Schon seit Ende 2023 warten die Feuchtwangerinnen und Feuchtwanger auf eine vollwertige Filiale der Deutschen Post in der Kernstadt. Doch nun deutet sich an, dass die DHL Group, zu der die Post gehört, hier endlich einen Standort gefunden haben könnte. Die Liegenschaft liegt laut Bürgermeister Patrick Ruh sehr zentral.
„Derzeit befinden wir uns einen Standort in Feuchtwangen betreffend in laufenden Verhandlungen”, bestätigte die DHL-Pressestelle Informationen der FLZ. Aus diesem Grund bat eine Sprecherin des Konzerns um Verständnis dafür, sich noch nicht näher „zu Details wie Mietverträgen äußern” zu können.
Entsprechend unbeantwortet ließ sie auch die Frage, ob die Post in den ins Auge gefassten Räumen eigenständig eine Geschäftsstelle betreiben oder einen Partner mit ihren Aufgaben betrauen wolle. In jedem Fall aber sei der Konzern „an langfristigen Lösungen interessiert” und „zuversichtlich, schon bald einen geeigneten Standort in Feuchtwangen zu finden”.
Angesichts der noch laufenden Verhandlungen wollte auch Rathauschef Ruh noch nichts zur exakten Lage der möglichen Postfiliale sagen. Nach seinem Kenntnisstand habe der Konzern den Mietvertrag für die „recht zentral” gelegenen Räume bereits unterzeichnet, die Unterschrift des Vermieters fehle allerdings noch. Darüber hinaus gehende Informationen – zum Beispiel, in welcher Form die Geschäftsstelle betrieben werden solle – lägen ihm aktuell nicht vor.
Nachdem die ehemalige Postagentur in einem Geschäftshaus an der Hindenburgstraße Ende 2023 geschlossen worden war, hatten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger angesichts der in Feuchtwangens Altstadt nicht mehr angebotenen Dienstleistungen wiederholt öffentlich beschwert. Insbesondere Seniorinnen und Senioren monierten, wegen Paketen nach Dorfgütingen und wegen Einschreiben nach Dürrwangen fahren zu müssen.
Aber auch seitens der Stadt Feuchtwangen wurde das Fehlen einer zentral gelegenen Anlaufstelle der Post – unter anderem wegen des Bedarfs der Verwaltung und der in der Innenstadt aktiven Geschäftsleute – massiv kritisiert. Um Abhilfe zu schaffen, wiesen Bürgermeister Ruh und Vorstand Arthur Reim vom Kommunalunternehmen Stadtentwicklung den Konzern immer wieder auf Immobilien hin, die sich aus ihrer Sicht für eine Geschäftsstelle geeignet hätten.
Doch bis dato hatte die Post stets abgewunken. Als Begründung hieß es zumeist, aufgrund ihrer Größe passten die angebotenen Räume nicht für eine Filiale, oder die Standorte ließen sich nicht von Lkw ansteuern. Zugleich warfen Ruh und Reim der Post vor, nur Mietverträge mit sehr kurzen Laufzeiten anzubieten, weshalb sich von Eigentümern verlangte Investitionen in deren Immobilien nicht lohnen könnten.
Im Rahmen der Suche nach einem Standort für eine Geschäftsstelle war zeitweilig auch eine Container-Lösung auf dem Parkdeck hinter dem ehemaligen Landratsamt im Gespräch gewesen. Doch diese Variante ist mittlerweile vom Tisch.
Wie von der Eigentümerin des Areals an der Hindenburgstraße, der G2R Habelt GmbH mit Sitz in Dinkelsbühl, zu erfahren war, sei die Gesellschaft zwar bereit, Platz für einen Post-Container zur Verfügung zu stellen. Jedoch wäre dies nach Aussage einer Mitarbeiterin nur auf der hinteren, baulich abgetrennten Fläche des Parkdecks möglich.
Weil hingegen im vorderen, einfacher zugänglichen Bereich ein Aufzug installiert worden ist und noch zwei Behindertenparkplätze anzulegen seien, reiche hier der Platz für einen Container nicht aus. In der Folge habe die DHL Group Abstand von diesem Angebot genommen, da es aus deren Sicht unmöglich wäre, den Container per Kran über den überdachten Zwischenbau auf das hintere Parkdeck zu hieven.