Fördermittel fließen: Gollhofen will die Alte Ziegelei mit neuem Leben füllen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 20.03.2026 09:00

Fördermittel fließen: Gollhofen will die Alte Ziegelei mit neuem Leben füllen

Die Gemeinde Gollhofen kann nach Zusagen der erhofften bayerischen Fördermittel das Projekt „Alte Ziegelei” angehen. (Foto: Gerhard Krämer)
Die Gemeinde Gollhofen kann nach Zusagen der erhofften bayerischen Fördermittel das Projekt „Alte Ziegelei” angehen. (Foto: Gerhard Krämer)
Die Gemeinde Gollhofen kann nach Zusagen der erhofften bayerischen Fördermittel das Projekt „Alte Ziegelei” angehen. (Foto: Gerhard Krämer)

Der Rat hat den Haushalt verabschiedet – jedoch nicht einstimmig. Zwei Räte lehnen die Aufnahme des Projekts „Alte Ziegelei” in die Finanzierungsplanung ab. Bürgermeister Heinrich Klein hingegen verteidigt das Vorhaben: Förderzusagen von Landtag und Amt für Ländliche Entwicklung machen das Großprojekt seiner Meinung nach tragbar.

Das Projekt „Alte Ziegelei” hat einen wichtigen Schritt in Richtung Verwirklichung gemacht: Auf der brachliegenden Gewerbefläche der ehemaligen Ziegelei soll ein gemischtes Quartier mit Wohnraum für verschiedene Generationen sowie Flächen für Gewerbe und Dienstleistungen entstehen.

Zuschüsse vom Staat wirken

Durch Fraktionsinitiativen von CSU und Freien Wählern im Landtag stehen knapp über 400.000 Euro in Aussicht. Konkret hat der CSU-Stimmkreisabgeordnete Werner Stieglitz eine Förderung von 450.000 Euro zugesagt – allerdings unterliegt diese Summe, sofern der Landtag sie im April endgültig beschließt, noch einer Haushaltsperre von zehn Prozent.

Damit könnten letztlich rund 405.000 Euro tatsächlich abgerufen werden. Zusätzlich stellt das Amt für Ländliche Entwicklung 500.000 Euro bereit. Bürgermeister Klein zeigte sich erleichtert: Mit diesen Mitteln sei das Vorhaben für die Gemeinde finanzierbar.

Sanierung der Ortsdurchfahrt

Der Gesamthaushalt hat ein Volumen von 7.991.400 Euro, aufgeteilt in den Verwaltungshaushalt mit 3.529.400 Euro und den Vermögenshaushalt mit 4.462.000 Euro. Im Verwaltungshaushalt werden Einnahmen aus Steuern und allgemeinen Finanzzuweisungen von rund 2,5 Millionen Euro eingeplant.

Die laufenden Ausgaben im sozialen Bereich schlagen dabei besonders zu Buche. Einmalig entsteht in diesem Jahr ein Defizit in der kostenrechnenden Einrichtung, als Folge der Abrechnung des Verbesserungsbeitrages für die Abwassereinrichtung.

Den Vermögensetat prägen laufende Großprojekte. Das größte davon ist die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Gollhofen entlang der Bundesstraße 13. Das Staatliche Bauamt, das Amt für Ländliche Entwicklung und das Wasserwirtschaftsamt beteiligen sich finanziell, doch die gesamte Maßnahme mit einem Volumen von 7,2 Millionen Euro muss die Gemeinde zunächst aus dem eigenen Etat vorfinanzieren.

Bischofsbrunnen und Gigabitausbau

Der Eigenanteil der Gemeinde an dieser und weiteren Maßnahmen – darunter auch die Sanierung des Bischofsbrunnen, für die zusätzlich 104.000 Euro aus dem bayerischen Investitionsbudget eingesetzt werden – beläuft sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Baulich soll die Ortsdurchfahrt bis Ende 2026 fertiggestellt sein.

Auch beim Gigabitausbau hat die Gemeinde bereits die erste Abschlagszahlung geleistet. Bis Ende 2028 müssen noch rund 675.000 Euro vorfinanziert werden. Nach Abzug der staatlichen Förderung verbleibt ein gemeindlicher Eigenanteil von voraussichtlich 70.000 Euro.

Kreditaufnahme als Brücke

Um all das zu stemmen, ist eine Kreditaufnahme von 1,4 Millionen Euro geplant. „Wir gehen in die Verschuldung, weil wir Etliches vorfinanzieren müssen, bis die Zuschüsse fließen”, erklärte Klein. Er gab sich jedoch zuversichtlich: Wenn sich die Finanzlage der Gemeinde verschlechtere, würden irgendwann auch die Schlüsselzuweisungen vom Freistaat wieder steigen.

Der Haushalt in Zahlen

  • Verwaltungshaushalt:
    3,5 Millionen (Mio.) Euro
  • Vermögenshaushalt:
    4,5 Mio. Euro
  • Zuführung zum Vermögenshaushalt:
    102.000 Euro
  • Geplante Kreditaufnahme:
    1,4 Mio. Euro
  • Wesentliche Einnahmen im Verwaltungshaushalt:
  • Gewerbesteuer:
    1,3 Mio. Euro
  • Einkommenssteuer:
    777.000 Euro
  • Grundsteuern A und B:
    358.000 Euro
  • Schlüsselzuweisung:
    25.800 Euro
  • Wesentliche Ausgaben des Verwaltungshaushalts:
  • Kreisumlage:
    688.000 Euro
  • Verwaltungs- und Betriebsaufwand:
    675.600 Euro
  • Personalausgaben:
    119.000 Euro
  • VG-Umlage:
    119.000 Euro


Von Gerhard Krämer [GERHARD KRÄMER] (kraemergerhard@t-online.de)
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