Auf dem Hesselberg kündigen sich Veränderungen an: Zwischen dem dortigen Evangelischen Bildungszentrum (EBZ) und der Tagungsstätte im gut 50 Kilometer entfernten Pappenheim laufen aktuell Gespräche über Zusammenlegungen. Betroffen ist die Verwaltung, aber auch der Vorstand soll eine neue Struktur erhalten.
Vor wenigen Wochen war die langjährige Verwaltungsleiterin Ingeborg Lindinger in den Ruhestand verabschiedet worden. Damals sprach das EBZ Hesselberg in einer Mitteilung von einer „angestrebten stärkeren Zusammenführung der Evangelischen Bildungszentren Hesselberg und Pappenheim“. Daher werde Christian Söllner, der Verwaltungsleiter des EBZ Pappenheim, das Amt der Leitung der nun gemeinsamen Verwaltung übernehmen.
Auf Nachfrage bestätigte nun Pfarrer Christoph Seyler, der Leiter des EBZ Hesselberg, dass eine Zusammenlegung der Verwaltung beider Häuser geplant sei. Dabei gehe es auch um Sparmaßnahmen und Synergieeffekte. Außerdem werde auch über eine neue Satzung und eine neue Vorstandsstruktur gesprochen.
Im Detail wollte Seyler sich zum jetzigen Zeitpunkt zu den Plänen noch nicht äußern. Er verwies darauf, dass die Gespräche zu diesen Themen aktuell noch laufen. Dem Verwaltungsrat würden verschiedene Optionen vorgestellt. Erst wenn dieser grünes Licht gegeben hat, können die Pläne in die Tat umgesetzt werden. Dies soll wohl Anfang Mai der Fall sein.
Allerdings verdeutlichte Seyler: „Es macht Sinn, beide Standorte auch für die Verwaltung zu halten, da beide Häuser je ein eigenes Profil haben – Pappenheim verstärkt in der Jugendbildungsarbeit, Hesselberg in der Erwachsenenbildung.“ Am Hesselberg soll im Zusammenhang mit der künftigen Denkmallandschaft Hesselberg auch inhaltlich die gesellschaftspolitische Bildung eine größere Rolle spielen. Zudem seien dort weiterhin die Evangelische Dorf- und Betriebshilfe und auch die Evangelische Fachstelle für Ländliche Räume von Bedeutung.
Teil des neuen Konzeptes werde es sein, die gemeinsame Leitungsstruktur, also den Vorstand beider Einrichtungen, auf künftig eine Person mit kaufmännischer Kompetenz und einer Person mit theologisch-pädagogischer Ausrichtung zu reduzieren. „Mit dieser Verschlankung der Leitungsstruktur und der Zusammenführung der Verwaltung erwarten wir langfristige Synergieeffekte, weitere Qualitätssteigerungen und schon auch Kostenersparnisse“, gab Seyler unumwunden zu.
Die evangelische Landeskirche will ihre Zuschüsse im Bereich der Tagungshäuser nämlich deutlich reduzieren. Bereits seit 2022 wurden deshalb die Tagungshäuser von externen Gutachtern bewertet. In diesem Zusammenhang war Ende November bereits das Aus für das Wildbad in Rothenburg bekannt geworden.
In einem Schreiben an die Mitglieder der Landessynode hieß es damals außerdem, dass auch das EBZ am Hesselberg eigentlich in zwei bis drei Jahren nicht mehr gefördert werden dürfte. Offenbar erfüllt es die Kriterien der Gutachter nicht. Wegen seiner großen Bedeutung für die evangelische Landeskirche sollte das Tagungszentrum am höchsten Berg Mittelfrankens aber noch eine zweite Chance erhalten.
Das EBZ in Pappenheim dagegen war eines von nur noch fünf Häusern in ganz Bayern, das sicher auch weiterhin mit finanziellen Zuwendungen der Landeskirche rechnen kann. In der Nutzwertanalyse der externen Gutachter hatte es sehr gut abgeschnitten.