Als Edeltraut Merker und Heinrich Krill zum Jahreswechsel nach Jahrzehnten die Leitung der Ansbacher Tafel niederlegten, ging eine Ära zu Ende. Wie würde es weitergehen mit dem ökumenischen Projekt, das gemeinsam von Caritas und Diakonie getragen wird? Die Lösung: Die Aufgaben werden auf mehr Schultern verteilt.
Ein Team von vier Ehrenamtlichen hat sich jetzt zur Aufgabe gemacht, die Arbeit der beiden Träger des Ansbacher Stadtsiegels weiterzuführen: Sylvia Frauenschläger, Wilhelm Grypa, Alexander Tan und Armin Schöbel wollen dafür sorgen, dass Bedürftige sich weiterhin in der Karolinenstraße 29 mit Lebensmitteln versorgen können. Sonja Gruber von der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit begleitet das Quartett vorerst mit sechs Wochenstunden.
Anfang der 1990-er Jahre hatte Edeltraut Merker zusammen mit Hildegard Nefzger die Tafel aus der Taufe gehoben. Und obwohl sie bereits 84 Jahre alt war, hatte Edeltraut Merker das Projekt weiter geleitet. Noch Ende 2024 hatte die FLZ berichtet, man sehe ihr das Alter nicht an, und die Arbeit bei der Tafel halte sie offenbar munter. Tragisch: Nur wenige Wochen, nachdem sie die Leitung der Tafel niedergelegt hat, ist Edeltraut Merker verstorben.
Für sie und Heinrich Krill war die Tafel ein Fulltime-Job, den man einem Ehrenamtlichen eigentlich nicht zumuten kann. Doch inzwischen arbeiten die rund 40 ehrenamtlichen Mitarbeiter am Limit, wie Diakonie-Geschäftsführer Pfarrer Martin Reutter verdeutlicht: „Die Helfer arbeiten samstags bis zu zehn Stunden.” Bis zu 500 Bedürftige, die sich zuvor bei der Caritas oder bei der Diakonie einen Berechtigungsschein besorgt haben, kommen dann, um sich für die nächste Woche zu versorgen.
Die insgesamt rund 40 Mitarbeiter sind nahezu jeden Samstag im Dienst, denn da findet von 12 bis 15 Uhr die Lebensmittel-Ausgabe statt. Vormittags werden die Lebensmittel sortiert und die Regale eingeräumt. Die Fahrer sind auf Tour, um die Spenden von den Supermärkten abzuholen.
Die meisten Ehrenamtlichen bei der Tafel sind älter als 65 Jahre. Da kommt es natürlich altersbedingt immer wieder zu Ausfällen. „Wir brauchen dringend mehr Helferinnen und Helfer”, sagt Martin Reutter.
Hilfe werde in verschiedenen Bereichen benötigt, verdeutlicht Christiane Halenke, die beim Diakonischen Werk für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Gesucht werden Fahrer und Beifahrer, die die Lebensmittelspenden abholen, Helfer, die die Ware sortieren und an die Kunden und Kundinnen ausgeben. Es braucht aber auch Engagierte fürs Fundraising, für die Öffentlichkeitsarbeit, zum Organisieren von Projekten und Veranstaltungen oder für die Koordination der Freiwilligen.
Martin Reutter möchte dahin kommen, dass nicht mehr immer dieselben am Samstag Dienst tun. Die Idee dahinter: Wenn sich niemand verpflichtet fühlt, jede Woche mit anzupacken, melden sich vielleicht auch Jüngere. Interessierte, die helfen wollen, können nach telefonischer Anmeldung unter der Nummer 0981/969060 auch zum Schnuppern vorbeischauen.
Die Diakonie Ansbach sucht darüber hinaus auch Menschen, die sich in der Wärmestube direkt nebenan beim Bekochen und Versorgen Bedürftiger engagieren wollen. Nähere Informationen gibt es bei Christiane Behlert, Telefon 0981/9690646.