Mit Musik und einem Rückblick auf seine nun schon 25 Jahre währende Geschichte startete im evangelischen Gemeindehaus der 26. Obernzenner Gesundheitstag. Seit den Anfangstagen gehören die beiden Hausärzte Angela Netal und Christoph Möller zum „Stamm“ des informativen Treffens.
Nach der musikalischen Ouvertüre mit Werken von Ludwig van Beethoven, intoniert vom Streicherduo Felicitas Limberger (Violoncello) und Angela Netal (Geige), gewährte Christoph Möller einen Rückblick auf ein viertel Jahrhundert „Obernzenner Gesundheitstag“. Ideengeberin, wie bei so manchem was in den 80er und 90er Jahren in der Marktgemeinde aus der Taufe gehoben wurde, war demnach Heidi Möller, erster Ansprechpartner ihr Sohn Christoph. Dieser hatte just damit begonnen, in Obernzenn seine Arztpraxis aufzubauen.
Das Vorhaben, allein mit den zur damaligen Zeit vier örtlichen Ärzten sowie dem Apotheker umzusetzen, versprach schwierig zu werden. Doch eine Lösung bahnte sich schnell an, indem man den Diakonieverein Oberer Zenngrund mit ins Boot holte. Eine Entscheidung, die sich bis zum heutigen Tag bewährt hat. Fortan referierten Experten zu Themen wie Schlafstörungen, dem Umgang mit der Zuckererkrankung oder der Abgewöhnung des Rauchens.
Referent zur jüngsten Thematik „Resilienz, die innere Stärke“, war Thomas Trautner, Sozialpädagoge am Gesundheitsamt des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Mehr als 25 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland leiden seinen Worten zufolge an klinisch relevanten psychischen Störungen. Überlastete Hilfssysteme und häufig lange Wartezeiten machen es extrem schwer, zeitnahe Unterstützung oder Ratschläge zu generieren. Man sei folglich gut beraten, sich selbst mit der eigenen seelischen Widerstandskraft zu beschäftigen.
Stellt sich die Frage: „Wie gelingt es, den vorhandenen Stress besser auszuhalten, um mit Momenten der Überforderung, wie sie etwa Lebenskrisen, länger anhaltende schwierige Lebensbedingungen oder Schicksalsschläge auslösen, einigermaßen klar zu kommen?“
Möglichkeiten gibt es in Hülle und Fülle. Dazu zählt Trautner einen realistischer Optimismus ebenso, wie das Geschehene anzunehmen. Vielmehr gilt es, Lösungsstrategien zu entwickeln und positiv in die Zukunft zu blicken.
Dem haben sich auch die Frauen der Sitztanzgruppe des TSV Obernzenn verschrieben. Zu ihr gehören 44 Seniorinnen, die sich regelmäßig im Obernzenner Gemeindezentrum treffen, um mit Ingrid Reinberger bei flotter Musik Stuhlgymnastik zu machen.
„Es menschelt“, hieß es zum Abschluss. Der Egenhäuser Erwin Stöhr hatte zur Feder gegriffen, schräge Begebenheiten aus 25 Jahren „Obernzenner Gesundheitstag“ fränkisch zu Papier gebracht und gemeinsam mit Ludwig Blank, Günther Enzner und Dietmar Johnson in Sketchform zur Abrundung eines informativen und letztlich auch unterhaltsamen Tages zum Besten gegeben.