Im Kampf gegen Schleuser und organisierte Kriminalität sieht Bayern Erfolge durch eine Bündelung der Ermittlungskräfte. „Durch Spezialabteilungen bei allen grenznahen Staatsanwaltschaften und ihre Zusammenarbeit mit internationalen Behörden haben wir unsere Schlagkraft kontinuierlich erhöht“, sagte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU).
Die Staatsanwaltschaft Traunstein habe mit dem 2018 installierten sogenannten Traunsteiner Modell eine Vorreiterrolle übernommen. Die Anklagebehörde habe allein in den Jahren 2023 und 2024 bei Schleuserverfahren mehr als 800 Jahre Freiheitsstrafen über Gerichte erwirkt.
Bis 2021 wurde das nach Traunstein benannte Modell bei allen grenznahen Staatsanwaltschaften eingeführt. „Wir setzen dort an, wo Schleuser, Drogen- und Waffenhändler ins Land kommen: an der Grenze“, sagte Eisenreich.
Im Jahr 2024 sei ein deutlicher Rückgang bei den Schleuserfällen um knapp 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen gewesen. „Mit dem Traunsteiner Modell und dem Aufbau der bayerischen Grenzpolizei konnte Bayern deutliche Erfolge verbuchen“, sagte Eisenreich. „Aber es gibt keinen Grund zur Entwarnung: Die Täter gehen teilweise äußerst rücksichtslos gegen die geschleusten Menschen, Unbeteiligte und unsere Polizeikräfte vor.“
Der Minister erinnerte an einen Schleuser-Unfall im Oktober 2023, als auf der Autobahn 94 sieben Menschen starben, darunter ein kleines Kind. Ein Schleuser hatte auf der Flucht vor der Polizei die Kontrolle über den völlig überfüllten Kleinbus verloren. Das Landgericht Traunstein verurteilte den Fahrer zu 15 Jahren Haft. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.
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