Aus Sicht des Journalisten Andreas Zumach besteht für Ansbach eine erhöhte Gefahr, wenn die amerikanischen Streitkräfte ihre Standorte in der Region weiter ausbauen.
Zu einem Vortrag der Bürgerinitiative „Etz langt's” kamen einer Pressemitteilung zufolge mehrere Dutzend Interessierte ins Feuerbachhaus zum Vortrag von Andreas Zumach. Dieser war mehr als 30 Jahre in Genf UN-Korrespondent für die Tageszeitung taz und schreibt bis heute für verschiedene deutsch- und englischsprachige Medien. Er gilt als Fachmann für Außen- und Sicherheitspolitik und ist bekennender Pazifist. Mit Ansbach ist der 71-Jährige durch seine Verwandtschaft mit dem früheren Oberbürgermeister Dr. Ernst-Günther Zumach verbunden.
Seit 2018 gebe es Planungen der USA, in Deutschland Mittelstreckenraketen zu stationieren, führte Zumach demnach aus. Die Aufrüstungspläne in der Ansbacher Barton-Kaserne, die weit vor dem Ukrainekrieg angelaufen sind, sieht er in unmittelbarem Zusammenhang dazu.
Die entstehende „Multi Domain Task Force“ habe eine Unterstützungsfunktion für Grafenwöhr als voraussichtlichen Stationierungsort der Raketen vom Typ SM 6, Tomahawk und Dark Eagle mit Reichweiten von bis zu 2800 Kilometern. Damit könne die USA von Nordbayern aus Moskau beschießen, schreibt „Etz langt's” plakativ in der Pressemitteilung. „Ansbach wäre dann ein bevorzugtes Ziel für russische Gegenschläge“, schlussfolgerte Andreas Zumach.
Er glaubt, dass Russland „weder Fähigkeiten noch Interessen” habe, um Nato-Staaten anzugreifen. Er verwies in seinem Vortrag auf die stockenden Bewegungen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das belegt aus seiner Sicht, dass derartige „Bedrohungsszenarien unseriös seien”, heißt es im Pressetext. Bei den Rüstungsausgaben gebe es ein deutliches Übergewicht der Nato-Staaten im Vergleich zu Russland. Für Deutschland gelte es daher, „friedensfähig statt erstschlagfähig“ zu sein.
Zumach kritisierte die Militarisierung der Gesellschaft. Aus seiner Sicht kann das zu einem Wohlstands- und Demokratieverlust führen. BI-Pressesprecher und OLA-Stadtrat Boris-André Meyer hob in seinem Grußwort die finanziellen Belastungen der Kommunen hervor: „Es darf nicht sein, dass wir künftig Bunker statt Schulen bauen müssen.“