Kölns Trainer Lukas Kwasniok brachte die Erfolgsformel des Aufsteigers beim glücklichen 1:1 (0:1) bei Werder Bremen auf den Punkt. „Aber wir haben ja noch Saïd“, erklärte Kwasniok, warum es für die Rheinländer nach einer insgesamt eher schwächeren Leistung noch zu einem glücklichen Punkt an der Weser gereicht hatte: Weil Saïd El Mala in der Nachspielzeit durch eine letzte Energieleistung zum Ausgleich getroffen hatte.
Ohne ihren 19 Jahre alten Jungstar hätten die Kölner im Weserstadion komplett auf verlorenem Posten gestanden. Der Wirbelwind war an allen gefährlichen Aktionen beteiligt und erlebte zudem ein Novum: Erstmals in seiner Karriere stand er ein komplettes Bundesligaspiel auf dem Platz.
„Es ist eine wichtige Erkenntnis, dass er 90 Minuten spielen kann“, sagte Kwasniok. „Dass Saïd den Unterschied machen kann, ist ja nun allseits bekannt. Wichtig ist, dass er den Willen hat, sich zu verbessern. Und das hat er.“
Denn auch wenn El Mala, der jüngst von Bundestrainer Julian Nagelsmann erstmals in die Nationalmannschaft berufen worden war, der einzige Kölner war, der in Bremen Gefahr ausstrahlte - alles perfekt war im Spiel des Linksaußen auch nicht. Des Öfteren lief er sich fest, fand in Bremens Japaner Yukinari Sugawara seinen Meister.
Doch die Stärke El Malas ist es, dass er trotzdem weiter macht. „Das Bemerkenswerte an ihm ist, dass er nicht aufgibt. Er läuft sich vielleicht viermal fest, aber beim fünften Mal kommt er dann vorbei und wird gefährlich“, sagte Kölns Eric Martel. „Er ist so schnell, dass er manchmal den Jungs nicht die Zeit gibt nachzurücken. An dieser Balance müssen wir noch arbeiten“, fügte Kwasniok mit einem Augenzwinkern hinzu.
Und was sagte El Mala selbst? Wie eigentlich immer sprach der Jungstar nur mit den eigenen Vereinsmedien. Der Club versucht, den Hype um den 19-Jährigen nicht zu groß werden zu lassen. „Es ist immer wieder Wahnsinn, vor den vielen Fans ein Tor zu machen“, sagte El Mala zu seinem emotionalen Jubel vor dem Gästeblock. Ansonsten ließ er lieber Taten auf dem Platz sprechen.
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