Drei Frauen zeigen im Rothenburger Fleischhaus ihre Liebe zur Farbe | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 12.05.2025 19:59

Drei Frauen zeigen im Rothenburger Fleischhaus ihre Liebe zur Farbe

Irmgard Peetz-Hahn, Rita Zeller und Irmtraud Schmidt-Hartung (von links) diskutieren: Wo kommt welches Werk im Fleischhaus am besten zur Geltung? Das Ergebnis ist ab Donnerstag zu sehen. (Foto: Simone Hedler)
Irmgard Peetz-Hahn, Rita Zeller und Irmtraud Schmidt-Hartung (von links) diskutieren: Wo kommt welches Werk im Fleischhaus am besten zur Geltung? Das Ergebnis ist ab Donnerstag zu sehen. (Foto: Simone Hedler)
Irmgard Peetz-Hahn, Rita Zeller und Irmtraud Schmidt-Hartung (von links) diskutieren: Wo kommt welches Werk im Fleischhaus am besten zur Geltung? Das Ergebnis ist ab Donnerstag zu sehen. (Foto: Simone Hedler)

„Noch ein Stückchen höher – stopp! Jetzt passt es.“ Das erste großformatige und farbintensive Gemälde von Irmgard Peetz-Hahn hängt. Bis Donnerstag sollen im Fleischhaus auch die weiteren Kunstwerke, die derzeit noch am Boden ausgebreitet sind, angebracht sein.

Dann nämlich wird die neue Ausstellung in der Galerie des Künstlerbundes am Marktplatz eröffnet. „Farbklang“ lautet ihr Titel. Künstlerbund-Mitglied Irmtraud Schmidt-Hartung hat dafür zwei Künstlerinnen aus der Region eingeladen: Rita Zeller aus dem Dietenhofener Ortsteil Rüdern und Irmgard Peetz-Hahn aus Bad Windsheim. „Zu dritt wird es interessanter.“

So unterschiedlich die drei Frauen in ihrer künstlerischen Ausrichtung auch sind, eines verbindet sie: die Liebe zum Spiel mit den Farben. Das zeigen die zahlreichen Werke in unterschiedlichen Formaten und mit unterschiedlichen Techniken erstellt, die es nun im Raum zu arrangieren gilt. Wie steht das Licht? Wie schaffe ich einen Blickfang für die Besucherinnen und Besucher? Wie kommen auch die kleinen Formate gut zur Geltung? Diese Fragen gilt es an diesem Tag gemeinsam zu klären. Die drei Frauen sind Profis und so füllen sich nach und nach die Wände des Fleischhauses mit ihrer Kunst.

„Wilden Gesellen“ und Schiffe

Dazu kommen Skulpturen von Rita Zeller. „Die geht in eine Scheune mit Schrott und kommt mit einem Kunstwerk wieder heraus“, sagt Schmidt-Hartung über ihre Kollegin. Und tatsächlich: In ihren „Wilden Gesellen“ oder ihren Schiffen entdeckt man Schrauben, Dübel, alte Maschinenteile oder Teile eines Uhrwerks. Ihre Leidenschaft für die Kunst hat Zeller bereits während ihrer Lehre als Schauwerbegestalterin entdeckt. Seit 2014 hat sie ihr eigenes Atelier in Rüdern.

Von dort hat sie einige ihrer Collagen zur Ausstellung mitgebracht – auch hier arbeitet sie mit einem Mix aus verschiedenen Materialien. Aus rund 15 Schichten besteht ein solches Werk – „malen, kleben, auswaschen und wieder von vorne“, so beschreibt sie den Prozess. Wichtig sei dabei: „Man darf den Zeitpunkt nicht verpassen, wenn das Werk fertig ist.“

Peetz-Hahn hat großformatige Gemälde von intensiver Farbigkeit mitgebracht. Viele zeigen Gesichter. „Ich sehe jemanden, speichere das Gesicht ab und in meinem Kopf entsteht ein Bild“, sagt sie. Dieser Gedanke entwickele Eigendynamik, bis sie ihn schließlich auf die Leinwand bringt. Mystisch sind ihre Werke, gleichzeitig strahlen sie eine positive Stimmung aus.

Zeit zum Innehalten und Nachdenken

Sie möchte die Besucherinnen und Besucher zum Innehalten und Nachdenken anregen. „Erst wenn man sich Zeit nimmt, lösen die Bilder etwas aus.“ Peetz–Hahn hat an der Fachhochschule Aachen Objektdesign, Malerei und Kunst im öffentlichen Raum studiert und seit mehreren Jahren ihr eigenes Atelier in Bad Windsheim.

Initiatorin Irmtraud Schmidt-Hartung ist seit 2023 Mitglied im Rothenburger Künstlerbund und hat eine Auswahl ihrer Arbeiten bereits im Vorjahr in der Galerie am Burgtor gezeigt. Sie verwendet dafür eine spezielle Kunsttechnik. „Ich male mit gerissenem Papier“, beschreibt die Künstlerin ihre Methode. Durch die weiße Reißkante entsteht ein dreidimensionaler Effekt, der den Bildern Tiefe und Struktur verleiht. Sie lebt in Burgbernheim, wo sie auch ihr Atelier und ihre Galerie hat. In der aktuellen Ausstellung zeigt sie außerdem Werke, „bei denen ich anders gearbeitet habe“.

Bei der Reihe „Pretty in Pink“ hat sie zum Beispiel gewöhnliche Materialien verarbeitet und in intensive Farbe getaucht. „Jeder kennt sie, aber erkennt sie eben nicht sofort.“

Am Donnerstag, 15. Mai, findet um 18.30 Uhr die Vernissage der Ausstellung „Farbklang“ im Fleischhaus statt. Bis zum 1. Juni ist dann freitags bis sonntags und am Donnerstag, 29. Mai, von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

north