Das Gerüst zeigt, dass das Gebäude der Agentur für Arbeit in Ansbach derzeit Baustelle ist. Es zeigt aber nur indirekt, was entsteht: eine Photovoltaikanlage auf dem großen Dach des Komplexes – um Energie zu gewinnen und die Umwelt zu entlasten. Wie viel es kostet, vorher das Dach zu sanieren, wollte die Agentur nicht verraten.
„Wir haben jetzt den Auftakt gesetzt“ – trotz des durchwachsenen Wetters recht erfolgreich, sagte Florian Braunreuther, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg, im FLZ-Gespräch. Man setze das Dach instand, um es für die PV-Anlage zu ertüchtigen. Das Gebäude, früher noch Arbeitsamt genannt, sei von 1987.
Die Dachfläche sei groß, alles sei sehr gerade „und wir wollen ja energieeffizient und nachhaltig werden“, stellte Mareen Timm fest. Sie ist bei der Agentur Gebäudeverantwortliche. Von 700 Quadratmetern Flachdach nutzt man nach Braunreuthers Worten künftig 625 Quadratmeter für die Photovoltaikanlage.
Deren Leistung liege bei 137,6 Kilowatt-Peak. Die Agentur verspreche sich von ihr einen Ertrag von 120.000 Kilowattstunden im Jahr. „An einem Sonnentag erzeugt die PV-Anlage so viel Strom, wie ein Zwei-Personen-Haushalt im Jahr verbraucht“, teilt die Agentur mit. Damit spare man circa 55.000 Kilo CO2 pro Jahr, schilderte Braunreuther.
„Das Ganze ist in das Thema Nachhaltigkeit eingebettet.“ Der Bundesagentur habe ihr Vorstand ein „Operatives Umsetzungsprogramm zur ökologischen Nachhaltigkeit“ aufgegeben. Dies sei Teil des Ziels einer klimaneutralen Verwaltung, das der Bund vorgebe. „Wir selbst fühlen uns auch den UN-Nachhaltigkeitszielen verpflichtet – und sowieso den Klimazielen.“
Ab Ende 2025 soll die Anlage die Sonne anzapfen, wie Mareen Timm ankündigte. Dies sei allerdings wetterabhängig. „Das ist schon ein großes Projekt.“ Nötig nannte sie es in dem Gespräch mit der FLZ, das ganze Gebäude einzurüsten. Man müsse von allen Seiten ans Dach kommen können.
Was kostet die Maßnahme nun? „Die Installation der PV-Anlage wird rund eine halbe Million Euro kosten“, erwiderte Pressesprecher Florian Braunreuther.
In elf bis zwölf Jahren sei sie kostentechnisch amortisiert, legte Mareen Timm dar. Dazu jedoch, was an Sanierungskosten anfällt, schwiegen sich die Gesprächspartner beharrlich aus. Wenn man aufs Gerüst blicke, sei „ersichtlich, dass das nicht günstig ist, aber es ist dennoch wirtschaftlich, weil das Dach saniert werden musste“, merkte die Gebäudeverantwortliche an. Hinzu komme die Photovoltaikanlage.
Die Sorge sei, dass jemand „ohne dieses Fachverständnis dahinter“ die Zahl lese und angesichts des Betrags, der nicht gerade klein sei, vielleicht nicht verstehe, „warum diese Summe die ist, die sie ist“. Sie fürchtet, dass man nicht hinterfrage, welchen Nutzen die Maßnahme bringe.
Es handle sich um ungefähr 2000 Quadratmeter Blechdachfläche, „die nicht kostengünstig, aber wirtschaftlich saniert werden – auf die längere Nutzungsdauer des Gebäudes“, machte Jörg-Helmuth Schwarz als Architekt deutlich.
Mitsamt der Photovoltaik-Anlage und dem hydraulischen Abgleich sorge dies „dafür, dass das Konzept der Nachhaltigkeit der Bundesagentur dadurch im Ergebnis besser umgesetzt wird“. Der hydraulische Abgleich ist ein Verfahren, um die Heizung zu optimieren.
Ist das Dach saniert, „wird man den Heizwärmebedarf neu berechnen und sämtliche Thermostatventile im Gebäude auch noch tauschen, um bei der Heizenergie Einspareffekte zu genieren“, informierte Braunreuther. An Heizenergie spare man am Ende etwa zehn Prozent. Und: „Wir sind sehr froh darüber, dass regionale Firmen die Ausschreibung gewonnen haben.“