Tanzende Gummi-Krokodile, Glitterregen, eine spontane Polonaise durch die Zuschauermenge. Am Sonntag Abend ging die rauschende Party im Taubertal mit dem Auftritt von Deichkind zu Ende. Die Veranstalter sind zufrieden.
Rund 14.000 Camper und 18.000 Besucherinnen und Besucher waren in diesem Jahr mit dabei – bei besten Wetterbedingungen. „Nach dem schlechten Sommer-Auftakt haben wir jetzt von der stabilen Wetterlage profitiert“, sagte Festivalgründer Volker Hirsch am Sonntagnachmittag bei einer Pressekonferenz. Bereits der Aufbau sei relativ trocken und problemlos über die Bühne gegangen. Und auch das für Mittwochabend angekündigte Gewitter „ist Gott sei Dank vorbeigezogen“.
Nachdem im Vorjahr erstmals noch Tickets übrig waren, sei das Festival in diesem Jahr wieder ausverkauft gewesen. „Das hatte im vergangenen Jahr für Verunsicherung gesorgt“, so Hirsch. Umso erfreulicher sei es, dass die Nachfrage in diesem Jahr wieder so groß war. „Wir sind also bereit für eine neue Auflage des Taubertals“ im kommenden Jahr.
Das Awareness-Team, das in diesem Jahr erstmal im Einsatz war, habe dafür gesorgt, dass „alle völlig frei und unbeschwert feiern können“, sagte der Verantwortliche Florian Vogel bei der Konferenz. Es habe keinen „schlimmen Fall“ gegeben, aber doch einige Kontaktaufnahmen. In diesem Jahr habe man das Rahmenprogramm „aufpoliert“, so Hirsch. Damit soll das Festival zeitgemäß und wettbewerbsfähig bleiben. Der Wettbewerb sei groß und „die Gagen gehen nach oben“. In Zukunft könne man daher nicht nur auf die „Mega-Headliner“ setzen. „Statt dessen müssen wir das Festival selbst zum Headliner machen.“
Das beinhalte neben einer guten Musikauswahl auch ein entsprechendes Zusatzangebot. In diesem Jahr wurden erstmals zwei Wettbewerbe auf dem Campgelände angeboten: ein Flunkyball-Turnier und ein Bobbycar-Wettrennen. In diese Richtung wolle man weiterdenken.
Für das aktuelle Festival ist der Plan, das Zeltgelände aufzuwerten, aufgegangen. Zumindest wenn man sich an der großen Teilnehmerzahl und der Begeisterung der Zuschauerinnen und Zuschauer orientiert. 81 Teams traten am Freitag und Samstag beim Flunkyball gegeneinander an. Die beste Wurftechnik und das nötige Fünkchen Glück hatte in einem spannenden Finale das Team „PSG Mayence“ aus Mainz. Luca Jelacic, Niclas Gehres, Henriette Dengler und Jonas Wietstock dürfen als offizielle Vertreter des Taubertal-Festivals zur Flunkyball-WM nach Elmshorn reisen.
Beim Bobbycar-Rennen holte sich der 25-jährige David Wolf den Sieg. Ausgestattet mit Helm und Schonern galt es, möglichst schnell eine Rennstrecke zu bewältigen. Auch wenn es sein allererstes Bobbycar-Rennen überhaupt war, fuhr Wolf seinen 59 Konkurrentinnen und Konkurrenten davon. Vielleicht lag es an dem orangenen Glücks-Bobbycar, das er ausgewählt hatte.
Während auf der Eiswiese nun die Abbauarbeiten starten, heißt es für die meisten Festivalbesucherinnen und -besucher vermutlich erst einmal: duschen, ausschlafen, Zelt entstauben. Und dann kann die Vorfreude auf 2025 bereits beginnen. Dann findet das Festival von 7. bis 10. August statt.