Die Linken haben sich für die Kommunalwahlen 2026 aufgestellt. Sie nominierten für den Kreistag, den Stadtrat und den Bürgermeisterposten in Neustadt sowie für den Marktbergeler und Obernzenner Gemeinderat. Die Mitglieder setzen dabei verstärkt auf Frauen und jüngere Bewerberinnen und Bewerber.
So wundert es wenig, dass die Spitzenkandidatin für den Kreistag eine Frau ist: Chiara Kunze, 27 Jahre alt, Finanzbuchhalterin aus Neustadt. Der Neustädter Bürgermeisterkandidat Andre Hufnagel findet sich für den Kreistag auf Listenplatz zehn. Für die Liste beschloss die Partei, Frauen und Männer jeweils abzuwechseln.
Das gelang erstaunlich gut, da nur wenige Männer mehr kandidieren wollten als Frauen. Nein, mit einer vorbereiteten Liste gingen die Linken nicht in die Versammlung im Neustädter Schützenhaus, die vom Kreisverband Fürth/Neustadt-Bad Windsheim organisiert wurde. Sie stellten diese sozusagen „live” auf und debattierten entsprechend ausführlich über Namen und Plätze.
Auf den bevorstehenden Wahlkampf stimmte der bayerische Landesvorsitzende Martin Bauhof ein. In seiner Rede betonte er: „Wir sind die Partei der Mieterinnen und Mieter.” Bezahlbarer Wohnraum bleibe ein politischer Schwerpunkt der Linken. Ein weiteres zentrales Thema der Versammlung war der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), den man weit oben auf die Agenda gesetzt hat: „Die Linke will sich im Landkreis dafür einsetzen, dass Bus- und Bahnverbindungen verbessert und für alle erschwinglich werden.”
Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit geht bei der Linkspartei nur Hand in Hand – nachhaltige Politik müsse immer beides leisten: ökologische Verantwortung und soziale Fairness. Zudem wurde die Bedeutung der örtlichen Jugendhilfe hervorgehoben: „Der örtliche Träger braucht dringend mehr personelle und finanzielle Unterstützung.” Auch die Stärkung des Frauennotrufs im Landkreis sei notwendig – aktuell fehle beispielsweise ein Frauenhaus in der Region, wurde in der Versammlung betont.
Einen weiteren Grund für die Kandidaturen der Linken lieferte Kathrin Stubert (Listenplatz elf) gleich mit: „Es ist alles ein bisschen einseitig hier politisch.” Entsprechend „wollte ich, dass alles ein bisschen bunter wird” – eine Möglichkeit, „dass die Leute auch etwas anderes zum Wählen haben”.
Die Linken nominierten modern mit einer App auf dem Smartphone. 21 Stimmberechtigte hatten sich im Schützenhaus eingefunden und votierten schließlich einstimmig für die Liste. Auch die Mehrung – um die 60 Plätze auf der Kreistagsliste vollzumachen, wird jeder Name dreimal auf der Liste stehen – wurde ohne Gegenstimme beschlossen. Mit Sascha Nurnus (48, Industriemechaniker), Jörg Dossler (51, Logistiker) und Celine Metje (22, arbeitssuchend) stehen sogar drei Ersatzdelegierte bereit.
1. Chiara Kunze (27 Jahre, Finanzbuchhalterin, Neustadt)
2. Hendrik Müller (27, Softwareentwickler, Neustadt)
3. Maria Streit (35, Erzieherin, Gutenstetten)
4. Christian Dähre (53, Verwaltungsfachangestellter, Obernzenn)
5. Anne Tietze (19, Schülerin, Gerhardshofen)
6. Johannes Betz (26, Schuhentwickler, Diespeck)
7. Anja Momberg (42, Servicekraft, Marktbergel)
8. Nicolai Gröner (45, Augenoptikmeister, Neustadt)
9. Dorothea Bell (59, Medizinische Fachangestellte, Wilhelmsdorf)
10. Andre Hufnagel (21, Student, Neustadt)
11. Kathrin Stubert (45, Ergotherapeutin, Münchsteinach)
12. Daniel Schulz (48, Schausteller, Ipsheim)
13. Tanja Schmitt (38, Brauerin und Mälzerin, Emskirchen)
14. Axel Müller (45, Pädagogische Fachkraft, Marktbergel)
15. Diana Nurnus (45, Angestellte, Marktbergel)
16. Philipp Momberg-Hauck (43, Diplom-Pädagoge, Marktbergel)
17. Linda Keuerleber (59, Bürosachbearbeiterin, Obernzenn)
18. Armin Höhn (59, Diplom-Designer, Bad Windsheim)
19. Martin Keuerleber (22, Student, Obernzenn)
20. Michael Roßkopf (48, Konstrukteur Maschinenbau, Marktbergel)
Die Altersangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt der Kommunalwahl am 8. März 2026.