Die Waldkicker von der U10 des SC Dietersheim glänzen auch neben dem Platz | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 14.10.2025 07:00

Die Waldkicker von der U10 des SC Dietersheim glänzen auch neben dem Platz

Büchertaschen, Spielsachen und Kleidung: Der BRK-Laden in Neustadt freute sich über die Aktion der „Waldkicker” aus Dietersheim, die neben dem Spaß am Fußball auch auf die Umwelt und soziale Themen achten. (Foto: Ulli Ganter)
Büchertaschen, Spielsachen und Kleidung: Der BRK-Laden in Neustadt freute sich über die Aktion der „Waldkicker” aus Dietersheim, die neben dem Spaß am Fußball auch auf die Umwelt und soziale Themen achten. (Foto: Ulli Ganter)
Büchertaschen, Spielsachen und Kleidung: Der BRK-Laden in Neustadt freute sich über die Aktion der „Waldkicker” aus Dietersheim, die neben dem Spaß am Fußball auch auf die Umwelt und soziale Themen achten. (Foto: Ulli Ganter)

Die unter Zehnjährigen (U10) des SC Dietersheim sind Waldkicker. Das ist ein Titel, der hart (und auch mit Spaß) auf und neben dem Platz erarbeitet sein will. Der Anspruch ist hoch: Es geht um nicht mehr und nicht weniger darum, das nachhaltigste Fußballteam Deutschlands zu werden.

Mit einigen Tüten und Kartons bepackt stehen einige der Teammitglieder vor dem Rotkreuz-Laden in Neustadt, in dem gut erhaltene Secondhand-Waren verkauft werden. Sie haben ihre Kinderzimmer und ihre Kleiderschränke ausgemistet und einiges entdeckt, das gut in Schuss ist, aus dem sie aber bereits herausgewachsen sind.

Das wird jetzt dem Laden übergeben – sehr zur Freude von Simone Hayek, die beim Roten Kreuz (BRK) die Abteilung soziale Dienste leitet. „Gerade Kindersachen sind bei uns immer sehr begehrt”, freut sie sich. Der BRK-Laden, der mit seiner ansprechenden Aufmachung und strengen Qualitätskontrolle sehr beliebt bei der Kundschaft sei, ist bereits seit 15 Jahren in Neustadt am Start und erfüllt damit neben dem sozialen – günstige Kleidung – auch einen ökologischen Zweck, indem es die Nutzungsdauer von vielen Dingen verlängert.

Begleitet werden die jungen Kicker von ein paar Müttern und einem Vater. Denn ohne die Eltern geht nichts bei den Waldkickern. Der Anstoß kam von Trainer Thomas Billmann, aber die vielen Aufgaben lassen sich nur bewältigen, wenn die Mamas und Papas sich engagieren.

In Deutschland sind 50 Teams dabei

Aber was sind eigentlich „Waldkicker”? Es handelt sich um ein Projekt, an dem jährlich 50 Mannschaften teilnehmen können. Bei vielen Aktionen können sie nachweisen, wie nachhaltig sie unterwegs sind, und dadurch Punkte sammeln: Das geht vom Müllsammeln übers Baumpflanzen, einem Videodreh zum Thema „Respekt auf dem Platz und im Alltag” zum Basteln von Vasen aus kaputten Fußbällen für Pflegeheimbewohner und -bewohnerinnen, vom Benefiz-Waffelbacken bis zum Treffen mit einem Förster oder einer Försterin.

Viele der Aktionen haben direkt mit dem Fußball zu tun: Die Waldkicker-Teams werden animiert, bei den Spielen Mehrwegflaschen statt Einwegflaschen zu benutzen, Fahrgemeinschaften zum Spiel oder Traning zu gründen oder gleich zu Fuß, mit dem Rad oder Zug unterwegs zu sein. Bei all dem lassen sich Punkte ergattern.

Die erfolgreichsten Teams werden am Ende der Saison, die gerade erst im September begonnen hat, zur Waldkickermeisterschaft bei einem Bundesligisten eingeladen. Der SC Dietersheim liegt im Moment mit 20 Punkten im Mittelfeld. Doch mit der Warenübergabe an den BRK-Laden in Neustadt sind die nächsten Punkte schon gesichert.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
north