Die Faire Stadt Herrieden dokumentiert ihr Schaffen und will dazu beitragen, die Welt ein klein bisschen gerechter zu machen: Mit der Einweihung der Geocaching-Tour werden 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung anschaulich und spielerisch erlebbar gemacht.
Geocaching ist, wenn man so will, die moderne Form des altbekannten Formats einer Schnitzeljagd. Im Herrieder Fall wird so anhand einer kleinen Rallye deutlich, was sich die Verwaltung mitsamt Stadtrat und Bürgermeisterin Dorina Jechnerer seit einigen Jahren auf die Fahnen schreiben. Es geht um 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die in und von der Stadt bereits umgesetzt werden. Was genau Herrieden dafür macht, wird an den verschiedenen Stationen beschrieben.
Mit Blick auf die geopolitischen Krisen, die allgemeine Entwicklung der Welt und das Kriegsgeschehen im Iran erscheine der mit dem Projekt verbundene Bildungsauftrag wichtiger denn je, ließ Bürgermeisterin Dorina Jechnerer bei der offiziellen Inbetriebnahme der Geocaching-Tour durchblicken. „Wir können die Welt nicht retten, aber wir können unseren Beitrag leisten.” Der Herrieder Leitspruch „Global denken, lokal handeln” sei dafür bestes Beispiel.
Hintergrund des Herrieder Bestrebens ist ein Beschluss der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2015, woran Grünen-Stadträtin Franziska Wurzinger in ihrem Beitrag erinnerte. Im Rahmen der Agenda 2030 wurden von der Gemeinschaft 17 Ziele für eine nachhaltige, gerechtere und friedlichere Welt verabschiedet, die die Erde bis 2030 zu einem besseren Ort machen sollen. Was zunächst noch einem recht allgemeinen Placet klingt, wurde in globale Zielen festgeschrieben: Sie richten sich an alle Staaten und nehmen vornehmlich in den Fokus, bis 2030 Armut und Hunger zu beenden, Klimaschutz zu fördern, Bildung zu verbessern sowie Ungleichheiten zu reduzieren.
In dem Jahr, in dem die Vereinten Nationen die Charta verkündeten, sei Herrieden erstmals als Faire Stadt ausgezeichnet worden, rief Wurzinger ins Gedächtnis. Fairer Handel sei ein wichtiger Baustein, aber es gehe besonders um nachhaltige Entwicklungen in vielen Bereichen, etwa der Wirtschaft und Medizin. Vorträge und Ausstellungen seien wichtig, mit der Herrieder Geocaching-Tour werde aber anhand ganz konkreter Beispiele vor allem auch das Bewusstsein der Bevölkerung verstärkt. „Wir sind ein Vorbild im Landkreis Ansbach”, betonte Wurzinger.
Maximilian Kroemer, Beauftragter der Stadt für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und den Radverkehr, führte das Spielprinzip der nachhaltigen Schnitzeljagd aus. Es richte sich an alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt, an Gruppen, natürlich aber auch und gerade an alle Schulen. Die Generalprobe absolvierte die achte Jahrgangsstufe des Ansbacher Theresien-Gymnasiums. „Feuertaufe bestanden”, durften die Verantwortlichen erklären.
Der Großteil der Stationen findet sich im Gebiet der Altstadt wieder, einige Etappen führen aber auch jenseits der Stadtgrenze, etwa in Richtung Bärenlochhütte und Zukunftswald. Bei jedem Halt gebe es neben der Grundinformation ein kleines Rätsel zu lösen. Die „Adventure-Lab” bietet eine Übersicht der Standorte. „Von zu Hause aus kann man nicht spielen, dafür muss man schon vor Ort sein”, führte Kroemer aus. Die Tour kann zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad bewältigt werden.
Finanziert wurden Material und Aufbau der verschiedenen Stationen übrigens recht nachhaltig und nicht den Stadtsäckel belastend, wie die Verantwortlichen informierten. Das Projekt wurde mit dem Preisgeld bezahlt, das Herrieden mit Platz zwei in der Kategorie Kleinstadt beim bundesweiten Wettbewerb „Hauptstadt des fairen Handels” 2023 gewonnen hatte.