Die Nachbarschaftshilfe ist in Uffenheim nicht mehr wegzudenken. Susanne Klaußecker ist von Anfang an dabei. In der Stadtratssitzung überreichte ihr Bürgermeister Wolfgang Lampe nun die Ehrennadel in Silber.
Susanne Klaußecker hatte beim Neujahrsempfang der Stadt nicht teilnehmen können. Lampe nutzte nun die Gelegenheit, nachdem sie dem Stadtrat über die Nachbarschaftshilfe berichtet hatte, die Ehrung nachzuholen. Im Mai 2019 wurde die Uffenheimer Nachbarschaftshilfe gegründet, die ein vielfältiges Angebot für die Mitbürgerinnen und Mitbürger anbiete und umsetze, sagte Lampe. Seitdem sei Susanne Klaußecker Koordinatorin, von denen es mittlerweile drei gibt.
Auf ihre Initiative hin wurden laut Lampe eine Homepage, Informationsflyer und ein Banner erstellt, um die unterschiedlichen Angebote der Nachbarschaftshilfe in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Federführend habe sie ein Hilfenetzwerk aufgebaut, das vor allem für die vielen zeitaufwändigen Fahrtdienste nötig sei, die die Nachbarschaftshilfe leiste. „Wo immer der Schuh drückt, ist sie ansprechbar und sucht nach zufriedenstellenden Lösungen für die Menschen, die Unterstützung brauchen“, hob der Bürgermeister hervor. Unter dem Applaus des Stadtrats überreichte er die Ehrennadel in Silber.
Am 1. Mai 2019 sei das Handy der Nachbarschaftshilfe in Betrieb gegangen, informierte Klaußecker den Stadtrat. Seit Februar 2024 verfüge man über eigene Räume im Ansbacher Tor. 38 Helfer und Helferinnen – 26 Frauen und zwölf Männer – im Alter zwischen 28 und 86 Jahren machen aktuell mit. Das Durchschnittsalter liege bei 59 Jahren. Es gebe drei Koordinatorinnen, unter denen das Handy rotiere. Eine Person verwalte die Einnahmen und Ausgaben, eine kümmere sich um alles, was soziale Angelegenheiten betrifft. Zudem gebe es zwei Helfende, die sich um den Marketingbereich kümmern.
Als Einsatzgebiete nannte Klaußecker die Stadt Uffenheim und deren Ortsteile. Die Nachbarschaftshilfe versuche, alle Anfragen zu erfüllen. Hauptschwerpunkt seien Fahrten, die sich die Nachbarschaftshilfe auch bezahlen lasse, weil die Helfenden mit ihrem eigenen Fahrzeug unterwegs seien. Die weiteste Tour habe nach Bamberg geführt. „Wir bieten Alltagsunterstützung wie Einkaufen, etwas-zur-Post-Bringen oder Gesellschaft“, berichtete die Koordinatorin. „Wir machen das, was der gute Nachbar auch machen würde.“ Nicht leisten könne man dagegen medizinische Betreuung. Auch regelmäßige Einsätze seien nicht möglich.
„Wir können jemanden nicht zweimal in der Woche zum Reha-Sport fahren oder wöchentlich einkaufen gehen – das würden wir nicht schaffen“, erklärte Klaußecker. Spontane Einsätze seien schwierig, benötigt würden zwei bis drei Tage Vorlaufzeit. 2020 seien es 119 Einsätze gewesen. Diese seien stetig mehr geworden. 2025 zählt die Statistik bereits 276 Einsätze. Im vergangenen Jahr seien darunter 176 Fahrten gewesen. Die meisten, 40 Prozent, seien in Uffenheim selbst angefallen, 26 Prozent der Touren führten nach Ochsenfurt oder andere Orte, in denen es Krankenhäuser gibt. Nach Marktbergel fahre man ausschließlich zur medizinischen Fußpflege.
Deshalb wünscht sich die Nachbarschaftshilfe natürlich Fachärzte und eine medizinische Fußpflege vor Ort, damit sich die Fahrten reduzieren. Die Nachbarschaftshilfe versuche zu helfen, wenn eine Person nicht wisse, an wen sie sich wenden solle, etwa wenn jemand das Haus nicht verlassen könne, aber versorgt werden müsse. Aber da stoße man an die Grenzen, da man kein Fachpersonal sei. Mehr Werbung, vielleicht auch seniorengerecht, für das NeaMobil wäre wünschenswert. „Ihr seid ein Super-Team“, lobte Jürgen Bertlein (Bürgerliste). Hermann Schuch (FWG) sah die Fahrten außerhalb des Landkreises als gute Ergänzung zum NeaMobil.