Finanzielle Krise im Limeseum Ruffenhofen: Muss ein Kredit aufgenommen werden? | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 15.03.2026 12:00

Finanzielle Krise im Limeseum Ruffenhofen: Muss ein Kredit aufgenommen werden?

Das Limeseum und der es umgebende Römerpark sind über die Region hinaus beliebt und bekannt. Doch die Einrichtung kostet viel Geld. (Foto: Daniela Ramsauer)
Das Limeseum und der es umgebende Römerpark sind über die Region hinaus beliebt und bekannt. Doch die Einrichtung kostet viel Geld. (Foto: Daniela Ramsauer)
Das Limeseum und der es umgebende Römerpark sind über die Region hinaus beliebt und bekannt. Doch die Einrichtung kostet viel Geld. (Foto: Daniela Ramsauer)

Mit „Ach und Krach”, wie es Museumsleiter Dr. Matthias Pausch bezeichnet, wurde bei der Sitzung des Zweckverbandes Römerpark Ruffenhofen der Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Erstmals in 35 Jahren muss das Limeseum möglicherweise einen Kredit aufnehmen.

35.000 Euro fehlen, um das Loch im Haushalt 2026 zu stopfen – mit diesem Ergebnis kam Museumsleiter Matthias Pausch aus der Sitzung des Zweckverbandes Ende Februar. Es wurmt den Museumschef, dass es so weit gekommen ist. Erstmals seit dem Jahr 2012, seit er Leiter des archäologischen Museums im Römerpark Ruffenhofen ist, reicht das Geld nicht. Entwickelt sich die Lage so wie befürchtet, wird man zum Ende des Jahres einen Kredit aufnehmen müssen. „Es war uns immer wichtig, auf eine derartige Maßnahme zu verzichten, doch jetzt hat es uns eingeholt”, sagt Matthias Pausch gegenüber der FLZ.

Nach dem ersten Entwurf änderte sich einiges

Bereits vor der Sitzung des Zweckverbands hatte der Museumsleiter den Entwurf des Haushaltsplans an die Teilnehmenden geschickt. Der Plan, der dann tatsächlich bei der Versammlung präsentiert wurde, wich davon ab. Weitere Kosten, zum Beispiel für Strom, einen Schlepper für das Gelände oder Unterhalt an Gebäuden, waren hinzugekommen.

Die ursprüngliche Verwaltungsumlage sei dadurch von 195.000 auf 230.000 Euro gestiegen. Über die Verwaltungsumlage werden die Kosten für den Römerpark vom Zweckverband Römerpark Ruffenhofen, der aus den drei Gemeinden Weiltingen, Gerolfingen und Wittelshofen besteht, getragen.

Als die neuen Zahlen beim Treffen im Februar zur Sprache kamen, war die Reaktion aus Weiltingen für den Museumsleiter überraschend: Christoph Schmidt, der Bürgermeister des Marktes Weiltingen, habe direkt gesagt, dass das zu viel Geld sei und sich die Marktgemeinde nicht mit über 70.000 Euro beteiligen werde. „Scheinbar ist der Haushalt in Weiltingen dramatisch”, so Pausch.

Weiltingen braucht das Geld für eine Kita

„Wir haben das Glück, dass wir Kinder haben, und das Pech, dass wir keinen Platz haben”, sagt Christoph Schmidt, der Bürgermeister Weiltingens. Am Tag vor der Sitzung des Zweckverbands sei der Gemeinderat zu einer Vorberatung des Haushalts, der demnächst beschlossen werden soll, zusammengekommen. Schon da zeichnete sich ab: der geplante Bau einer Kita für Weiltingen „wird uns den Haushalt für die nächsten vier Jahre zerfetzen”, sagt Bürgermeister Schmidt auf Anfrage der FLZ. Außerdem sollen Gebäude der Gemeinde ans Nahwärmenetz angeschlossen werden und das Rathaus eine neue Heizung bekommen. „Da ist es nicht mehr vermittelbar, dass jedes Jahr zehn Prozent mehr an den Römerpark gehen”, sagt Schmidt.

Der gestiegenen Verwaltungsumlage habe Weiltingen deshalb nicht zugestimmt. „Der Haushalt des Zweckverbands ist ohne Kreditaufnahme nicht zu stemmen”, ist Schmidt überzeugt. Dennoch: In den vergangenen Jahrzehnten habe sich der Römerpark Ruffenhofen zur überregional „ausstrahlenden Institution“ entwickelt. „Wir freuen uns sehr darüber”, stellt Weiltingens Bürgermeister klar. Doch es sei nicht mehr tragbar, dass die drei Gemeinden im Zweckverband den Hauptteil der Kosten übernehmen.

Sponsoren werden gesucht

Überörtliche Institutionen wie der Bezirk und der Landkreis sollten nach Ansicht von Schmidt „deutlich mehr unterstützen”. Damit das Limeseum finanziell besser dastünde, bräuchte es andere Einnahmen, zum Beispiel über Sponsoren.

„Wir benötigen mehr Zuschüsse”, bekräftigt auch Museumsleiter Pausch. Sehr dankbar sei man der Sparkasse Ansbach, die den Römerpark vergangenes Jahr mit einer Stiftungsspende von 30.000 Euro unterstützt hat. Von der Sparkasse hat er aber bereits die Info erhalten, dass dies „eine einmalige Sache sei” und 2026 nicht noch einmal passieren werde, so Pausch. In Zeiten knapper Kassen zählt das Limesum außerdem auf Unterstützung durch den Förderverein. Seit 20 Jahren unterstützt er die Einrichtung, „inzwischen sind da über eine halbe Million Euro an Fördergeldern zusammengekommen”, schätzt Pausch. Das hilft aber auch nicht dabei, das aktuelle Finanzloch zu stopfen.

Es gibt keine Einsparmöglichkeiten

Bei der Versammlung des Zweckverbands wurde überlegt, ob man das Geld anderweitig einsparen könne. „Es wäre ein Traum, wenn wir den Kredit nicht bräuchten”, sagt Pausch. Doch bereits jetzt wirtschaftet der Römerpark knapp. „Ich sehe nichts, wo wir sparen könnten”, meint er. Bei der Versammlung des Zweckverbands seien sich die Teilnehmenden einig gewesen, dass die Ausgaben auf Kante genäht sind. Auch in Zukunft solle weder beim Personal noch bei den Öffnungszeiten gespart werden.

Wenn alles so kommt, wie errechnet, werden dem Römerpark Ende des Jahres besagte 35.000 Euro fehlen. „Der Haushalt ist realistisch aufgestellt. Das Geld wird am Ende nicht reichen”, dieser Meinung ist der Verbandsvorsitzende Bürgermeister Karl Fickel (Gerolfingen). Den Kredit werde man allerdings nicht sofort aufnehmen, sondern erst, wenn er gebraucht wird, voraussichtlich Ende des Jahres. Unter Fickels Leitung wurde der Haushaltsplan letztlich doch verabschiedet. Der Verwaltungshaushalt umfasst 477.100 Euro, der Vermögenshaushalt 139.800 Euro.

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