Frauen in der Feuerwehr sind schon lange keine Seltenheit mehr und dennoch beträgt der Anteil der Kameradinnen im Landkreis Ansbach derzeit nur rund 13 Prozent. Beim Informationsabend für die Feuerwehrfrauen im Landkreis Ansbach in Herrieden befasste man sich besonders mit dem Thema Kinderfeuerwehr.
Geladen hatten Kreisbrandrat Thomas Müller sowie Kreisbrandmeisterin und Frauenbeauftragte Carola Güntner-Hoppe. Seit über 20 Jahren übe sie dieses Amt nun aus und freue sich, dass das Thema Frauen in der Feuerwehr mittlerweile guten Anklang finde. Der verhältnismäßig geringe Anteil an Frauen in der Freiwilligen Feuerwehr liege oft an der Doppelbelastung vieler Frauen, mit Beruf und Kinderpflege oder der Pflege von Familienangehörigen. In ihrer Funktion veranstaltete sie einige Aktionen im vergangenen Jahr. Als Frauenbeauftragte der Feuerwehren trug Güntner-Hoppe beim Blaulichtfrühstück die Anliegen auch an die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf heran. Dort ging es unter anderem um die Möglichkeiten der Kinderbetreuung bei Alarmierungen tagsüber.
Güntner-Hoppe erklärte, dass im Falle einer Schwangerschaft während der Feuerwehrausbildung der Mutterschutz greife und die Ausbildung danach nahtlos weitergeführt werden könne.
Kreisbrandrat Müller betonte, dass es hauptsächlich den Frauen zu verdanken sei, dass die Zahlen der aktiven Feuerwehrleute im Landkreis Ansbach seit 20 Jahren stabil bleiben. Schade sei jedoch, dass 78 der insgesamt 297 Feuerwehren im Landkreis noch immer keine Frauen im aktiven Dienst haben. Auch in der Führungsriege gebe es Ausbaupotenzial für weibliche Kräfte. So gibt es derzeit drei Kommandantinnen im Landkreis. Die Anforderungen steigen immer weiter. Pro Tag gebe es durchschnittlich 8,5 Einsätze. Das heißt, dass alle drei Stunden mindestens eine Wehr im Kreis Ansbach ausrücken muss, sagte Müller.
Nachwuchs erhoffen sich die Führungskräfte durch die steigende Anzahl an Kinderwehren. 34 gebe es bereits im Landkreis, an denen rund 600 Kinder teilnehmen, erklärte die Kinderfeuerwehrbeauftragte Tanja Schmitt. Seit einer Gesetzesänderung dürfen nun unter Zwölfjährige zu den aktiven Mitgliedern gezählt werden, auch wenn die Jüngsten nicht mit gefährlicher Ausrüstung arbeiten dürfen.
Hier gelte es eine Balance zu finden, um die Kinder zwar bei Laune zu halten, aber nicht zu überfordern und ihnen Raum für andere Hobbys zu geben, sagte Kreisjugendfeuerwehrwart Ralf Bitter.
Die Gründung einer Kinderfeuerwehr bedarf einer vorherigen Zustimmung des Gemeinderates und sei auch ohne vorhandene Jugendwehr möglich und sinnvoll. Weitere Infos für bestehende Kinderwehren und interessierte Wehren, die überlegen eine zu gründen, bietet eine Veranstaltung am 5. November in Dietenhofen.
Abschließend wies Güntner-Hoppe die anwesenden Frauen auf die richtige Trageweise des Dienstanzuges hin und bat darum, als Vorbild zu fungieren, um die Feuerwehr als Frau bei festlichen Anlässen würdig zu repräsentieren. Das Thema Frauen in der Feuerwehr brauche viel Zeit zur Akzeptanz, die Voraussetzungen seien jedoch alle geschaffen – seien es virtuelle Trainingsmöglichkeiten via VR-Brille oder ein 20-köpfiges Team, das im Landkreis für die psychosoziale Notfallversorgung von Einsatzkräften zur Verfügung steht.