Auf Mittelfrankens höchster Erhebung kann ab sofort bei einer gemütlichen Tasse Kaffee der Alpenblick genossen werden. Fast 50 Jahre nach Eröffnung des Info-Pavillons am Gipfelparkplatz des 689 Meter hohen Hesselbergs wurde der Kiosk bei einem Festakt am Freitag wieder eingeweiht.
Vorausgegangen sind eine grundlegende Sanierung und Neukonzeption. Viele Anläufe hat es laut Gerolfingens Bürgermeister Karl Fickel für diese Umgestaltung benötigt. Die Gemeinde am Fuße des Hesselbergs fungierte als Bauherr. Von großem Gaststättenbetrieb mit Panoramaterrasse über ein Erdhotel bis Umnutzung des angrenzenden Jugendhauses flossen die Ideen, bis eine entscheidende Weichenstellung gelegt wurde: Die Entwicklungsgesellschaft Region Hesselberg (ERH) wurde einbezogen und mit dem Engagement von Anuschka Hörr nahm das Projekt Fahrt auf, würdigte Fickel.
Sein Dank galt allen Fördergebenden, den Unterstützenden, den Baufirmen, den Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen mit ihren Ratsgremien und dem pragmatischen Planer Christian Ertl. Abschließend bat Karl Fickel, die Anlage und das Umfeld pfleglich zu behandeln, denn der Hesselberg ist Landschaftsschutzgebiet und ein Wahrzeichen der gesamten Region. Ein „Herzensanliegen“ des amtierenden Landrats Dr. Jürgen Ludwig war diese Neugestaltung, unterstrich dessen Stellvertreter Stefan Horndasch, der bei dieser Maßnahme das Landkreismotto „Heimat gemeinsam gestalten“ optimal umgesetzt sah.
„Der Berg ruft“ für Gäste aus fern und nah, denn die Menschen rund um den Berg lieben und schätzen ihren Hesselberg als Naturgenuss mit Erlebnischarakter. Landtagsabgeordneter Helmut Schnotz erinnerte an den Förderantrag und sah hier ein Identitätsmerkmal von den Menschen aus der Region für die Menschen aus der Region. Schnotz war als Verknüpfungspunkt für die von CSU und Freien Wählern bereitgestellten Fraktionsmittel von 90.000 Euro tätig.
„Grandios gelungen“ beschrieb Edith Stumpf, Vorsitzende der LAG Region Hesselberg-Limes, die Neugestaltung, bei der wirtschaftliche, naturschützende und touristische Interessen ineinandergriffen. Die Kostenberechnung von 383.000 Euro wurde deutlich unterschritten. An Fördermitteln wurden 174.000 Euro zugesagt, dazu kommen noch die Fraktionsmittel. Die fünf Kommunen rund um den Berg stemmen die Kosten von 100.000 Euro für diese Aufwertung des Hesselberggipfels gemeinsam.
Den baulichen Ablauf von konkreten Planungsschritten vor vier Jahren über den Spatenstich am 28. April 2025 und achtmonatiger Bauzeit bis zur Schlüsselübergabe an den Pächter am 8. Dezember 2025 ließ Planer Christian Ertl aus Herrieden/Winn Revue passieren. Alle Einbauten des Pavillons wurden entfernt, das Gebäude komplett in Holzbauweise saniert, ein barrierefreier Zugang und drei öffentliche Toiletten gebaut. Im Außenbereich wurden attraktive Sitzgelegenheiten auf großen Steinquadern geschaffen. Die Ver- und Entsorgungsleitungen wurden neu verlegt, archäologisch begleitet vom Team aus dem Limeseum.
Durch ausgeklügeltes Vorgehen und attraktive Firmenangebote konnten die Investitionskosten auf 300.000 Euro begrenzt werden. Gelingen konnte dies laut Ertl nur, weil alle Hand in Hand in gleicher Blickrichtung gearbeitet und gedacht hatten, wofür der Planer seinen Dank aussprach. Den Psalm 121 „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat“ wählte Wittelshofens Pfarrer Simeon Prechtel als Leitwort für die Einweihung. Der Festakt wurde von Bläserinnen und Bläsern der Posaunenchöre, mit dabei MdL Helmut Schnotz, rund um den Hesselberg musikalisch ausgestaltet.
Laut dem Pächter Helmut Schuster hat der Kiosk mittwochs bis montags ab 13.30 Uhr sowie samstags und sonntags ab 11 Uhr „mit flexiblem Ende“ geöffnet, in den Sommerferien bereits ab 10 Uhr. Dienstag ist Ruhetag.