Die maue wirtschaftliche Lage legt sich derzeit wie Mehltau über das Land. Das Answerk, das Digitale Gründerzentrum Stadt und Landkreis Ansbach, dagegen zieht nach knapp drei Jahren eine positive Zwischenbilanz. Welche Zielgruppen eignen sich eigentlich dafür, dass sie mithilfe des Gründerzentrums in der Region gründen?
Der Fokus liegt auf digitalen und ausbaufähigen Gründungen. So drückt es Rüdiger Busch, Netzwerkmanager im Answerk, aus. Deren Geschäftsidee müsse also darauf aus sein, irgendwann mehrere Mitarbeiter zu beschäftigen. „Ansonsten haben wir keine Branchenfestlegung“, fügt Thomas Merkel als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Landkreis Ansbach hinzu.
Wer ist der typische Gründer? „Das ist einer, der geistig beweglich ist und sich dem Markt anpasst“, findet Rüdiger Busch. Er sei nicht von seinem Produkt überzeugt, sondern wenn der Markt nach etwas anderem schreit, sei er als Mensch bereit, seine Idee zu verändern.
Die Räume im Posthof in Ansbach bewährten sich nach den Worten von Oberbürgermeister Thomas Deffner. Seit Dezember 2020 sind sie gemietet. Ein weiterer eigener Standort des Gründerzentrums befindet sich in Merkendorf.
Das Answerk zu fördern, läuft über zwei Programme des Freistaats. „Sonst könnten wir es uns nicht leisten“, bekennt Deffner. Ersteres fördere Miete und Erstausstattung, habe 15 Jahre Laufzeit und gehe bis 2035. Das Fördervolumen bei diesem liegt bei bis zu ungefähr 2,1 Millionen Euro, wie der Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt, Christoph Albrecht, darlegt.
Zweiteres Programm unterstützt in Sachen Personal und Aktivitäten, weist sieben Jahre Laufzeit auf und geht zunächst bis Ende 2027, wie Deffner schildert. Gemäß Albrechts Angaben sind es für die ersten sieben Jahre bis zu rund 950.000 Euro vom Freistaat und noch mal so viel von privaten Förderern.
Die Finanzierung also „ist zu 50 Prozent über Sponsoren und zu 50 Prozent über den Freistaat sichergestellt“, erläutert Deffner. „Das läuft wie ein Wettbewerb: Jeden Euro, den wir aus der Region akquirieren, doppelt der Freistaat auf – bis zu einer gewissen Obergrenze“, führt Merkel aus. Das Projekt nach drei Jahren zu begutachten, sei jetzt erfolgreich abgeschlossen, sagt Deffner. Der Weg sei frei für eine Anschlussförderung zwischen 2028 und 2035.
Von den zehn Förderern, also Sponsoren, bleiben laut seinen Angaben acht sicher an Bord. „Mit zweien laufen noch Gespräche.“ Derzeit seien es Fega & Schmitt, Schüller Möbelwerk, die Sparkasse, der Kreisverband der Genossenschaftsbanken, die Stadtwerke, Oechsler, Transnova Ruf, Bosch, CGI und die Ansbacher Aktivsenioren.
Das Answerk arbeitet mit vielen Kooperationspartnern zusammen – wie den Hochschulen Ansbach und Weihenstephan-Triesdorf, wie der OB ausführt. Partner aus der Wirtschaft seien die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nürnberg für Mittelfranken und die Handwerkskammer für Mittelfranken.
Alle fünf Büros, die Gründer nutzen können, sind vermietet – vier in Ansbach, eines in Merkendorf, wie Deffner schildert. Seit 2021 gab es Busch zufolge erst einen Auszug. Insgesamt betreue man über 25 Gründerteams. Überdies berichtet Deffner von 135 Veranstaltungen mit 3133 Teilnehmern seit 2021.
Wer nach maximal fünf Jahren aus dem Answerk rausmuss, wäre gut geeignet, um ins Technologie- und Innovationszentrum (TIZ) zu wechseln – trotz wenig freier Fläche und des Raumbedarfs der Stadtverwaltung, wie Albrecht sagt.
„Wir sind im Moment in einer sehr unsicheren Situation“, hebt Landrat Dr. Jürgen Ludwig hervor. „In so einer Zeit so eine positive Bilanz ziehen zu können, ist schon beachtlich.“ Ganz richtig sei gewesen, den Schritt hin zum Gründerzentrum in guten Zeiten zu machen.
Christoph Albrecht spricht auch von „Wachstumsüberlegungen“ für 2024. „Vielleicht schaffen wir noch eine Stelle im Netzwerkmanagement.“ In Zukunft soll das Thema Künstliche Intelligenz im Answerk verstärkt vertreten sein. Und: „Neue Förderer sind stets herzlich willkommen“, meint OB Deffner.