Der Sensor funktioniert nicht richtig, die Legoplanierraupe schiebt die kleine Kugel einfach nicht weiter. Kniende Realschüler so weit das Auge reicht, die unter Zeitdruck noch feilen und basteln, damit beim ersten Durchgang um 10 Uhr alles klappt.
Im BayernLab in Neustadt fand zum vierten Mal die Robotikmeisterschaft der Realschulen in Bayern statt, die viertgrößte Robotikmeisterschaft in ganz Deutschland, und noch dazu eine völlig unabhängige, rein auf der Initiative engagierter Lehrerinnen und Lehrer basierend.
Gerade traf eine Lehrkraft von der Realschule Hilpoltstein ein, mit knapp 15 Schülern, mit zahlreichen gelben Plastikkisten, in denen ihre Lego-Roboter oder auch die Roboter des chinesischen Konkurrenten Vex IQ weilen. „Sucht euch einen Platz, wenn ihr noch Tische oder Laptops braucht, einfach bei mir melden“, sagte Amtsleiter Bernd Böhm, der sich sichtlich freute, dass wieder so viele motivierte Schülerinnen und Schüler eintrafen. Nach und nach trudeln auch die Realschule Feuchtwangen, Heilsbronn, Feucht, Rothenburg ob der Tauber, Fürth und Roth ein.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Organisator Simon Reeber, der zusammen mit Bernd Böhm die Idee zu diesem Event entwickelt hat, wurden noch einmal die Regeln erklärt: Die Roboter müssen am Tisch abgelegt und dürfen nach dem Testlauf nicht mehr angefasst werden, dann folgt noch eine weitere: Der Bessere zählt. Die Teams melden sich an. Es gibt Anfänger- und Fortgeschrittenen-Teams. Auf einem Plan, der einen landwirtschaftlichen Betrieb darstellt, müssen eine kleine Kugel in eine Scheune gefahren, Bäume ergriffen, Heuballen gewendet oder symbolisch blaue Legosteine, das Wasser, verbracht werden.
Die Teilnehmenden haben entweder im Blockunterricht, dann meist bis abends um 18 Uhr eine ganze Woche lang, oder als AG einmalig in der Woche 90 Minuten ihre Roboter gebaut, die jetzt funktionieren mussten. Darauf hofften auch Mareike Braun und Marla Rattelmüller aus der neunten Klasse Realschule Feuchtwangen. Der Mädchenanteil könnte ruhig noch etwas höher sein, größtenteils sind es drei pro Kurs, erzählte Realschullehrer Simon Reeber aus Rothenburg.
Am Ende des Wettbewerbs können sich in der Kategorie Anfänger die Schüler der Realschulen Heilsbronn, Feucht und Feuchtwangen über eine Platzierung auf dem Treppchen freuen. In der Kategorie Fortgeschrittene sind zweimal Rothenburg und einmal Feuchtwangen vertreten.