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Veröffentlicht am 24.02.2023 12:48

Freier Zugang: Wahl zum Betriebsrat bei XXXLutz auf dem Weg

Buket Demirci, Marco Hochreuter, Abdul Abbara Ghani, Marina Stoyanova, Carlos Lampreia und Nuray Ahmed (von links) kamen ohne Probleme auf das Gelände von XXXLutz in Langensteinach.  (Foto: Manfred Blendinger)
Buket Demirci, Marco Hochreuter, Abdul Abbara Ghani, Marina Stoyanova, Carlos Lampreia und Nuray Ahmed (von links) kamen ohne Probleme auf das Gelände von XXXLutz in Langensteinach. (Foto: Manfred Blendinger)
Buket Demirci, Marco Hochreuter, Abdul Abbara Ghani, Marina Stoyanova, Carlos Lampreia und Nuray Ahmed (von links) kamen ohne Probleme auf das Gelände von XXXLutz in Langensteinach. (Foto: Manfred Blendinger)

Bange Minuten am Eingang gab es kurz vor elf Uhr für Mitarbeiter des XXXLutz-Standorts in Uffenheim-Langensteinach. Dann stand fest, dass sie zur Vorbereitung der Wahl eines Betriebsrats in das Gebäude dürfen.

Marco Hochreuter, Abdul Abbara Ghani, Marina Stoyanova, Carlos Lampreia und Nuray Ahmed waren am Donnerstag vor das Arbeitsgericht Nürnberg gezogen, um ihre Rechte einzufordern. Sie wollten mit anderen einen Betriebsrat gründen und dafür kandidieren, waren jedoch gekündigt und sofort freigestellt worden. Das Unternehmen hatte einen Zusammenhang dementiert und allgemeine Pläne für eine Umstrukturierung in dem Logistik-Standort als Grund für die Kündigungen angegeben.

Richter Thomas Remler hatte keinen Zweifel gelassen, dass sich das Unternehmen strafbar machen könnte, wenn es den gekündigten Mitarbeitern den Zugang für die Vorbereitung einer Betriebsratswahl verbieten würde. Diese haben die Kündigungen nicht akzeptiert.

Ungewöhnlicher Anblick: Security am Tor

An ihrer Seite war ihre Kollegin Buket Demirci. Dieser war bei den Vorbereitungen zur Wahl eines Betriebsrats nicht gekündigt, sie war aber ebenfalls freigestellt worden. Anders als an anderen Arbeitstagen waren zwei Security-Kräfte am Eingang postiert. Deshalb befürchteten die Mitarbeiter, sie müssten eventuell doch auf der Straße bleiben. Kurz nach elf Uhr konnten sie jedoch ungehindert durch das Tor hinter die Zufahrtsschranke zu der Logistikniederlassung des Möbelriesen gehen.

Sie wollten eine Betriebsversammlung vorbereiten, in der ab 13 Uhr ein Wahlvorstand gefunden werden sollte. Dieser Wahlvorstand hat dann das Mandat der Beschäftigten, die Wahl eines Betriebsrats abzuhalten. Begleitet wurden die Mitarbeiter von ihrem Anwalt Dr. Thomas Schelp. Er hoffe, dass alles juristisch korrekt in ruhigen Bahnen ablaufen kann, sagte er gegenüber der FLZ.

Rechtsanwalt hofft auf keine weiteren Hindernisse

Der Anwalt kündigte eine rechtliche Prüfung an, falls sich Gerüchte über eine zweite Versammlung bestätigen sollten. Die von ihm vertretenen Mitarbeiter hatten berichtet, aus der Belegschaft Nachrichten erhalten zu haben, dass Führungskräfte für 9 Uhr zu einer eigenen Versammlung eingeladen hätten. Dies wäre nicht zulässig, da die Versammlung für 13 Uhr schon vorher feststand und damit nicht durch eine kurzfristig angesetzte andere Versammlung ausgehebelt werden könnte, sagte Dr. Thomas Schelp.

In dieser Versammlung sollte angeblich ein Wahlvorstand installiert werden, der der Leitungsebene genehm ist. Die Anwältin von XXXLutz hatte jedoch vor dem Arbeitsgericht Nürnberg am Donnerstag beteuert, von Plänen für eine andere Versammlung um 9 Uhr, um der Versammlung um 13 Uhr zuvorzukommen, nichts zu wissen.

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