Die Wiederbelebung der Bahnstrecke bei Dinkelsbühl bleibt kompliziert | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 19.02.2025 19:42

Die Wiederbelebung der Bahnstrecke bei Dinkelsbühl bleibt kompliziert

In Wilburgstetten wäre im Falle der Bahnreaktivierung Endstation. Dass eine Durchbindung nach Nördlingen sinnvoll wäre, steht für den Dinkelsbühler Stadtrat außer Frage. (Foto: Martina Haas)
In Wilburgstetten wäre im Falle der Bahnreaktivierung Endstation. Dass eine Durchbindung nach Nördlingen sinnvoll wäre, steht für den Dinkelsbühler Stadtrat außer Frage. (Foto: Martina Haas)
In Wilburgstetten wäre im Falle der Bahnreaktivierung Endstation. Dass eine Durchbindung nach Nördlingen sinnvoll wäre, steht für den Dinkelsbühler Stadtrat außer Frage. (Foto: Martina Haas)

Die Bahn hat in Dinkelsbühl mittlerweile ziemlich Verspätung. Trotzdem ist der Stadtrat zuversichtlich, dass in absehbarer Zeit ein Zug kommen wird. In der Sitzung am Dienstag gab es zu dem Vorhaben einen Sachstandsbericht.

Ende 2022 war Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer bei der Wiederaufnahme des Schienenpersonennahverkehrs von Ende 2027 ausgegangen. Im April desselben Jahres hatte er für die Reaktivierung sogar das Jahr 2025 genannt. Heute hofft er, dass im Laufe dieses Jahres die Planung für das Reaktivierungsprojekt abgeschlossen sein wird. 2027 soll das Vorhaben dann in die Ausschreibungsphase gehen, wie der Stadtrat informiert wurde.

Ob das so laufen kann, hängt momentan an der Kosten-Nutzen-Analyse, die bis Ende des ersten Halbjahres vorliegen soll. Dabei wird der Investition, die bei gut 49 Millionen Euro liegt, der volkswirtschaftliche Nutzen gegenübergestellt. Das erläuterte Geschäftsführer Heino Seeger von der Mittelfränkischen Eisenbahngesellschaft (MEBG) als Infrastrukturbetreiber der Bahnlinie dem Gremium. Er ergänzte, dass es sich um ein kompliziertes Verfahren handele.

Die Analyse muss passen

Wenn das Ergebnis der Analyse bei „1,0 plus X“ liegt, wie sich OB Hammer ausdrückte, dann habe der Bund die Finanzierung des Vorhabens zugesagt, wie Seeger erläuterte. Diese Förderzusage sei Geld wert, meinte der Geschäftsführer, denn damit könne die MEBG zu den Banken gehen. Denn die Gesellschaft sei eine GmbH ohne eigenes Kapital.

OB Hammer rechnete dem Gremium vor, dass von den geschätzten Kosten 9,542 Millionen Euro für den Bau der Kreuzungen abgezogen werden müssten, dafür sei der Freistaat Bayern zuständig. Damit würden für die MEBG 39 Millionen Euro übrig bleiben, die es zu finanzieren gelte. Nach Abzug der Zuschüsse würde ein Rest von vier Millionen Euro verbleiben, der aber über die 15-jährige Bestellgarantie des Freistaats abgesichert sei, erklärte Seeger weiter. „Das ist die Sicherheit für die Banken.“ Das ganze Verfahren sei mit Bund und Freistaat abgestimmt.

Dieselfahrzeuge nicht mehr erwünscht

Dass die Kosten-Nutzen-Analyse ein zweites Mal gerechnet werden müsse, liegt an einer Änderung des Verfahrens durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Schienenpersonennahverkehr in Bayern im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert. Die BEG hat die Aufgabe, diese staatlichen Mittel möglichst effizient einzusetzen. Dieselfahrzeuge seien von der BEG nicht mehr gewünscht gewesen, erläuterte MEBG-Geschäftsführer Seeger.

Alternativen, die jetzt berechnet würden, wären mit Wasserstoff betriebene Züge, doch sei hier die Technik noch nicht so weit, oder batterieelektrische Fahrzeuge. Diese Variante werde jetzt gerechnet, doch sei diese Antriebsart teurer und komplizierter, fügte er seinen Ausführungen hinzu. Der OB ist ebenso optimistisch wie Seeger. Jetzt würden die Mehrkosten gegengerechnet, dafür fielen die Negativpunkte wegen der Dieselfahrzeuge weg. „Alle gehen davon aus, dass es eine positive Rückmeldung gibt“, stellte der Rathauschef fest.

Die Mittel sind beim Ministerium reserviert

Wenn die Analyse mit dem gewünschten Ergebnis vorliege, könne das Projekt weitergehen. „Die Mittel sind beim Bundesverkehrsministerium reserviert“, sagte Hammer in der Sitzung.

Nachfragen aus dem Gremium gab es zum Zustand der Strecke und zum ökologischen Ausgleich. Beides sei in den Griff zu kriegen, versicherte Seeger. „Es gibt keine unüberwindlichen Probleme.“

Thema war auch eine mögliche Weiterführung der Strecke nach Nördlingen. Seeger war sich sicher, dass „irgendwann der Nachbarlandkreis auf den Geschmack kommen“ werde. Einig war sich das Gremium, dass die Chance der Reaktivierung auf jeden Fall ergriffen werden solle.

north