Eberls Freude über Lob der Club-Spitze - Kompany trägt Kurs | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 03.08.2026 13:48

Eberls Freude über Lob der Club-Spitze - Kompany trägt Kurs

Der FC Bayern trainierte in Südkorea vor Zuschauern. (Foto: Christian Kunz/dpa)
Der FC Bayern trainierte in Südkorea vor Zuschauern. (Foto: Christian Kunz/dpa)
Der FC Bayern trainierte in Südkorea vor Zuschauern. (Foto: Christian Kunz/dpa)

Entspannt schaute sich Max Eberl das öffentliche Fußballtraining des FC Bayern im WM-Stadion von 2002 an. Einen Fuß entspannt auf einen Tisch am Spielfeldrand gelegt, verfolgte der Sportvorstand, wie Coach Vincent Kompany das Star-Ensemble auf das dritte Testspiel am Dienstag (13.00 Uhr/MESZ) gegen den Jeju SK einstimmte. Kurz zuvor hatte sich der 52-Jährige nach wohlwollenden Worten von Vereinspatron Uli Hoeneß und Präsident Herbert Hainer auch über die von Kompany freuen können, als dieser den Kurs von Eberl bei drei Verkaufskandidaten lobte.

Dass Eberl sich am Vorabend auf der Terrasse des edlen Mannschaftshotels beim Sonnenuntergang immer wieder Schweiß von der Stirn tupfte, hatte sicher nichts mit den Aussagen von Hainer zu tun, sondern lag am schwül-warmen Wetter.

Hainer: Ich denke, dass der Uli das so gemeint hat

Nachdem Ehrenpräsident Hoeneß von einer „perfekten Transferperiode“ gesprochen hatte, stimmte Hainer dem als Aufsichtsratsvorsitzender zu. „Ich gehe mal davon aus, dass Uli das so gemeint hat, dass wir mit der momentanen Transferperiode sehr zufrieden sind“, sagte der 72-Jährige.

Anders als Hoeneß vor wenigen Tagen am Tegernsee, zeigte sich Hainer mit Blick auf die Verlängerung des im Sommer 2027 auslaufenden Vertrags zurückhaltender. „Ich bin überzeugt davon, der Aufsichtsrat wird zu gegebener Zeit eine gute Entscheidung treffen. Ich darf noch dazu sagen, dasselbe gilt im Übrigen auch für Jan-Christian Dreesen, dessen Vertragsverlängerung ansteht und mit dessen Arbeit wir genauso zufrieden sind“, sagte Hainer. Auch Dreesens Vertrag läuft bis Sommer 2027.

Hoeneß hatte wenige Tage zuvor bei der Frage nach der Tendenz zur Verlängerung bei Eberl gesagt: „Im Moment, glaub' ich, hundert Prozent.“ Dazu gab es eine positive Bewertung für dessen Transferarbeit.

„Ich bin keine so schlechte Wahl“

„Natürlich haben mich die Worte am Donnerstag sehr gefreut, da mache ich keinen Hehl draus. Man hört lieber Lob“, sagte Eberl. „Ich versuche meinen Job zu machen bei Bayern München, versuche die Menschen, die darüber entscheiden, zu überzeugen, dass ich keine so schlechte Wahl bin. Am Ende wird es der Aufsichtsrat entscheiden.“

Hoeneß scheint sich entschieden zu haben. Wie die anderen Mitglieder des Gremiums um reichlich Wirtschaftsgrößen und den langjährigen Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge planen, ist nicht bekannt. „Wenn man weitermachen möchte, bin ich bereit zu reden“, sagte Eberl, der seit März 2024 im Amt ist.

Der Aufsichtsrat entscheidet in diesem Jahr, wie es auf den Führungsposten weitergehen soll. Spekuliert wurde über eine Entscheidung im August. Viel spricht aber auch dafür, dass diese im November fallen wird.

Eberl mit Kompany-Motto

Auf jeden Fall spricht immer mehr für eine Vertragsverlängerung. „Wie sagt man? Don't believe the hype, don't believe the drama. Ich mache meinen Job“, gab sich Eberl locker und verwendete das Motto, das Kompany so gerne verwendet. Soll heißen: bloß nicht von der notorischen Aufgeregtheit im Fußballgeschäft leiten lassen.

Der Blick auf die Transferbilanz in diesem Sommer gefällt den Verantwortlichen. Der deutsche Nationalspieler Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt) und der marokkanische WM-Teilnehmer Ismael Saibari (PSV Eindhoven) wurden für jeweils rund 50 Millionen Euro Ablöse verpflichtet. Dazu verkaufte der Rekordmeister Spieler aus der zweiten Reihe für weit über 30 Millionen Euro.

Bleiben die drei Leihrückkehrer João Palhinha, Sacha Boey (beide Vertrag bis 2028) und Bryan Zaragoza (bis 2029), die der Verein gerne abgeben würde. Zum einen würden Ablösesummen Spielraum für weitere Personalien schaffen, zum anderen würde der Club die drei nicht mehr für den Kader eingeplanten Profis von der Gehaltsliste bekommen.

Kompany begrüßt Eberls Kurs

„Ich finde, es ist positiv, dass der Verein mit den Spielern klar kommuniziert. Ich als Spieler hätte das damals auch gewollt. Der Club hat ein klares Statement abgegeben, da sind wir auf einer gemeinsamen Linie“, sagte der Coach bei seiner ersten Pressekonferenz in der Vorbereitung. Bevor er sich dort über einen kunstvollen Kuchen in Stadionform freuen konnte, betonte er aber auch seinen Umgang mit dem Trio.

„Am wichtigsten ist, dass wir sie mit Respekt behandeln. Wir arbeiten mit ihnen daher selbstverständlich normal weiter“, sagte Kompany. „Bis das Transferfenster geschlossen ist, gibt es eine klare Position - und danach müssen wir wie überall im Leben weitersehen. Aber mein Job ist es, das Team zu trainieren und das Team so gut wie möglich vorzubereiten auf die Saison.“

Neue Bewegung Ende August?

Eberl hofft, dass auf dem Transfermarkt im Laufe des Monats noch einmal reichlich Bewegung entsteht. Wenn die Clubs Ende August auf ihre Kader schauen würden, dann könnte das nochmal für Umbesetzungen im Team sorgen, sagte der 52-Jährige. Darauf müsse man eben warten.

„Wir haben eine Mannschaft entwickelt und gebaut, bei der man eine Perspektive und Fantasie hat“, sagte Eberl. Zusammen mit Sportdirektor Christoph Freund und Kompany sei man „sehr, sehr glücklich“ mit dem momentanen Zustand. 

„Wir haben noch ein paar Spieler zu verkaufen, aber haben trotzdem schon stattliche Einnahmen erzielt.“ Für knapp unter 90 Millionen Euro Ablöse kam das Trio in der Summe zu den Münchnern. Mit einem guten Verkauf könnten die Einnahmen weiter steigen - wie auch Eberl in der Gunst seiner Chefs.

© dpa-infocom, dpa:260803-930-477899/1


Von dpa
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