Die Hofmetzgerei Hülf schlachtet vor Ort, aber im Hänger | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 01.02.2023 20:25

Die Hofmetzgerei Hülf schlachtet vor Ort, aber im Hänger

Ein Blick in das Spezialfahrzeug, in dem die Rinder im Herkunftsbetrieb betäubt und entblutet werden. (Foto: Fritz Arnold)
Ein Blick in das Spezialfahrzeug, in dem die Rinder im Herkunftsbetrieb betäubt und entblutet werden. (Foto: Fritz Arnold)
Ein Blick in das Spezialfahrzeug, in dem die Rinder im Herkunftsbetrieb betäubt und entblutet werden. (Foto: Fritz Arnold)

„Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ – das war einst eine Werbebotschaft aus den Schlachtbetrieben. Doch inzwischen wird zunehmend der Verzicht auf Fleisch beworben – wegen des Tierschutzes und des Klimawandels. Doch es gibt auch einen Mittelweg zwischen diesen Extremen. Die Hofmetzgerei von Michael Hülf in Unteraltenbernheim macht es vor.

Kleine Hofmetzgereien bieten Fleischwaren an, die nicht von den Bändern der Großschlachthöfe kommen. Weil das Fleisch, wie früher, warm verarbeitet wird, werden keine Konservierungsmittel oder kaum Zusatzstoffe benötigt.

Mit 18 Jahren schon Meister

Die Hofmetzgerei von Michael Hülf in Unteraltenbernheim am Oberlauf der Zenn hat sich aus kleinsten Anfängen entwickelt. Vater Hans Hülf war neben seiner Landwirtschaft als Hausmetzger tätig, was heute aufgrund der gesetzlichen Vorschriften kaum noch üblich ist. Sohn Michael war oft dabei, lernte in anderen Metzgereien das Handwerk und konnte sich schon mit 18 Jahren Metzgermeister nennen. Wegen der inzwischen gut laufenden Direktvermarktung arbeitete er erst Teilzeit, um sich dann ganz der eigenen Selbstständigkeit zu widmen.

Seine Markenzeichen sind ein schonender Umgang mit den Tieren und eine Wurstherstellung aus noch warmem Fleisch. Einem Bullen, der alle zwei Wochen benötigt und geschlachtet wird, werden Aufregung und Stress am Lebensende erspart.

Für die „teilmobile Schlachtung“ auf dem Herkunftsbetrieb des Rindes, hat sich die Familie nach eigenen Plänen einen Hänger bauen lassen. Darin wird das Tier betäubt und entblutet, um es dann heim zum Zerlege-Raum zu transportieren. Der Vorgang im mobilen Schlachtanhänger wird sogar per Video aufgezeichnet, so dass der Kunde auf Wunsch sehen kann, wie sein Fleisch erzeugt wird.

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Die Schlachtung der fünf bis acht Schweine pro Woche erfolgt laut Michael Hülf erst, wenn diese jeweils ein Gewicht von 130 bis 150 Kilogramm erreicht haben. Bei der Einzeltierschlachtung wird immer nur ein Schwein im Schlachthaus bearbeitet. So müsse kein anderes Tier mit ansehen, wie ein Artgenosse geschlachtet wird.

Der „Verkaufsschlager“ der Hofmetzgerei Hülf ist die Warmwurstherstellung, die es ermöglicht, auf Zusatzstoffe zu verzichten. Die fränkischen Bratwürste von Hülf haben offenbar einen guten Ruf: Besucher des Freilandmuseums, die die Würste dort kennenlernten, ordern diese nun online bis nach Hamburg. Zum Sortiment gehören auch zehn verschiedene Salamiarten, davon vier luftgetrocknete Sorten.

Eigene Gewürzmischungen

Beim Handwerksbetrieb Hülf wird pökelsalzreduziert und mit eigenen Gewürzmischungen gearbeitet. Selten kommen Lohnschlachtungen von Schafen, und die Herstellung von Reh- und Wildschweinbratwürsten hinzu. Aus einem Verkaufswagen heraus bedient Ehefrau Tina Hülf die Kunden aus Unteraltenbernheim und Umgebung.


Von Fritz Arnold
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