Bei seinem Alter entsprechend guter Gesundheit hat Hermann Meyer jetzt in Dinkelsbühl seinen 101. Geburtstag gefeiert.
Geboren wurde der Jubilar in Veitlahm in Oberfranken als Sohn eines Pfarrers. Von 1934 bis 1942 besuchte er das Gymnasium in Bayreuth, wo er auch das Abitur erwarb. Von 1942 bis 1944 leistete er Kriegsdienst, von 1944 bis 1946 war er in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Direkt im Anschluss studierte er drei Jahre lang in München an der Musikhochschule, gefolgt von einem Jahr als Referendar in Fürth.
1950 heiratete Hermann Meyer die Gutssekretärin Erika Buick aus Berlin, die 2016 verstarb. Gemeinsam hatten sie fünf Kinder, das Familienglück vervollständigen inzwischen fünf Enkel und fünf Urenkel.
Von 1950 bis 1985 war der Jubilar als Lehrer am Gymnasium in Dinkelsbühl tätig. Dort gab er Musik- und Instrumentalunterricht, zuletzt als Studiendirektor.
In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit Ahnenforschung und erstellte die Ahnentafeln „Harleß“ (1960) und „Meyer“ (1968). Darüber hinaus war er von 1976 bis 2005 Stadtarchivar in Dinkelsbühl und wurde 1998 mit dem Goldenen Ehrenring der Stadt ausgezeichnet.
Zum Geburtstag gratulierten Bürgermeisterin Nora Engelhard im Namen der Stadt Dinkelsbühl sowie Landrat Dr. Jürgen Ludwig im Namen des Landkreises Ansbach. Beide wünschten dem rüstigen Jubilar weiterhin viel Glück und Gesundheit und, dass man sich in einem Jahr wieder zum Feiern treffen möge.
Durch die guten Wünsche motiviert, stimmte der ehemalige Musiklehrer sogleich einen Kanon an, bei dem alle mitsangen – und weil es so schön war gleich im Anschluss das Lieblingslied von Hermann Meyer: „Die Gedanken sind frei“ aus der Feder von Hoffmann von Fallersleben, das früher auch alle seine Schülerinnen und Schüler lernen durften. Wenn er gewusst hätte, dass so viele Gäste kommen, hätte er vorher geübt, witzelte Geburtstagskind Meyer.
Überhaupt habe Hermann Meyer sich seinen besonderen Humor all die Jahre bewahrt, sagten seine Kinder. Nach wie vor liest er sehr gerne, spielt regelmäßig Brettspiele und genießt es, wenn er zusammen mit seinem Sohn Klaus im Cabriolet durch Dinkelsbühl fährt und an seinen alten Wirkungsstätten vorbeikommt – mittlerweile allerdings auf dem Beifahrersitz.