Der Markt Dietenhofen erhöht nach dem Beschluss des Gemeinderats spürbar die Kosten für eine Reihe an Leistungen. Betroffen sind auch die lokalen Vereine. Für die bislang unentgeltliche Teilnahme am Weihnachtsmarkt ist künftig ein Beitrag von 50 Euro pro Bude zu entrichten.
„In den vergangenen Jahren haben wir von Seiten der Gemeinde erheblich in die Infrastruktur des Weihnachtsmarkts investiert, um eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten“, erläuterte Bürgermeister Rainer Erdel. Die Vereine hätten in ihren Buden mittlerweile fast alle eine Heizung, einen Kocher, eine Fritteuse oder gleich mehrere dieser Verbraucher in Betrieb. „Um zu verhindern, dass irgendwann das Licht ausgeht, haben wir zusätzliche Stromkabel und Anschlüsse angeschafft.“ Zum Auf- und Abbau der Veranstaltung sei der Bauhof jedes Jahr massiv im Einsatz. „Dieser Aufwand fließt in die kalkulatorischen Kosten mit ein.“ Auch die Gemeinde habe höhere Ausgaben, beispielsweise durch gestiegene Strompreise.
Angesichts der großen Nachfrage, die vor allem nach warmen Speisen und Snacks wie beispielsweise Fischsemmeln bestehe, seien 50 Euro nicht viel Geld. Dies bestätigte Sonja Schramm, Vorsitzende des Sportvereins TV 09, der beim Weihnachtsmarkt üblicherweise mit mehreren Abteilungen vertreten ist. „Ich denke, 50 Euro tun nicht weh“, sagte sie.
Kämmerin Elisabeth Rauscher informierte darüber, dass Märkte und Kirchweih in den Jahren 2018 bis 2021 ein Defizit von 19.300 Euro erwirtschaftet hätten. „Für die darauffolgenden vier Jahren rechne ich mit dem Doppelten.“
Um gegenzusteuern, sollen die Fieranten für Frühjahrs-, Herbst- und Kirchweihmarkt künftig wieder etwas bezahlen – und zwar gleich ein Drittel mehr als vor der Pandemie. Um nach der Corona-Zeit die nachgelassene Nachfrage wieder anzukurbeln, hatte der Marktgemeinderat Mitte vergangenen Jahres die Gebühren vorübergehend gänzlich erlassen. Nicht einmal Stromkosten wurden in Rechnung gestellt. Dies ändert sich zum 1. Januar 2024.
Pro laufender Meter Budenfront werden für die Mehrheit der Händler künftig vier statt drei Euro fällig. Betreiber von Imbissbuden zahlen statt 30 bis 60 Euro künftig 40 bis 80 Euro. Die Tarife für Fahrgeschäfte, die vorher bei 18 bis 300 Euro lagen, erhöhen sich auf 24 bis 400 Euro. Die Gebühren sind nach zu erwartender Umsatzstärke und Veranstaltungsdauer gestaffelt. Für die einzelnen Markttage muss weniger gezahlt werden als für die ganze Kirchweih. Letztmals wurden die Preise zum 1. Januar 2019 angehoben.
Gemeinderat Jürgen Rudolph äußerte die Sorge, dass sich die Gebührenanpassung negativ auf die Zahl der Fieranten auswirken könnte. „Wir haben es gesehen, dass das Interesse schwindet – was können wir tun?“ Erdel schlug vor, die jahreszeitlichen Märkte auf den jeweils nächsten Samstag zu verlegen. Der Frühlingsmarkt findet traditionell am 17. März und der Herbstmarkt am 9. September statt, ganz egal, auf welchen Wochentag sie fallen. „Am Samstag haben wesentlich mehr Menschen die Möglichkeit, die Veranstaltungen zu besuchen“, meinte Erdel. Außerdem seien dann zusätzliche Attraktionen wie das sehr erfolgreiche „Festival für Kids“ einfacher zu realisieren. Darüber soll in einer der kommenden Sitzungen erneut beraten werden.
Die Erhöhung der Marktgebühren wurde mit einer Gegenstimme beschlossen.