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Veröffentlicht am 30.10.2026 17:04

Fanszenen bestärken Forderungen zum Ende von 50+1-Ausnahmen

Das Bündnis „Fanszenen Deutschlands“ pocht weiter auf die konsequente Durchsetzung der 50+1-Regelung. (Archivbild) (Foto: Federico Gambarini/dpa)
Das Bündnis „Fanszenen Deutschlands“ pocht weiter auf die konsequente Durchsetzung der 50+1-Regelung. (Archivbild) (Foto: Federico Gambarini/dpa)
Das Bündnis „Fanszenen Deutschlands“ pocht weiter auf die konsequente Durchsetzung der 50+1-Regelung. (Archivbild) (Foto: Federico Gambarini/dpa)

Das Bündnis „Fanszenen Deutschlands“ hat für die Neuregelung von 50+1 das Ende von Ausnahmen der Regelung in der Fußball-Bundesliga gefordert. „Die Vereine des Bundesliga e.V. müssen sich vor der Mitgliederversammlung im Dezember unmissverständlich zu 50+1 bekennen“, teilte das Fanbündnis mit. „Ein solches Bekenntnis geht nur Hand in Hand mit dem Ende aller Ausnahmen und Umgehungsversuche.“

Im August dieses Jahres hatte das Bundeskartellamt die Bundesliga zu Nachbesserungen der 50+1-Regel und zu einheitlichen Wettbewerbsbedingungen aufgefordert. Derzeit profitieren der VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen von Sonderregelungen der 50+1-Regel.

„Die Entscheidung des Bundeskartellamts zu 50+1 ebnet den Weg für einen fairen Fußball in den Händen der Mitglieder“, schrieb das Bündnis „Fanszenen Deutschlands“. „Unsere Erwartung an Vereine und Verbände ist klar und sollte niemanden überraschen: Die Empfehlungen des Kartellamts müssen schnellstmöglich umgesetzt werden.“

Ausnahmeregelungen in Leverkusen und Wolfsburg

Der Bundesligist aus Leverkusen ist eng mit dem Chemiekonzern Bayer verbunden. Die langjährige Förderung bildete die Grundlage für eine Ausnahme von der 50+1-Regel, die nur dann gestattet wird, wenn ein Investor einen Verein mindestens 20 Jahre lang erheblich gefördert hat. Die Regel fand 1999 bei Leverkusen Anwendung.

Volkswagen erhielt 2001 eine Ausnahme für den VfL Wolfsburg. 2015 gab es diese dann auch bei der TSG 1899 Hoffenheim, wo Mäzen Dietmar Hopp die Mehrheit in der Fußball-Spielbetriebs-GmbH übernahm - bis der Club Ende 2023 zur regulären 50+1-Struktur zurückkehrte.

Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg äußern sich 

Auch nach Ansicht des Leverkusener Fan-Dachverbands „Nordkurve 12“ solle der Werksclub nicht länger von dieser Sonderregelung profitieren. „Was für den deutschen Fußball insgesamt gelten soll, muss auch in Leverkusen Maßstab sein“, teilte der Fanverband mit und richtete sich dabei auch direkt an die Bayer AG. „Sollte die Bayer AG versuchen, die bestehende Sonderstellung juristisch zu verteidigen oder auszuweiten, könnte dies die Auseinandersetzung um die Zukunft der 50+1-Regel weiter verschärfen.“ 

Der Werksclub aus Leverkusen antwortete bereits kurz nach der Veröffentlichung der Forderungen von „Nordkurve 12“ in einem Club-Statement. „Bayer 04 nimmt den Wunsch nach Mitbestimmung und die Positionen unserer Fans ernst“, teilte der Bundesligist mit. „Mitgliederpartizipation ist ein wichtiges Anliegen bei der Weiterentwicklung von 50+1. Dazu arbeiten wir konstruktiv mit der Bundesliga und den anderen Klubs zusammen.“

Auch der VfL Wolfsburg äußerte sich umgehend zu den erneut formulierten Forderungen der deutschen Fanszenen zur Neuregelung von 50+1. „Wir beim VfL Wolfsburg wissen, wie wichtig Mitbestimmung und Partizipation für die Fans sind. Es ist wichtig, dass die aktuelle Diskussion in Fußball-Deutschland zum Thema 50+1 konstruktiv geführt wird“, teilte der Zweitligist mit.

© dpa-infocom, dpa:261030-930-920282/1


Von dpa
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