Ein Leitsystem soll in Dinkelsbühl Parker vor die Altstadt lotsen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 20.06.2024 08:30

Ein Leitsystem soll in Dinkelsbühl Parker vor die Altstadt lotsen

Das Parkhaus am Südring kann von Autofahrern kostenfrei genutzt werden. Das von der Stadt geplante Leitsystem soll Verkehrsteilnehmer auf die Parkmöglichkeiten vor den Toren des Zentrums hinweisen. (Foto: Markus Weinzierl)
Das Parkhaus am Südring kann von Autofahrern kostenfrei genutzt werden. Das von der Stadt geplante Leitsystem soll Verkehrsteilnehmer auf die Parkmöglichkeiten vor den Toren des Zentrums hinweisen. (Foto: Markus Weinzierl)
Das Parkhaus am Südring kann von Autofahrern kostenfrei genutzt werden. Das von der Stadt geplante Leitsystem soll Verkehrsteilnehmer auf die Parkmöglichkeiten vor den Toren des Zentrums hinweisen. (Foto: Markus Weinzierl)

Rund 1,1 Millionen Euro wird es schätzungsweise kosten, das digitale Parkleitsystem für Dinkelsbühl. Dieses soll Autofahrer frühzeitig auf Stellplätze vor den Toren der Altstadt lenken. Verwaltungsmitarbeiterin Stefanie Panzino stellte dem Stadtrat das Konzept vor. Das Gremium befürwortete dieses mit 18:5 Stimmen.

Die Verwaltung verspricht sich von der elektronisch unterstützten Wegführung, dass der Parksuchverkehr in der und durch die Altstadt minimiert wird. Außerdem sollen die Ströme von stark frequentierten Parkplätzen auf weniger ausgelastete umgeleitet werden. Die Parkplätze außerhalb der Altstadt bleiben weiterhin kostenfrei. Nur diejenigen, die ihr Auto im Zentrum abstellen wollten, müssten zahlen, hob Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer hervor.

Schilder und dynamische Anzeigen

Wie Stefanie Panzino erläuterte, ist eine Kombination aus klassischen Schildern und dynamischen Anzeigen geplant. An den vier Zufahrtsstraßen werden die Autofahrer mit Übersichtstafeln auf das Leitsystem hingewiesen. Erfasst werden von diesem die Parkplätze an der Larrieder Straße, der Bleiche und der Schwedenwiese sowie im Süden die neu geschaffenen Parkmöglichkeiten am Südring und an der Stadtmühle.

Außen vor bleibt beim Konzept das Areal am Friedhof, um den dortigen Besuchern keine Stellplätze zu nehmen. Nur zurückhaltend beschildert wird der Parkplatz an der Alten Promenade. Dieser soll hauptsächlich von Beschäftigten in der Altstadt genutzt werden. Auch das Visio-Parkhaus an der Ellwanger Straße wird als kostenpflichtiges Angebot von der digitalen Verkehrsführung nicht erfasst.

Damit das Parkleitsystem seine Wirkung entfalten kann, müssen laut Panzino 18 dynamische Anzeigen und elf klassische Schilder aufgestellt werden. Panzino berichtete zudem über die Technik, mit der die Parkplatz-Belegung ermittelt wird. Je nach Areal seien Detektionssysteme, die jeden einzelnen Stellplatz registrieren, oder Videoerfassungen an den Ein- und Ausfahrten geplant. Die dynamischen Anzeigen werden den Autofahrern vorerst aber nur anzeigen, ob auf dem betreffenden Parkareal noch Plätze frei sind. Eine zahlenmäßige Angabe sei derzeit noch nicht vorgesehen, aber technisch möglich.

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Stadt setzt auf Fördermittel

Bei der aktuellen Kostenschätzung über rund 1,1 Millionen Euro entfallen 117.000 Euro auf die Planung und der Rest auf die Umsetzung. Die Planungsfirma geht außerdem von einem jährlichen Unterhalt zwischen 20.000 und 35.000 Euro aus. Es gibt laut OB Hammer Fördermittel. Über die Höhe wollte der Rathauschef in der öffentlichen Sitzung nichts sagen.

Manfred Scholl (CSU) wollte wissen, ob für die Betreuung des Systems städtisches Personal benötigt werde. Diesen Part übernehme die Firma, die mit der Umsetzung beauftragt wird, teilte Panzino mit. Klaus Huber (CSU) bewertete die Einführung des Leitsystems als durchweg positiv. Das viele Jahre als unlösbar erscheinende Problem, das Parken in Dinkelsbühl zu ordnen, werden nun behoben. Dem schloss sich Robert Tafferner (Grüne) an. Das Leitsystem sei wichtiger Teil eines Gesamtkonzeptes, zu dem auch die Parkraumbewirtschaftung im Zentrum gehöre.

Reichen statische Schilder?

Wilfried Lehr (Wählergruppe Land) teilte angesichts der hohen Kosten und eines aus einer Sicht überschaubaren Nutzens die Freude nicht. Aus seiner Sicht würden statische Schilder ausreichen. Es sei fraglich, ob man derzeit so viel Steuergelder ausgeben wolle. Ähnlich äußerte sich Holger Göttler (Freie Wähler). Auch er hinterfragte die Investition.

Die Kosten seien zwar sehr hoch, befand Alexander Bromberger (Grüne). Doch er sehe enorme Vorteile, die das System bringen werde. Markus Schneider (Freie Wähler) bewertete den Bau von Parkplätzen in den zurückliegenden Jahren zwar als richtigen Schritt. Er vertrat aber den Standpunkt, dass Dinkelsbühl ein Parkleitsystem in der vorgestellten Form angesichts der hohen Kosten nicht brauche.

Hinweis auf Kostenfreiheit

Das digitale System sei dennoch nötig, „um den Verkehr optimiert zu lenken“, betonte Paul Beitzer (SPD). Aus seiner Sicht wäre es auch wichtig, die Zahl der freien Stellplätze konkret anzugeben. Georg Piott (Wählergruppe Land) schlug vor, neben dem Parkplatz an der Alten Promenade auch diejenigen an der Bleiche und der Stadtmühle aus der digitalen Beschilderung rauszunehmen, damit dort die Einheimischen besser zum Zuge kämen. Dieter Meyer (CSU) hob hervor, dass bei der Beschilderung deutlich auf die Kostenfreiheit von Parkplätzen hingewiesen werden sollte.

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