Diesel für 2,97 Euro: Wie stark senkt der Tankrabatt die Spritpreise in der Region? | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 19.09.2026 12:06

Diesel für 2,97 Euro: Wie stark senkt der Tankrabatt die Spritpreise in der Region?

Erst Putins Krieg in der Ukraine, dann Trumps Iran-Krieg, dann die Huthi-Miliz, die noch eine strategische Meerenge besetzt: Wer auf fossile Kraftstoffe angewiesen ist, erlebt seit 2022 sein blaues Wunder. Dem derzeitigen Rekordhoch bei den Spritpreisen will die Bundesregierung nun erneut begegnen. Was würde das in der Region bringen?

Wie die Regierung am Freitag bekannt gab, plant die schwarz-rote Koalition in Absprache mit den Ländern die Wiedereinführung des „Tankrabatts”. Diese Maßnahme hatte schon im Frühjahr für zwei Monate die Benzin- und Dieselpreise an der Tankstelle gesenkt. Nun sollen die 17 Cent Reduzierung pro Liter wieder in Kraft treten. Als Beginn der Entlastung wird der 1. Oktober in einer Pressemitteilung genannt.

Spritpreisdeckel soll starke Steigerungen verhindern

Ergänzen soll die Maßnahme ein zeitlich limitierter „Preisdeckel” für Kraftstoffe, der staatlich festgelegt wird. Hier wird spätestens der 1. Januar als Startdatum anvisiert.

Hintergrund sind die in den vergangenen Wochen stark gestiegenen Spritpreise in Deutschland. Dabei kletterten die Zahlen an den Tankstellen zuweilen auf ein Niveau, das selbst zu Beginn des Iran-Konflikts nicht erreicht wurde. Als Auslöser gilt vor allem die anhaltende Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf. Hinzu kamen zuletzt Eroberungen von strategisch wichtigen Inseln im Arabischen Meer durch die mit Iran verbündeten Huthi-Rebellen.

Das könnte Sie auch interessieren
Reparatur einer Weiche: Bahnverkehr rund um Nürnberg beeinträchtigtTempo 30 in der Alleestraße: Mönchsrother Rat befürwortet VerkehrsberuhigungOrtsdurchfahrt in Haslach nach Sperrung für bauliche Maßnahmen wieder freigegebenFreiflächen-PV-Anlage in Flachslanden: Gut für Tiere und GemeindekasseRadladerschaufel trifft Auto: 6000 Euro Schaden bei Unfall in GollhofenUnfall mit sechs Verletzten am Autobahnkreuz A6/A7: Verursacher flüchtetUnbekannter gesucht: Elf Warnbaken auf A6 bei Schnelldorf angefahrenMega-Baustelle mit großen Staus in Ansbach: Die Polizei muss einspringenPolizeikontrolle auf der A6 bei Aurach: Mit gefälschten Kennzeichen in die TürkeiMit 176 km/h auf der B13 unterwegs: Tempomessung bei LehrbergÜbergang wegen Arbeiten gesperrt: Warum ein Bad Windsheimer nun die Bahn verklagtRadler überlebt bei Feuchtwangen Herzstillstand: Wie sein Retter zum Freund wurdeZulassung vorgetäuscht: Polizei stoppt Auto mit falschen Kennzeichen auf A6Bei Probefahrt mit Tempo 188 auf der B14 zwischen Katterbach und Ansbach geblitztTourist rast mit 41 Kilometern pro Stunde zu viel durch Oberscheckenbach

Zwei Autobahn-Tankstellen im Landkreis Ansbach fallen auf

In Westmittelfranken begann der jüngste Preisschub Ende August. Seitdem kletterten die Spritpreise nahezu kontinuierlich Tag für Tag nach oben. Den krassesten Ausreißer in der Region protokollierten Spritpreis-Plattformen für eine Autobahn-Tankstelle an der A6 im Landkreis Ansbach: Hier waren am Mittwoch kurzzeitig aufgerundet 2,97 Euro für den Liter Diesel fällig. Den selben Preis verlangte auch eine Tankstelle an der A7 im westlichen Kreis Ansbach. Auch wenn dieser Spitzenwert zuletzt leicht sank, lag der niedrigste Dieselpreis am Samstag dort noch immer bei 2,86 Euro.

Abseits der Autobahn sind die Preise deutlich niedriger, allerdings trotzdem auf hohem Niveau. Für eine Marken-Tankstelle in Ansbach waren am Samstag vor 12 Uhr 2,24 Euro für den Liter E10 fällig, für Diesel 2,42 Euro. Das sind rund zehn bis 20 Cent mehr als noch im März kurz nach Ausbruch des Iran-Kriegs.

Benzinpreise im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim günstiger

Unter 2,17 Euro war am Samstagvormittag in Stadt und Landkreis Ansbach auch bei den günstigsten Anbietern kein E10 zu bekommen. Günstiger kamen die Menschen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim davon. Hier vertrieben einzelne Discounter-Tankstellen den Kraftstoff für 2,13 Euro.

Die Kriminalpolizei war vor Ort, um sich ein Bild zu machen. (Foto: NEWS5/Markus Zahn)
Die Kriminalpolizei war vor Ort, um sich ein Bild zu machen. (Foto: NEWS5/Markus Zahn)

Tödlicher Unfall auf einem Hof in Wettringen: Frau stürzt in Schacht und stirbt

Am Mittwochnachmittag hat sich im Landkreis Ansbach ein Unglück ereignet. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei, wie es dazu kommen konnte.
17.09.2026 10:33
query_builder2min

Damit ist aber auch klar: Sollten die Preise auf dem jetzigen Niveau verharren, wird auch der „Tankrabatt” von 17 Cent in der Region nur in einzelnen Fällen den Preis unter die Marke von zwei Euro drücken – vorausgesetzt, die Energiekonzerne geben die Erleichterungen an die Verbraucherinnen und Verbraucher vollständig weiter.

Generell tankte es sich in Bayern zuletzt im Vergleich noch günstiger als in anderen Bundesländern: Laut einer Auswertung der Plattform Benzinpreis.de waren die durchschnittlichen Kraftstoffpreise am Samstag nirgendwo niedriger als in Bayern. Am meisten war mit einem Unterschied von etwa sechs Cent in Hessen und Brandenburg fällig.

Die Deutschen zahlen besonders hohe Spritpreise

Im europaweiten Vergleich sind die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland überdurchschnittlich hoch. Nach Statistiken der Europäische Kommission war in der vergangenen Woche nur in den Niederlanden und in Dänemark mehr an der Tankstelle fällig.

An den jetzt beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung wird bereits Kritik laut. Verbraucherschützende und Sozialverbände halten den „Tankrabatt” für zu wenig zielgenau. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace befürchten, dass die Ölkonzerne die Erleichterung nicht komplett an die Bevölkerung weitergeben und sich stattdessen Zusatzgewinne einstreichen.

So sieht es aus, wenn im Zählerschrank ein Smart Meter statt eines herkömmlichen Stromzählers verbaut ist. Doch noch längst nicht jeder Haushalt braucht die moderne Technik. Lockangebote sollte man deshalb mit Vorsicht betrachten. (Foto: Wolfgang Grebenhof)
So sieht es aus, wenn im Zählerschrank ein Smart Meter statt eines herkömmlichen Stromzählers verbaut ist. Doch noch längst nicht jeder Haushalt braucht die moderne Technik. Lockangebote sollte man deshalb mit Vorsicht betrachten. (Foto: Wolfgang Grebenhof)

Bauernfängerei mit Smart Metern: N-Ergie und Stadtwerke Ansbach warnen

Vorsicht bei Angeboten für vermeintlich kostenlosen Einbau intelligenter Stromzähler: Die Gebührenfalle lauert im Kleingedruckten. Was Kunden wissen müssen.
18.09.2026 12:32
query_builder5min
An den Tankstellen in Westmittelfranken haben die Benzin- und Dieselpreise neue Rekordwerte erreicht. (Symbolbild: Pixabay/Alexander Fox)
An den Tankstellen in Westmittelfranken haben die Benzin- und Dieselpreise neue Rekordwerte erreicht. (Symbolbild: Pixabay/Alexander Fox)
An den Tankstellen in Westmittelfranken haben die Benzin- und Dieselpreise neue Rekordwerte erreicht. (Symbolbild: Pixabay/Alexander Fox)

Johannes Hirschlach
Johannes Hirschlach
Redakteur für Digitales
north