Rolle rückwärts bei den Gebühren für die Ferienbetreuung in Windsbach: Nach teils heftigen Reaktionen haben Verwaltung und Stadtrat gemeinsam beschlossen, die Erhöhung der Beiträge abzumildern. Unter dem Strich wird die Betreuung der Kinder aber dennoch teurer als bisher.
Im Mai hatte der Stadtrat beschlossen, die Gebühren für die Ferienbetreuung in der Offenen Ganztagsschule von 20 auf 100 Euro zu erhöhen. Die Erhöhung sollte ab dem 1. September greifen. Im Juni wurde der Beschluss dahingehend überarbeitet, dass die neuen Beiträge schon ab den diesjährigen Sommerferien gelten sollen.
Die Verfünffachung der Beiträge und die Kurzfristigkeit der Erhöhung brachte viele Eltern auf die Palme und sorgte im Rathaus für einige verärgerte Anrufe. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass auch einige sich gemeldet haben und Verständnis für die Maßnahme zeigten.
Nach zahlreichen Elterngesprächen kamen die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Familien, Jugend, Senioren und Sport vor Kurzem zu dem Schluss, dass man etwas zurückrudern muss. Hinzu kommt, dass es neue Rahmenbedingungen gibt. Soll bedeuten: Vom Freistaat Bayern fließen ab dem kommenden Jahr beziehungsweise ab dem Schuljahr 2026/27 höhere Förderungen, wie es im Ausschuss und im Stadtrat hieß.
Aufgrund einer Empfehlung des Ausschusses hat der Stadtrat jetzt beschlossen, die Gebühren für die Ferienbetreuung an der Grund- und Mittelschule auf 50 Euro pro Woche ab den Sommerferien und auf 75 Euro pro Woche ab dem 1. Januar 2025 zu erhöhen.
Wie sich dadurch das Defizit verändert, wolle man weiter beobachten, betonte Bürgermeister Matthias Seitz (SPD) im Ausschuss. Friedrich Schwarz (CSU) erinnerte daran, dass man im Ausschuss über eine automatische Steigerung, ähnlich wie bei den Kindergartenbeiträgen, nachgedacht habe. Davor warnte zum jetzigen Zeitpunkt aber unter anderem Norbert Kleinöder (Umland). Für die Eltern sei die Planungssicherheit wichtig, „Bei einem Automatismus wäre ich jetzt vorsichtig.“
Mit der saftigen Erhöhung wollten Verwaltung und Stadtrat kein Luxusprojekt finanzieren. Es geht darum, die jährlichen Defizite zu verringern. „420.000 Euro Defizit pro Jahr verträgt unser Haushalt einfach nicht“, betonte Bürgermeister Matthias Seitz bereits im Mai.
Wie sich das Defizit über die Jahre entwickelt hat, bekamen die Stadträte vor Kurzem im Ausschuss für Bildung, Familien, Jugend, Senioren und Sport erörtert. Demnach ist das Defizit von rund 106.000 Euro im Jahr 2018 bis auf rund 404.000 Euro im vergangenen Jahr angewachsen. Bei den 420.000 Euro handelt es sich um eine Prognose für 2025, wenn an den Beiträgen nichts verändert worden wäre. Das Defizit hat auch damit zu tun, was im Offenen Ganztag geleistet wird.
Die gesetzlich geforderte Leistung beträgt 722 Stunden im Jahr, in Windsbach kommt man auf 1617,5 Stunden. Unter dem Strich sind das 895,5 Stunden pro Jahr, die in Windsbach als freiwilliges Angebot laufen, die ohne staatliche Förderungen laufen und damit aus dem Haushalt getragen werden.