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Veröffentlicht am 13.08.2026 20:20

FLZ-Auszeichnung: Markus Retta ist Ehrenamtlicher des Monats Juli

Markus Retta kennt das Schützenhaus in dem Bad Windsheimer Ortsteil Ickelheim seit dem ersten Stein. Als Trainer führte er den Verein in 25 Jahren bis in die zweite Bundesliga. Für seine unermüdliche Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen wird er mit dem FLZ-Ehrenamtspreis für Juli ausgezeichnet.

„In den 90er Jahren wurde das Schützenhaus gebaut. Da war ich als Kind immer mit an der Baustelle. Nach der Arbeit hat man miteinander gevespert. Ich hatte früh das Gefühl, dass es da Spaß macht“, erinnert sich Retta an seine ersten Begegnungen mit der Welt der Schützen, der allein in den Vereinen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim rund 6000 Menschen angehören. Die gute Laune war das wichtigste Argument für den Jungen, mit zwölf Jahren zum SV 1889 Ickelheim zu gehen. „Am Anfang stand nicht das Schießen im Vordergrund, sondern das Vereinsleben.“

Das neue Schützenhaus wurde mit 16 Ständen gebaut, eine einmalige Dimension im Landkreis. „Es war eine richtig gute Entscheidung, weitsichtig“, lobt Retta im Rückblick den Mut der Verantwortlichen. „In Deutschland wurde eine Bundesliga erst 1997 geschaffen. Daran hat damals keiner gedacht.“

Schnupperschießen änderte alles

Schon gar nicht in dem kleinen Ortsteil von Bad Windsheim mit rund 600 Einwohnern. Niemand ahnte, dass ein Schnupperschießen im Jahr 2001 den Grundstein für eine seltene Erfolgsgeschichte legen sollte. Über die Hälfte der 35 Kinder und Jugendlichen, die vorbeischauten, blieb dabei.

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Der Verein investierte in Jugendgewehre und Ausrüstung, Markus Retta begann als jüngster Aktiver seine Arbeit als Trainer. Er gehörte zu dem Team, das für den Nachwuchs auch außerhalb des Schützenhauses viel anbot, von jährlichen Zeltlagern bis zu Kanufahrten. Bis heute sind solche Aktionen in Ickelheim ein wichtiger Teil der Jugendarbeit. „Bei uns ist es das Miteinander im Verein. Wir halten alle zusammen, wie man es sich vorstellt.“

Wo in anderen Sportarten die körperlichen Anforderungen Geschlechter und Altersgruppen trennen, kennt der Schießsport keine Grenzen. „Es gibt wenig Sportarten, die so inklusiv sind“, sagt der 42-Jährige. „Wir haben von zehn bis 80 Jahren alle am Stand.“ Dabei hilft, dass man ab 51 Jahren aufgelegt schießen kann, ab 66 Jahren im Sitzen. Kraft ist kein Thema. „Es ist ein Konzentrationssport.“


Es gibt wenig Sportarten, die so inklusiv sind.

Markus Retta

Im Leistungsbereich ist Fitness dennoch unverzichtbar. Seine eigene Laufbahn stellte Markus Retta zurück, als er sein Talent als Trainer spürte. Vom Übungsleiter qualifizierte er sich bis zur Lizenz für den Leistungssport. Seit 2012 ist er Sportleiter beim SV 1889 Ickelheim, den er hoch zur 2. Bundesliga führte. In der vergangenen Saison klopfte die Luftgewehrmannschaft sogar an die Tür zur ersten Liga, die nur knapp verfehlt wurde.

In starker Form: Hanna Stubenrauch beim Aufstiegskampf in Heitersheim. (Foto: Markus Retta)
In starker Form: Hanna Stubenrauch beim Aufstiegskampf in Heitersheim. (Foto: Markus Retta)

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Neben seinen Aufgaben im Verein engagiert sich Retta auch seit seiner Jugendzeit im Schützengau Uffenheim, zu dem 23 Vereine gehören, und auf Bezirksebene. Dort bietet der Leistungsverein RWS Franken den besten Aktiven aus mehreren Schützengauen Training und Wettkämpfe auf den höheren Ebenen. Markus Retta ist seit acht Jahren auch dort in der sportlichen Leitung. Den Lohn für die intensive Arbeit sieht er langfristig. „Wir merken, wer bei uns dabeibleibt, kommt auch im Leben ziemlich weit.“


Es ist ein gerechter Sport.

Markus Retta

Es erfordere viel, neben dem Alltag mit Schule, Ausbildung oder Studium Leistungssport zu betreiben. „Wer das alles organisiert bekommt, nimmt es mit ins Berufsleben.“ Was auch für den 42-Jährigen gilt. Nach seiner Ausbildung zum Formenbauer und verschiedenen Stationen als Angestellter schaffte er den Aufstieg in die Konstruktion und machte sich mit einem eigenen Büro in Bad Windsheim selbstständig. Dort tüftelt er vor allem an Kunststoffteilen für die Automobilindustrie.

Das Tüfteln an den vielen Bereichen beim Schießen ist für den erfolgreichen Trainer unabhängig von der Liga. „Man sieht ziemlich genau seinen Leistungsstand und kann sich selbst immer verbessern. Jeder kann Erfolge haben auf seiner Ebene, ob man Bundesliga schießt oder tiefer. Es geht nicht um das Gewinnen oder Verlieren. Entscheidend ist, seine Leistung zu bringen, nicht der ständige Vergleich mit anderen. Das macht das Schießen aus. Es ist ein gerechter Sport.“ Und einer, der alle zusammenbringt. „Beim Duell im Wettkampf geht es direkt gegeneinander und dabei ist das Alter egal. Das hat man nicht bei vielen Sportarten.“


Wenn das Team passt, dann klappt es.

Markus Retta

Die Kombination aus Leistungssport auf Bezirksebene, zweiter Bundesliga im Verein und breitem Training an den heimischen Schießständen reizt Markus Retta nach wie vor. „Für mich ist das Entscheidende, dass jeder mitmachen kann. Es ist schön, deutscher Meister zu werden, aber es ist mehr wert, Jugendliche mitnehmen zu können.“ Ans Aufhören denkt er nicht. „Es macht immer noch Spaß. Man sieht, was wir in den letzten 25 Jahren bewegt haben. Alleine funktioniert es sowieso nicht. Aber wenn das Team passt, dann klappt es. In Ickelheim hat es immer gepasst.“

Kurzer Weg zu neuen Vorschlägen

Für sein Engagement wird Markus Retta bei der Aktion „Mein Ehrenamt” mit dem Preis für den Monat Juli ausgezeichnet. Sie kennen auch eine Person aus der Region, deren ehrenamtliches Engagement einen Preis verdient hätte? Dann schlagen Sie sie über unser Bewerbungsformular vor. Hier finden Sie alles zur Aktion.

Markus Retta aus Bad Windsheim arbeitet seit 25 Jahren als Trainer auf verschiedenen Ebenen im Sportschießen.  (Foto: Manfred Blendinger)
Markus Retta aus Bad Windsheim arbeitet seit 25 Jahren als Trainer auf verschiedenen Ebenen im Sportschießen. (Foto: Manfred Blendinger)
Markus Retta aus Bad Windsheim arbeitet seit 25 Jahren als Trainer auf verschiedenen Ebenen im Sportschießen. (Foto: Manfred Blendinger)
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