Torhüter Philipp Pless strebt mit dem TSV Weilimdorf in der Futsal-Bundesliga erneut nach dem Titel. Mit der Nationalmannschaft gelang nach dem Aus in der WM-Qualifikation ein historischer Sieg gegen Spanien.
Der TSV Weilimdorf hat sich für die Saison viel vorgenommen. „Das Ziel ist, Deutscher Meister zu werden, um Champions League zu spielen“, erklärt Pless, der aus Rothenburg stammt. Nach 2019 und 2021 wäre das sein dritter Titel mit den Stuttgarter Vorstädtern. Trotz der Niederlage im Topspiel gegen den Dauerrivalen HOT 05 Futsal aus Hohenstein-Ernstthal führt das Team um den 32-Jährigen Torhüter die Bundesliga an.
Drei Spieltage stehen noch aus, dann geht es für die acht bestplatzierten Mannschaften in die Playoffs um die Meisterschaft. In der Meisterrunde wird in diesem Jahr erstmals ein neuer Modus angewendet. Statt den klassischen Hin- und Rückspielen kämpfen die Teams im Viertel- und Halbfinale ab dieser Saison in drei Spielen ums Weiterkommen. Auch im Finale, das bisher nur aus einer Begegnung bestand, braucht eine Mannschaft nun zwei Siege, um das Duell für sich zu entscheiden. Mit der Meisterschale kommt gleichzeitig die direkte Qualifikation für die Champions League.
Futsal, die von der FIFA anerkannten Variante des Hallenfußballs, ist vor allem im Süden Europas und in Südamerika beliebt. Die Teams spielen dabei mit einem sprungreduzierten Ball auf Handballtore. Während die Ligen in Nationen wie Spanien oder Brasilien seit Jahrzehnten bestehen, gibt es die deutsche Bundesliga erst seit dem Jahr 2021. „Die Teams in der Bundesliga werden immer professioneller. Gegen Mannschaften von Tabellenplatz eins bis acht gibt es keine leichten Spiele mehr“, meint Philipp Pless. Er wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für den in Deutschland noch recht unbekannten Sport. Die Liga müsse wachsen, doch das brauche Zeit.
Dennoch hat sich in den letzten Jahren auch im internationalen Vergleich viel getan. Bei der WM-Qualifikation im letzten Jahr schaffte es die DFB-Auswahl erstmals in die Elite-Runde der besten 20 europäischen Teams. Danach war allerdings Schluss, so dass die Hauptrunde der WM im Oktober diesen Jahres wieder ohne deutsche Beteiligung stattfindet.
Trotzdem sorgte die deutsche Nationalmannschaft Anfang Februar für weltweites Aufsehen. Mit einem 3:2-Erfolg gegen den Weltranglistenzweiten Spanien gelang dem DFB-Team Historisches.
„Der Sieg war eine große Sensation. Es gab extremes Aufsehen auf der ganzen Welt“, freut sich Philipp Pless, der schon 51 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft bestritten hat. Für Stimmung sorgten auch die 3300 Fans in der Aschaffenburger Halle. So viele Zuschauer hatte zuvor noch kein Futsal-Spiel in Deutschland. Eine Woche später folgte die Revanche der Spanier, die nach der überraschenden Niederlage mit neun Toren über das deutsche Team herfielen.
Pless fokussiert sich dennoch auf die positiven Erkenntnisse, auch im Hinblick auf die Europameisterschaft in zwei Jahren: „Wir haben den Anspruch, uns für das Turnier zu qualifizieren, denn das Potenzial ist da.“ Die Hauptrunde der EM-Qualifikation startet im kommenden Dezember.
Ich spiele aktuell die beste Saison meines Lebens.
Dort möchte Philipp Pless wieder mehr Spielzeit haben. Er war knapp zwei Jahren lang Stammtorhüter in der Nationalmannschaft, aktuell hat ein anderer das Momentum auf seiner Seite. Pavlos Wiegels stand zuletzt regelmäßig für das DFB-Team zwischen den Pfosten. Böses Blut zwischen den beiden Torhütern gibt es allerdings nicht. Sie würden sich gegenseitig unterstützen, erklärt Pless. Die Mannschaft sei wie eine große Familie. Trotzdem steht für den Rothenburger fest: „Ich will spielen und wieder die klare, unangefochtene Nummer eins werden. Ich spiele aktuell die beste Saison meines Lebens.“ ⋌