Mitten in den Stadtratsferien macht die Fraktion Freie Wähler/Die Ansbacher von sich reden. Hans-Jürgen Eff von den Ansbachern rückt als Co-Vorsitzender auf. Dies teilen er und Dr. Paul Kupser (Freie Wähler) der FLZ mit. Bisher führte Kupser die Fraktion alleine. Er verbindet mit der neuen Doppelspitze einen Wunsch.
„Es hat sich gezeigt, dass wir beide sehr gut zusammenarbeiten können“, sagt Paul Kupser (71) über Hans-Jürgen Eff (55), „wir verstehen uns wunderbar und kommunizieren sehr gut miteinander.“ Nach dem Tod des Freie-Wähler-Stadtrats Walter Hessenauer im Herbst übernahm Eff schon dessen Aufgabe als stellvertretender Fraktionschef.
„Ich möchte die Arbeit ein bisschen verteilen“, führt Kupser aus, „es ist halt sehr viel Arbeit.“ Außerdem seien mit der Aufgabe viele Termine verbunden, und er habe fünf Enkelkinder, die darauf aus sind, dass er sich noch mehr kümmert.
Für ihn ist es außerdem an der Zeit, dass ein Stadtrat der Gruppierung Die Ansbacher in der Führungsriege der fünfköpfigen Ratsfraktion vertreten ist. Paul Kupser und Hans-Jürgen Eff weisen außerdem darauf hin, dass die Fraktionen der CSU und der Grünen ebenfalls mit einer Doppelspitze arbeiten.
Paul Kupser gehört dem Stadtrat seit 2008 an. Auf die Frage, ob er bei der nächsten Kommunalwahl 2026 wieder für den Stadtrat kandidiert, kommt ein klares Nein. „Definitiv nicht“, betont er. Hans-Jürgen Eff indes will wieder antreten. Die neue Aufgabe als Co-Fraktionschef findet er anspruchsvoll. „Sie bedeutet, dass man zusätzlich Verantwortung übernehmen muss.“
In der Kommunikation will er nun stärker darauf achten, noch diplomatischer zu sein und Dinge ausführlicher zu erklären als bisher in zweiter Reihe, wie er lächelnd anmerkt. Die Aufgabe nehme er auch Kupser zuliebe gerne wahr, „weil ich ihn sehr hoch schätze“.
Die Freien Wähler sind seit 2008 im Stadtrat vertreten, Die Ansbacher seit 2020. Seitdem bilden die Gruppierungen eine Fraktion. Sind sie als Gesamtfraktion ein Stück weit zusammengewachsen? „Das kann man gut sagen“, meint Paul Kupser, „man kann mit allen Mitgliedern hervorragend zusammenarbeiten.“ Ganz selten herrschten innerhalb der Fraktion verschiedene Meinungen, und die diskutiere man aus.
Man lasse auch unterschiedliche Standpunkte gelten – bei beiden Gruppierungen. In Abstimmungen verhielten sich Fraktionsmitglieder laut den Worten des Co-Chefs schon öfter mal unterschiedlich.
Es stellt sich die Frage, ob es 2026 bei zwei Listen für Freie Wähler und Die Ansbacher bleibt oder ob sie eine gemeinsame anmelden. „Die Frage wurde noch nicht erörtert“, erwidert Hans-Jürgen Eff, „denkbar sind ja verschiedene Richtungen.“
Inhaltlich will die Fraktion laut Kupsers Worten in dieser Periode noch Schwerpunkte setzen. Was das Areal am und um den Rezatparkplatz betrifft, soll sich der Erfolg des Kulturgärtlas beim Altstadtfest fortsetzen. Egal welche Veranstaltung: Eff findet die Fläche mittlerweile sehr schön. „Ich war da skeptisch und kritisch.“
Es gehe aber nicht nur um Veranstaltungen, sondern generell um Aufenthaltsqualität – zwischen Schaitbergerstraße und Rezat sowie zwischen dem ehemals beschrankten Teil des Rezatparkplatzes und dem Evangelisch-Lutherischen Kindergarten Luisenstraße. „In Verbindung, wenn es geht, mit der Rezat.“
Dabei wollen Kupser und Eff natürlich zum Beispiel den Hochwasserschutz berücksichtigen. Äußerst gelungen finden beide die neue Spielplatzfläche im Stadtgraben. Zum Rathaus- und Schramm-Haus-Areal dagegen äußert sich Kupser „ein wenig skeptisch“. Die Ratsmehrheit habe „der Gestaltung zugestimmt, ohne dass ganz konkrete Vorstellungen eigentlich schon vorlagen“.
Mitbetrachten müsse man in einem Gesamtkonzept das Stadthaus, das Standesamtsgebäude und das Haus der früheren Metzgerei Maurer. Eff stellt fest: „Wir wollen natürlich, dass das Rathaus-/Schramm-Haus-Areal entwickelt wird“, doch das Preis-Leistungs-Verhältnis müsse für die Bürger plausibel sein.