Die neu gebaute Grundschule Schalkhausen ist gerade einmal ein gutes Jahr in Betrieb, schon kann Schulleiterin Angela Zwerner im Eingangsbereich eine neue Plakette anbringen lassen. Die Grundschule darf sich ab sofort „Naturpark-Schule“ nennen. Lernaktionen mit Naturpark-Rangern und anderen Naturpark-Partnern sollen fest in den Unterrichtsplänen verankert werden.
Urkunde und Plakette wurden am Donnerstag im Rahmen einer kleinen Feierstunde von der Naturpark-Vorsitzenden und Lehrberger Bürgermeisterin Renate Hans sowie vom stellvertretenden Geschäftsführer und Ranger Benjamin Krauthahn übergeben. „He ho, spann den Wagen an, holt die goldenen Gaben“, sangen die Kinder zu Beginn der Feier. Und Schulleiterin Angela Zwerner erzählte, man habe bereits viele „tolle Aktionen mit Benny Krauthahn in der Natur“ unternommen. Der weite Blick durch die großen Fensterflächen des modernen Schulhauses in die Landschaft lädt dazu auch geradezu ein.
Aus einer lockeren Zusammenarbeit mit dem Naturpark wird jetzt eine feste Kooperation. Schule und Naturpark verpflichten sich, jede Klasse jedes Schuljahr mindestens einmal zu den passenden Themen in die nahe Natur zu bringen.
„Wir wollen mit den Kindern raus in die Natur“, sagte Renate Hans. Schalkhausen sei erst die dritte Schule in den 42 Naturpark-Gemeinden, die sich „Naturpark-Schule“ nennen darf. Die beiden anderen sind die Grundschulen in Oberdachstetten und Neuhof/Zenn (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim).
„Unterricht ganz anders“ wolle man machen, so Renate Hans. Der Naturpark Frankenhöhe bietet zahlreiche Lernaktionen für Schulklassen an. Mit Rangern und ihren Partnern lernen die Kinder Streuobstwiesen, Wald, Gewässer und Wiesen kennen. Mit Becherlupen werden Insekten oder Pflanzen erkundet, und die Kinder lernen die Zusammenhänge zwischen den Lebensräumen der Frankenhöhe kennen. Klar werden dabei auch mal die Hände oder die Hosen dreckig. Bei den „Draußen-Aktionen sollen auch außerschulische Partner wie Forstämter, Handwerker, Vereine oder Naturschutzverbände eingebunden und so der Blick über den schulischen Tellerrand geworfen werden.
Das alles kostet natürlich Geld. Die Kosten übernimmt zu 80 Prozent der Naturpark Frankenhöhe. Und der durfte sich gestern über eine großzügige Spende der Sparkasse freuen. Vorstand Stefan Fink überreichte 10.000 Euro, die aus der neuen Sparkassen-Stiftung „Nachhaltige Heimat – die Zukunftststiftung der Sparkasse Ansbach“ stammen. Schalkhausen sei „ein gutes Vorbild für Nachahmer“, erklärte Fink, der sich an den eigenen Heimatkunde-Unterricht als Kind erinnert fühlte.
Renate Hans betonte, dass „jeder Euro, der gespendet wird, in die Bildung unserer Kinder geht“. Das Geld ermögliche, zusätzlich zum normalen Untericht „das eine oder andere mehr zu machen“. Und ja, es seien in diesem Jahr eine Reihe weiterer „Naturpark-Schulen“ in der Pipeline.
Der Naturpark Frankenhöhe umfasst 1100 Quadratkilometer im westlichen Mittelfranken mit Teilen der Landkreise Ansbach und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim sowie Teilen der Stadt Ansbach. Insgesamt sind 42 Gemeinden hier beheimatet. Rund 76,5 Hektar sind als Landschafts-Schutzgebiet ausgewiesen. Außerdem befinden sich hier neun Naturschutzgebiete. Der Naturpark ist eines der sonnenreichsten Gebiete im süddeutschen Raum.