Für ein Dialysezentrum: Gemeinderat Neuendettelsau lässt Bebauungsplan ändern | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 03.05.2026 10:00

Für ein Dialysezentrum: Gemeinderat Neuendettelsau lässt Bebauungsplan ändern

Im Gewerbegebiet an der Haager Straße soll ein Dialysezentrum entstehen. Dafür hat der Gemeinderat die Änderung des bestehenden Bebauungsplanes beschlossen. (Foto: Florian Schwab)
Im Gewerbegebiet an der Haager Straße soll ein Dialysezentrum entstehen. Dafür hat der Gemeinderat die Änderung des bestehenden Bebauungsplanes beschlossen. (Foto: Florian Schwab)
Im Gewerbegebiet an der Haager Straße soll ein Dialysezentrum entstehen. Dafür hat der Gemeinderat die Änderung des bestehenden Bebauungsplanes beschlossen. (Foto: Florian Schwab)

Kann es funktionieren, in einem Gewerbegebiet ein Dialysezentrum anzusiedeln? Der Neuendettelsauer Gemeinderat hat diese Frage mit einem klaren Ja beantwortet. Deshalb hat das Gremium in der letzten Sitzung der Wahlperiode einstimmig beschlossen, den Bebauungsplan für das betroffene Gebiet zu ändern.

Konkret geht es um das Gewerbegebiet an der Haager Straße. Für dieses ist bei der Gemeindeverwaltung der Wunsch eingegangen, ein Dialysezentrum zu etablieren. Die Einrichtung besteht bereits in Neuendettelsau, muss und will sich aber räumlich verändern. Weil es an anderen Stellen im Ort keine Möglichkeit dafür gibt, wurde die Idee mit der Ansiedlung im Gewerbegebiet geboren.

Gesundheitliche Zwecke waren ausgeschlossen

Schon in der Januar-Sitzung zeigten sich Verwaltung und Gemeinderat dafür offen. Immerhin kann es so gelingen, das Zentrum im Ort zu halten. Die Folge wäre, dass Neuendettelsau auch weiterhin ein wichtiger Gesundheitsstandort wäre, der über die Gemeindegrenzen hinaus wirkt.

Knackpunkt für das Vorhaben war allerdings der Bebauungsplan aus dem Jahr 1994. Denn in diesem wurde festgehalten, dass Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke nicht zulässig sind. Mit der Änderung des Planes, der die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte einhellig zugestimmt haben, ist dieses Problem behoben.

Dem Beschluss ist die Beteiligung der Öffentlichkeit vorausgegangen, die zwischen Ende Februar und Ende März stattgefunden hat. Dabei sind insgesamt 25 Stellungnahmen eingegangen, wie Planer Jörg Bierwagen vom Ingenieurbüro Christofori und Partner berichtete.

Die Nutzungen vertragen sich

Die Stellungnahmen sind nach seinen Worten so ausgefallen, „dass wir insgesamt entspannt sind”. Sprich: Es sind keine Einwände oder Bedenken geäußert worden, die das Vorhaben hätten scheitern lassen. Auch die Regierung von Mittelfranken habe ihre Zustimmung erteilt, erklärte Bierwagen. „Auch wenn man nicht komplett glücklich ist mit dem Standort.”

Das größte Thema war bei der Öffentlichkeitsbeteiligung der Emissionsschutz, also die Lärmentwicklung. Unter anderem das Landratsamt Ansbach hat dazu entsprechende Hinweise gegeben. Über Schallschutzgutachten ist aber sichergestellt, dass sich beide Nutzungen miteinander vertragen.

Das gilt auch für den Fall, dass sich bestehende Betriebe vor Ort vergrößern oder sich neue Unternehmen ansiedeln wollen, erklärte Jörg Bierwagen. Anlass war eine Nachfrage aus dem Gremium, ob die Änderung des Bebauungsplanes auch wirklich keine Einschränkung mit Blick auf die ohnehin raren Gewerbeflächen mit sich bringt.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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