In Venezuela kämpfen die Rettungsteams gegen die Zeit, um nach den verheerenden Erdbeben Überlebende aus den Trümmern zu retten. Die Hoffnung wird nicht aufgegeben: Dutzende Menschen sind bereits lebend geborgen worden, darunter zwei verletzte Kleinkinder im Bundesstaat La Guaira, deren Mutter noch vermisst wird, wie Fernsehsender berichteten.
Die erfolgreichen Bergungen lösen an vielen Orten Beifall bei den Nachbarn und Angehörigen aus, wie Fernsehbilder zeigten. Vorläufigen amtlichen Angaben zufolge sind bei den Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 mindestens 164 Menschen ums Leben gekommen, knapp 1.000 weitere wurden verletzt. Die Opferzahl wird voraussichtlich weiter steigen, da sehr viele Menschen vermisst werden. Allein im schwer betroffenen La Guaira an der Karibikküste sind nach Berichten des TV-Senders Globovisión mindestens 42 mehrstöckige Gebäude eingestürzt, in der Hauptstadt Caracas rund zehn weitere.
Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez rief den Privatsektor dazu auf, der Regierung die für die Rettungsarbeiten dringend benötigten Bagger zu vermieten. Such- und Rettungsteams aus dem Ausland seien zudem bereits auf dem Weg nach Venezuela, um sich an der Suche nach Verschütteten zu beteiligen, sagte sie.
Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) steuert nach Angaben des UN-Nothilfekoordinators Tom Fletcher den Einsatz der internationalen Rettungsteams. „Unser Team in Venezuela arbeitet eng mit den Behörden zusammen, um die Prioritäten festzulegen“, erklärte Fletcher. Derzeit werde unter Hochdruck geprüft, welche Hilfe benötigt werde. Bereits vor den Erdbeben seien in Venezuela fast acht Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen gewesen.
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