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Veröffentlicht am 02.02.2025 19:01

Für Demokratie und Vielfalt: Demonstration in Dinkelsbühl

Gut 400 Menschen versammelten sich auf dem Dinkelsbühler Weinmarkt, um für Demokratie und Vielfalt einzustehen. (Foto: Martina Haas)
Gut 400 Menschen versammelten sich auf dem Dinkelsbühler Weinmarkt, um für Demokratie und Vielfalt einzustehen. (Foto: Martina Haas)
Gut 400 Menschen versammelten sich auf dem Dinkelsbühler Weinmarkt, um für Demokratie und Vielfalt einzustehen. (Foto: Martina Haas)

Ihr klares Bekenntnis zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt, wie in Artikel 1 des Grundgesetzes verlangt, gaben am Sonntag nach Angaben der Polizei gut 400 Menschen bei der Kundgebung für Demokratie ab.

Das Dinkelsbühler Bündnis für Demokratie und Vielfalt hatte zu der Demonstration auf dem Weinmarkt aufgerufen – fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Gründung des Bündnisses. Der Sprecher der Gruppe, Dekan im Ruhestand Uland Spahlinger, stellte zu Beginn klar heraus, dass die in diesem Zusammenschluss Engagierten sich bei ihrem Anliegen für einen konstruktiven Weg entschieden haben, auf dem der Dialog, dennoch aber, wo nötig, auch eine kontroverse Auseinandersetzung ihren Platz hätten.

Klima der Offenheit und des Respekts

Das Bündnis ist in Dinkelsbühl breit aufgestellt: Auf dem Weinmarkt waren alle Fraktionen des Stadtrats und die Stadtspitze vertreten. 28 Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, der haupt- und ehrenamtlich in der Geflüchtetenhilfe Tätigen, der großen Sportvereine und Kulturinstitutionen, aus dem Gesundheitswesen, sozialer Verbände, aus dem Umwelt- und Naturschutz, von Fridays für Future und der Kinderzeche bekannten sich mit Statements zu einem gesellschaftlichen Klima der Offenheit und des Respekts, in dem es Raum und Schutz für alle Menschen gibt.

Die in Artikel 1 Grundgesetz verankerte unantastbare Würde des Menschen, die zu achten und zu schützen Verpflichtung aller staatlichen Gewalt ist, „ist kein Konjunktiv“, stellte Sabine Binder, Vorsitzende der Kolpingsfamilie Dinkelsbühl, in ihrem Statement fest.

Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben

Spahlinger fragte abschließend: „Wollen wir völkischen, ausgrenzenden Kräften das Feld überlassen?“ Seine Antwort: „Nein, das wollen wir nie wieder haben. Nie wieder ist jetzt.“ Mit diesen Worten des „Nie wieders“ greift das Bündnis die Staatsräson Deutschlands auf, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg dazu bekannte und dafür verantwortlich machte, dass sich die menschenverachtenden Gräuel nicht wiederholen dürfen.

Er betonte, dass es nicht bei der Phrase bleiben dürfe, sondern dass jeder Mensch gefordert sei, aktiv dafür Sorge zu tragen, dass das „Nie wieder“ jeden Tag Relevanz besitzt. Dieser Einsatz sei anstrengend, gerade in Zeiten, in denen die vom Bundesverfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestufte AfD mit ihren Aussagen menschenverachtendes Gedankengut zu normalisieren und die Demokratie mit Falschinformationen und Verunsicherung zu destabilisieren versuche. Niemand könne vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte in der heutigen Zeit sagen, er oder sie hätte von nichts gewusst. Er plädierte dafür, dass alle wachsam seien und sich ihre Verantwortung für ein friedliches und für alle sicheres Zusammenleben bewusst machten.

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