsergänzungsmitteln vor und ist im Training erlaubt. Die Substanz wird für Schlankmacher, Tees und Nahrungsergänzungsmittel verwendet und wird bei Dopingtests häufig entdeckt.
Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi war die Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle positiv auf das Mittel getestet und daraufhin gesperrt worden.
Wulff war erst zu Saisonbeginn zum Friedrich-Team gestoßen und im Vierer gemeinsam mit Straub in Winterberg im Einsatz.