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Veröffentlicht am 28.02.2023 09:44

Futsal-Nationaltorhüter Pless aus Rothenburg hat hohe Ziele

2021 feierte der TSV Weilimdorf den Titel. Philipp Pless will in diesem Jahr wieder die Schale halten. (Foto: Nico Herbertz/DFB)
2021 feierte der TSV Weilimdorf den Titel. Philipp Pless will in diesem Jahr wieder die Schale halten. (Foto: Nico Herbertz/DFB)
2021 feierte der TSV Weilimdorf den Titel. Philipp Pless will in diesem Jahr wieder die Schale halten. (Foto: Nico Herbertz/DFB)

Als im Vorjahr der Deutsche Meister im Futsal ausgespielt wurde, saß Philipp Pless im Fernsehstudio. Dieses Jahr will er das Finale wieder als Akteur auf dem Feld erleben. Vorher aber steht dem Rothenburger noch ein wichtiger Termin mit der Nationalmannschaft in dieser populären Variante des Hallenfußballs bevor.

Gerade packt Pless die Koffer. Später geht es zum DFB-Campus nach Frankfurt, wo sich die Nationalmannschaft auf das Spiel gegen Lettland am Freitag in Bielefeld vorbereitet. Da geht es um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft. „Ich bin fest überzeugt davon, dass wir es in die Play-offs schaffen“, sagt Pless. Er gehört wie üblich zum 16-köpfigen Aufgebot, das Nationaltrainer Marcel Loosveld nominiert hat. 43 Länderspiele hat Pless bereits absolviert. Gemeinsam mit Pavlos Wiegels (FC Liria) und Christian de Groodt (Fortuna Düsseldorf) bildet der 31-Jährige die Torhüterriege der Nationalmannschaft.

Das WM-Qualifikationsspiel in der Bielefelder Seidensticker-Halle am 3. März (19 Uhr, live auf DFB-TV) hat für die DFB-Auswahl Endspielcharakter. Nur mit einem Sieg gegen die Letten ist der Einzug in die nächste Qualifikationsrunde noch möglich.

In der Dreiergruppe belegt Deutschland mit zwei Zählern Rang drei hinter Lettland (3 Punkte) und der Slowakei (5). Beide Punkte holte man gegen die favorisierten Slowaken (1:1, 0:0). „Das waren zwei überragende Spiele von uns“, findet Pless, „umso mehr schmerzt die unnötige Niederlage gegen Lettland“. Zum Einstieg in die WM-Quali waren die Deutschen beim 1:5 von den Letten ausgekontert worden.

Deutschland in der Weltrangliste unter ferner liefen

Der Einzug in die nächste Runde der Qualifikation wäre für die Deutschen schon ein Erfolg, die in der Weltrangliste nur unter ferner liefen auftauchen. Die Hallenfußball-Variante, die mit sprungreduziertem Ball auf Handballtore gespielt wird, ist vor allem in Südamerika und Südeuropa populär.

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Lediglich der Erste aus der Dreiergruppe zieht direkt in die anschließende Eliterunde ein, der Gruppenzweite hat in einer Play-off-Runde noch eine weitere Chance.

Die Generalprobe verlief erfolgreich. Bei einem Lehrgang im niederländischen Zeist besiegte Deutschland die Niederlande in einem Testspiel mit 4:3.

In der Bundesliga sind Pless die Play-offs schon sicher

Futsal ist hierzulande nicht annähernd so populär wie Fußball. Die Nische, in der sich die Hallenkicker eingerichtet haben, wird aber immer größer und einladender. Seit 2021 gibt es unter dem Dach des DFB eine Bundesliga. Pless ist mit seinem Verein TSV Weilimdorf Gründungsmitglied und anders als mit der Nationalmannschaft hat der gelernte Erzieher, der lange in einem Kindergarten arbeitete, hier die Play-off-Runde schon sicher.

Die Stuttgarter Vorstädter stehen mit 34 Punkten aus 16 Spielen auf dem dritten Tabellenplatz. Ein Wechsel in der sportlichen Führung im Winter sorgte im Team für neuen Elan, das zuletzt den FC St. Pauli mit 13:1 nach Hause schickte. Der dritte Sieg mit einer zweistelligen Torausbeute in diesem Jahr nach dem 11:4 über die HSV-Panthers und dem 14:3 über den 1. FC Penzberg.

Meistertitel und Champions League mit Weilimdorf

Anders als solche Ergebnisse vermuten lassen, findet Pless durchaus, dass durch die Einführung der Bundesliga „die Qualität der Teams in der Breite deutlich gestiegen ist.“ Der „superstarke Neuling“ Jahn Regensburg mischt ebenfalls munter in der oberen Tabellenhälfte mit und ist der vorletzte Vorrundengegner der Weilimdorfer. Zum Abschluss geht es gegen den alten Rivalen HOT 05 aus Hohenstein-Ernstthal im Landkreises Zwickau um eine gute Ausgangsposition für die Play-offs.

Pless spielt seit 2019 für Weilimdorf, hat zwei deutsche Meistertitel gewonnen und für die Schwaben in der Champions League gespielt. Sein Vertrag dort geht noch bis 2026 und er kann seinen Sport fast unter Profibedingungen betreiben. Wenn er nicht im Verein oder bei der Nationalmannschaft gefordert ist, arbeitet Pless im Social-Media-Bereich bei einem Sponsor des Vereins. „In Weilimdorf kann ich mich voll auf den Sport konzentrieren und habe keine Nebenbaustellen mehr“, so Pless.

Professionell auch vor der Kamera

Letztes Jahr schied Weilimdorf im Halbfinale der Play-offs gegen HOT 05 Futsal aus. Das Endspiel übertrug Sky und holte Pless als Co-Kommentator ins Studio. Eine „interessante Erfahrung“ für Pless, der ohnehin nicht auf den Mund gefallen ist und auch im Studio eine gute Figur machte. „Das hast du super gemacht. Sehr souverän. Sehr professionell. Die sollten sich den Futsal und dich warm halten“, lobte einer auf Instagram.

Viel lieber allerdings würde Pless beim Finale wieder zwischen den Pfosten stehen. „Unser Anspruch ist schon, den Titel zu holen, auch wenn das jedes Jahr schwieriger wird“, sagt Pless.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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