Wechsel an der Spitze des KulturKino-Vereins in Feuchtwangen: Aus beruflichen und familiären Gründen hat Hans Heinrich Unger den Vorsitz jetzt nach acht Jahren aufgegeben. Wolfgang Grebenhof, der bisher als Schriftführer tätig war, löst ihn ab.
Unger, der den Verein im Jahr 2016 mit aus der Taufe gehoben hatte, zieht sich indes nicht komplett zurück: Er werde im Vorstand weiterhin als Beisitzer mitwirken, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Im Amt als stellvertretende Vorsitzende bestätigten die Mitglieder Heidi Spanner. Sie wird auch weiterhin kommissarisch die Kassengeschäfte führen. Die Funktion des Schriftführers übernimmt Richard Ruttmann, der bislang Beisitzer war.
Michael Schmidt, der auch die Programmgruppe leitet, wurde als Beisitzer ebenso wiedergewählt wie Jens Setzer, der sich vorrangig um die Technik kümmert. Neu zum Beisitzer berufen wurde Dieter Woyke. Quirin Thalhammer machte dafür seinen Posten frei. Er wird aber nach wie vor die Social-Media-Plattformen für den Verein betreuen. Gudrun Kühnl und Birgit Meyer wurden als Kassenprüferinnen bestätigt. Sämtliche Wahlen erfolgten einstimmig.
Hans Unger nannte es „großartig“, dass sich das Feuchtwanger Kino in den zwei Jahren seit der Wiedereröffnung inzwischen fest etabliert habe. Mehr als 15.000 Zuschauer habe man seither gezählt. „Ihr habt das möglich gemacht“, sagte er den gut 40 Teilnehmenden bei der Hauptversammlung – jedes dritte Mitglied war der Einladung gefolgt. Nur durch die aktive und zugleich kontinuierliche Mitarbeit von fast drei Dutzend ehrenamtlich Helfenden sei der regelmäßige Kinobetrieb zu stemmen. Der scheidende Vorsitzende hob aber auch die Unterstützung durch andere Vereine und Organisationen hervor: „Es wächst immer mehr.“
Für seine Ausdauer beim Verfolgen der Idee, die ehemaligen Regina-Lichtspiele in Feuchtwangen mit neuem Leben zu erfüllen, würdigte Nachfolger Grebenhof den Gründungsvorsitzenden: „Ohne Dich wären wir jetzt nicht hier.“ Gerade in der Anfangszeit habe Unger viele dicke Bretter bohren müssen – von der Vereinseintragung bis zur Klärung steuerlicher Aspekte. Er habe auch maßgeblich dazu beigetragen, dass der KulturKino-Verein den Stadtrat von seinem Konzept habe überzeugen können. Mit einem Geschenkkorb dankte Wolfgang Grebenhof seinem Vorgänger Unger im Namen der Mitglieder.
Auf den dank der Zuverlässigkeit der Helfenden weitgehend reibungslos laufenden Kinobetrieb wies Heidi Spanner hin. Dass sich das Angebot trage, sei trotz der sehr guten Besucherzahlen nur durch das Ehrenamt möglich. „Die Filmauswahlgruppe trifft den Geschmack.“ In diesem Zusammenhang berichtete sie, dass sich das KulturKino inzwischen auch bei den Verleihfirmen einen guten Ruf erarbeitet habe, was manches „Schmankerl“ ermögliche.
So sei beispielsweise das renommierte Festival Berlinale auf die Feuchtwanger Kinobetreiber zugekommen mit dem Angebot, die Kurzfilm-Kompilation „Elf mal morgen“ zu zeigen. Darin geht es um die außergewöhnliche Jugendarbeit von elf Fußballvereinen, darunter der SV Weinberg. Die Dokumentation wird am Freitag, 17. Mai, gezeigt. Auf weitere Besonderheiten ging der neue Vorsitzende Grebenhof ein. Demnach wird es am 11. Mai eine Filmpremiere in Feuchtwangen geben: „Biergula“, das erste Projekt des Künstlerkollektivs Halbweltmedia aus Dinkelsbühl. Nach der Vorstellung spielt die Band Neonfee, die zwei Songs zum Soundtrack des Films beigesteuert hat.
Schon Tradition sei, dass zu den Kreuzgang-Bühnenstücken der Saison passende Filme im Kino gezeigt werden. Das wird laut Grebenhof auch heuer wieder der Fall sein. Und ein Open-Air-Angebot im idyllischen Museumsgarten habe man ebenfalls wieder im Programm. Gezeigt wird am 29. Juni „Bob Marley – One love“. Eine außergewöhnliche Veranstaltung abseits der Leinwand kündigte der Vorsitzende für Sonntag, 23. Juni, an. An diesem Tag wird ein Streicher-Trio des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks im Kino konzertieren. Mitglied Alexandra Hahn hatte diesen Auftritt anlässlich des 75. Geburtstages des Ensembles für den Verein gewonnen.
Wunschlos glücklich sei der Verein trotz seines Erfolges nicht, heißt es in der Mitteilung weiter. Zum einen fehlten am Kino geeignete Fahrrad-Abstellmöglichkeiten. Zum anderen warte man seit zwei Jahren darauf, dass sich auf dem städtischen Wegweiser-System endlich ein Hinweis auf das Lichtspieltheater findet.